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Nachhilfe beim Energiesparen angeboten

Bad Belzig Nachhilfe beim Energiesparen angeboten

In Bad Belzig ist jetzt ein regionales Netzwerk für mehr Energieeffizienz an den Start gebracht worden. Das Land Brandenburg und die IHK unterstützen Unternehmen und Institutionen mit Expertenwissen für Technik und Fördermöglichkeiten. Fünf Partner sitzen bereits am Tisch. Weitere Teilnehmer aus dem Hohen Fläming sind willkommen.

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Netzwerkpartner Sven Andresen würde in seinem Bad Belziger Kino „Hofgarten“ gern die Heizung optimieren.

Quelle: Thomas Wachs

Bad Belzig. Die bundesweiten Ziele sind hoch gesteckt, die Wege zu mehr Klimaschutz im eigenen Unternehmen für Laien mitunter jedoch sehr kompliziert. Inhaber von Unternehmen sowie Chefs von Institutionen und Gesellschaften im Umkreis der Stadt Bad Belzig können daher ab sofort professionelle Hilfe erhalten, um einen effizienteren Umgang mit Energie in ihren Betriebsabläufen zu erreichen. Dazu ist bei einem ersten Treffen in der Kur- und Kreisstadt jetzt der Aufbau eines Energieeffizienznetzwerkes für Unternehmen auf den Weg gebracht worden.

Diese Initiative geht vom Ministerium für Wirtschaft und Energie des Landes Brandenburg sowie von der Industrie- und Handelskammer Potsdam (IHK) aus. Beide Partner finanzieren das zunächst auf drei Jahre angesetzte Projekt jährlich mit rund 10 000 Euro gemeinsam, erklärt Koordinator Robert Kausmann von der IHK.

Ziele noch längst nicht erreicht

Bundesweit sind bislang 136 Netzwerke für mehr Energieeffizienz aktiv. Rund 1200 Unternehmen sind darin aktiv. 30 Pilotprojekte liefern gute Ergebnisse

Die Netzwerke sollen helfen, die vom Bund festgelegten ökonomischen und ökologischen Ziele zum Klimaschutz für das Jahr 2050 zu realisieren.

Die dazu angestrebte, überwiegende Versorgung mit Erneuerbaren Energien bedarf einer deutlichen Reduzierung des heutigen Energieverbrauchs.

Daher sollten zwischen den Jahren 2015 und 2020 bundesweit 500 neue Netzwerke gebildet werden. Die scheint aktuell fraglich.

Deutschland erfüllt gegenwärtig seine für 2020 eingegangenen Verpflichtungen bei der Energieeinsparung nicht.

Ansprechpartner für weitere Partner des Fläming-Netzwerkes ist Robert Kausmann bei der IHK Potsdam, 03 31/2 78 62 81.

Im Fläming mit im Boot sind bereits fünf Firmen und Institutionen. Weitere sind willkommen, um die angestrebte Größe von maximal 15 Teilnehmern zu erreichen. Sie erhalten im Rahmen des Projektes bei regelmäßigen Treffen mit Experten kostenlos Unterstützung rund um das Thema Energiemanagement. Das sei für viele Betriebe längst zu einem wesentlichen Kostenfaktor geworden. „Ziel ist es, die Partner in technischen Fragen zu beraten, Finanzierungsmöglichkeiten aufzuzeigen und am Ende zu erfolgreichen Förderungen zu verhelfen“, erklärt Günter Wignanek vom Referat „Energieeffizienz und Energietechnik“ beim Ministerium. Letztlich geht es darum, die von der Bundesregierung hoch angesetzten Ziele zum Klimaschutz zu erreichen, was ich längst noch nicht abzeichne.

Die ersten Partner sind  aktiv

Die ersten Partner sind aktiv. Christian Kirchner, Udo Kunze, Sven Andresen, Harald Lacher, Ulrich Meyer, Günter Wignanek und Robert Kausmann (v.l.n.r.) starten des Netzwerk.

Quelle: Thomas Wachs

Moderiert wird das Netzwerk vom Experten Ulrich Meyer. Der Diplomingenieur war bis zu seiner kürzlichen Pensionierung zuletzt als Teamleiter für Energieberatung in der Zukunfts-Agentur Brandenburg tätig. „Es gibt diverse Möglichkeiten für Förderungen und teilweise geschenktes Geld für Investitionen, die wir für die Netzwerkteilnehmer erschließen wollen“, sagt der Berater. Durch solche Kooperationen könnten 20 bis 30 Prozent mehr Energie gespart werden als im Alleingang. „Das haben die Ergebnisse anderer Netzwerke bereits gezeigt“, sagt Ulrich Meyer beim Auftaktreffen in Bad Belzig. 30 Pilotnetzwerke lieferten bereits gute Ergebnisse. Im Land Brandenburg gebe es aber noch wenige Kooperationen. „Neben dem Input von externen Experten ist auch der Erfahrungsaustausch unter den Teilnehmern selbst wichtig. Sie sollen selbst die Themen bestimmen“, erklärt Meyer.

Im neuen Netzwerk mitwirken möchte unter anderem Christian Kirchner, der Chef der Bad Belziger Kurgesellschaft und Betreiber der Stein-Therme. „Wir haben mit einem Blockheizkraftwerk in der Therme und anderen Dingen zwar schon einige Schritte gemacht, sind aber immer an weiteren Innovationen interessiert“, erklärt der Geschäftsführer. Mit am Tisch sitzt bereits auch Sven Andresen, der Kinos betreibt – unter anderem in Bad Belzig. „Hier würden wir uns wünschen, vor allem unsere Warmluft-Heizungsanlage für die großen Räume effektiver gestalten zu können“, so Andresen. Von Investitionen, „die sich erst in Jahrzehnten amortisieren halte ich jedoch wenig“, erklärt der Kino-Betreiber.

Udo Kunze, Geschäftsführer der Bad Belzig Wohnungsgesellschaft (Bewog), sieht seine Möglichkeiten begrenzt. Denn Dämmungen und optimierte Heizungsanlagen seien schon realisiert. „Jetzt geht es eher noch um kleinteilige Dinge und darum, die Mieter selbst für Energieeinsparung zum Klimaschutz zu motivieren“, sagt der Bewog-Chef.

Gründungspartner im Netzwerk sind zudem die Firma Datentechnik Schmidt sowie die kommunalen Stadtwerke in Bad Belzig. „Wir können uns auch weitere Teilnehmer aus anderen Orten der Region vorstellen“, sagt Harald Lacher. Der Bereichsleiter Energiewirtschaft der Stadtwerke hatte das Projekt in den Hohen Fläming geholt. Hier jedoch war voriges Jahr die Idee für ein Effizienz-Netzwerk aller Kommunen in der Region gescheitert.

Von Thomas Wachs

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