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Potsdam-Mittelmark Wer sich traut, darf Kaimane streicheln
Lokales Potsdam-Mittelmark Wer sich traut, darf Kaimane streicheln
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09:57 27.11.2018
Karl-Heinz Voigt mit einem fotogenem Kaiman-Baby. Quelle: Andreas Koska
Golzow

Es ist schon ein besonderes Gefühl einen Kaiman in der Hand zu halten und ihn zu streicheln. Dabei kommt man ins Staunen, denn die Haut der gerade geschlüpften Tiere ist weich und zart, trotz der schon ausgebildeten Schuppen. „Wie ein Baby-Popo“, sagt Karl-Heinz Voigt. Drei junge Grün-Kaimane schwimmen seit dem 22.November in einem seiner Aquarien. „Es ist der erste Bruterfolg seit 2013“, erzählt Voigt.

Schwierige Aufzucht

Der 61-jährige betreibt eine Krokodilstation in Golzow bei Brandenburg. Zwar hatte er auch im Vorjahr Eier in den Brutapparat gelegt, aber durch einen technischen Fehler musste er die Brut aufgeben. Jetzt waren es 22 Eier, einige weitere beließ er den Krokodilen. Auch in diesem Jahr befürchtete der Berufsfeuerwehrmann einen Misserfolg. „14 Eier waren verfault, in einem weiterem war das Tier schon ausgewachsen aber tot“, bedauert er die Verluste. Das tote Tier hat er jetzt in einem Marmeladenglas mit Spiritus eingelegt.

Umso glücklicher ist er, dass bisher zumindest drei Tiere geschlüpft sind. Bei vier Eiern wartet er noch, da ist die normale Brutzeit von 80 Tagen noch nicht vorbei. „Aber man hört nichts, ich befürchte einen Verlust“, ist der Fachmann überzeugt. „Sonst hört man in den Eiern Quacken und es ist Bewegung drin, so lange bis der Dotter aufgebraucht ist“, erklärt Voigt.

Das toter Tier in Spiritus. Quelle: Andreas Koska

Seit nunmehr 31 Jahren betreibt er die Station. Veterinärämter und Zoll sind die Lieferanten. Zwölf Tiere nennt Voigt sein eigen, drei weitere kommen demnächst aus Hamburg in Kurzzeitpflege. Der älteste Kaiman ist 45 Jahre alt und 1,85 Meter lang. „Ich habe neben den Grün-Kaimanen auch Breitschnauzkaimane und Südliche Brillenkaimane, zu denen das betagte Tier gehört“, erläutert der Stationschef.

Anlage wird erweitert

Karl-Heinz Vogt ist gerade dabei die Anlage zu erweitern und eine Photovoltaik-Anlage zu errichten, um die hohen Energiekosten zu senken. Auf seiner Anlage lebt auch Lütti. Er ist im Jahr 2012 geschlüpft und wiegt bei einer Länge von 1,4 Metern etwa fünf Kilo. „Kaimane wachsen lebenslang und können bis drei Meter lang werden, mit zehn Jahren sind sie geschlechtsreif“, berichtet Voigt. In den ersten Monaten wächst ein Kaiman, der in Südamerika zuhause ist, etwa einen Zentimeter in der Woche, danach verlangsamt sich das Wachstum.

Den Hühnereiern nicht unähnlich, Krokodil-Eier Quelle: Andreas Koska

Die acht im Jahr 2013 geborenen Jungtiere hat Voigt alle an private Terrariumfreunde abgegeben. Die jetzt schon geschlüpfte Jungtiere sind 19 bis 21 Zentimeter lang und wiegen zwischen 45 und 50 Gramm. „Die Reste vom Dottersack werden in den nächsten Tagen aufgebraucht und dann beginnt jeden Tag die große Jagd nach den besten Futterhappen, alles kleine lebende Fische“, bereichtet Voigt mit einem Fingerzeig auf ein Aquarium.

Scharfe Zähne

„Ab Dezember kann man so einen kleinen Kerl auf die Hand nehmen und fühlen wie sich Babyhaut beim Krokodil anfühlt. Und man kann das herrliche Gefühl genießen, wenn die kleinen Racker den Finger wieder freigeben und der Schmerz nachlässt, sie kommen nämlich mit Zähnen auf die Welt“, scherzt Voigt. Die ersten Besucher haben sich schon angemeldet.

Öffnungszeiten im Winter täglich von 13 bis 17:00 Uhr.

Telefonische Anmeldung ist zu empfehlen unter 0172 3884790 oder 033835/40663 Brandenburger Str.82 E, 14778 Golzow

Von Andreas Koska

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