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Obsthof des Mitics ist einer der Treffpunkte in Ragösen Naschen erlaubt

Die Beerensaison ist im vollen Gange. Darüber freut sich auch das Ehepaar Mitic. Sie haben einen Obsthof und können sich zurzeit über viele Besucher freuen. Die wollen und sollen natürlich viel von den Beeren probieren.

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Klaus Peter Haß und Ingrid Polster sind regelmäßig auf dem Obsthof Ragösen zu Besuch.

Quelle: Lisa Ingermann

RAGÖSEN. "Eigentlich müssten wir vor Gesundheit strotzen", sagt Ingrid Polster und steckt sich lachend eine Heidelbeere in den Mund. Sie steht zwischen den Kübelpflanzen auf dem Obst- und Spargelhof und sammelt innerhalb kurzer Zeit eine große Schale voll mit den blauen Früchten. "Heidelbeeren sind nämlich die gesündesten Beeren, die es gibt. Ich komme alle paar Tage her, um mir welche zu pflücken", erklärt die einheimische Rentnerin weiter.

In Ragösen wird aber nicht nur für den Verzehr gepflückt. Das Areal hat sich zum Treffpunkt für die Nachbarschaft entwickelt. Unter einer Kastanie steht ein Tisch, gedeckt mit Kaffee und Kuchen. An der Tafel sitzend unterhalten sich die Frauen und Männer, die Enkelkinder bringen immer mal wieder Beeren zum Naschen.

Das ist ein Grund, warum sich Sladjana Mitic auf die Heidelbeersaison gefreut hat. Im vergangenen Jahr war Premiere. "Die Früchte sind lecker und die Büsche schön anzusehen", erzählt die Inhaberin, die wie Kollegen nach der Spargelsaison ein weiteres attraktives Geschäftsfeld beackert, während das Sammeln der Waldheidelbeeren aus der Mode kommt.

Etwa 400 Blaubeerbüsche der australischen Sorte "Brigitta Blue" hat Sladjana Mitic ausgesucht. Dabei ist eigentlich Ehemann Sladjan der Experte für Heidelbeeren. "Ich sah die Pflanze und war hin und weg von ihrer Schönheit", berichtet die Berlinerin. Er, der in Bukarest Obstbau studiert hat, schüttelt den Kopf. "Frauen", seufzt er. Der Ingenieur schrieb bereits in Zusammenarbeit mit der Humboldt-Universität zu Berlin eine Broschüre über die köstlichen Früchte, ihre Herkunft, Zucht und Pflege. "Die ,Brigitta Blue‘ bringe zwar relativ wenig Ertrag, allerdings sei die Qualität der Beeren ausgezeichnet", so Sladjan Mitic. Also wurden die Pflanzen bestellt und erfreuen sich nun in Ragösen bester Gesundheit.

Damit dies so bleibt, kümmert sich der Fachmann selbst drum. "Sie brauchen einen fachgerechten Schnitt und eine vernünftige Bewässerung", erzählt Sladjana Mitic. "Er lässt mich nicht einen Zweig entfernen", sagt sie lachend. Das Gießen erledigt indes eine Tropfbewässerungsanlage, welche die optimale Befeuchtung garantiert.

Da bietet sich Gelegenheit, den Nachbarn mit Fachwissen zur Seite zu stehen. "Wir haben in unserem Garten zwei Heidelbeerbüsche", berichtet Günther Polster. "Diese haben nie richtig geblüht und sahen ziemlich verkümmert aus. Doch dann kam Herr Mitic vorbei und hat ihnen den richtigen Schnitt verpasst, seitdem stehen sie in voller Pracht", erläutert der Rentner mit leuchtenden Augen.

"Wir kommen lieber zum Pflücken her, da brauchen wir uns um so etwas keine Gedanken zu machen", wirft das Ehepaar Haß ein, das an diesem Nachmittag ebenfalls am Kaffeetisch sitzt. "Vor allem, dass man auch naschen darf, finden wir schön", sagen beide. Die persönliche Atmosphäre auf dem Hof schätzt nicht minder Bernd Meyer. "Familie Mitic ist eine echte Bereicherung für das Dorf", erklärt er begeistert.

Für alle, die keine Zeit oder Lust haben, selbst durch die Reihen zu wandern, gibt es die Blaubeeren bereits abgepackt. Wie die frische Ware dann verwertet wird, bleibt jedem selbst überlassen. Die Möglichkeiten und Ideen sind in jedem Falle vielfältig. Auf die Frage nach der favorisierten Blaubeerspeise tönt es in der lustigen Nachmittagsrunde laut durcheinander. Kuchen, Konfitüre, Milchshake und Likör stehen hoch im Kurs. Heidelbeeren sind schließlich gesund.

Spargel- und Obsthof Ragösen, Bäckerstraße, täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

Von Lisa Ingermann

So wird Likör gemacht

Zwei Kilogramm Heidelbeeren gewaschen und gut abgetropft abwechselnd schichtweise mit einem Kilogramm Zucker in ein großes Gefäß geben. Mit der Zuckerschicht abschließen.
Etwa drei bis vier Tagean einen warmen Ort stellen.
Danach etwa 1,5 Liter Wodka dazugeben. Gefäß gut verschließen und an einem dunklen, kühlen Ort 30 Tage lang ziehen lassen.
Anschließend die Flüssigkeit filtern und in Flaschen abfüllen.
Die herausgefilterten Früchte können noch für Torten oder Kuchen verwertet werden.

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