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Potsdam-Mittelmark Panzer rollen durchs Dorf: Anwohner sorgen sich um Straße
Lokales Potsdam-Mittelmark Panzer rollen durchs Dorf: Anwohner sorgen sich um Straße
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13:28 09.03.2018
Das Versorgungsbataillon 142 der Bundeswehr rollt am Donnerstag mit 120 Fahrzeugen und 300 Soldaten in Fredersdorf und Umgebung an. Quelle: Thomas Wachs
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Fredersdorf

Getarnte Lastwagen im Wald bei Baitz, ein Zeltlager bewaffneter Soldaten am Straßenrand bei Schwanebeck, eine Feldküche auf dem Hof der Pension „Zur Mühle“ in Fredersdorf und Panzer auf dem Hof des Agrarbetriebes am Ortsrand. Für zwei Tage ist die Gegend der drei Fläming-Dörfer das Zentrum einer groß angelegten Bundeswehrübung im Rahmen der neuen, schnellen Nato-Eingreiftruppe für Auslandseinsätze.

Rund um die Flämingdörfer Fredersdorf, Schwanebeck und Baitz läuft zwei Tage lang die Großübung des Versorgungsbataillons 142 der Bundeswehr. Es soll im Rahmen der neuen Nato-Eingreiftruppe VJTF für internationale Einsätze trainiert werden. 300 Mann und 120 Fahrzeuge sind auf Achse.

Mit rund 300 Mann und 120 Fahrzeugen – darunter zwei Bergepanzer – macht das Versorgungsbataillon 142 aus Mecklenburg-Vorpommern kurz Station im Hohen Fläming. Nach ihrem gut sechsstündigen Nachtmarsch über 250 Kilometer von ihrer letzten Station in Karrenzin im Landkreis Parchim-Ludwigslust ging es für die Fahrzeug-Truppe in Fredersdorf und Umgebung am Donnerstagmorgen nun darum, die Arbeitsbereitschaft innerhalb von acht Stunden wieder herzustellen.

Bald mit verantwortlich für 6000 Soldaten

„Wir absolvieren das Training bewusst nicht auf dem nahen Übungsplatz Lehnin-Brück“, erklärt Ulf Sobotta, der Presseoffizier des Bataillons. „Hier geht es um reale Bedingungen und das Zusammenspiel mit der Bevölkerung“, so der Hauptmann. „Schießübungen finden nicht statt“, versichert der Offizier.

Vielmehr ist es die Aufgabe für die 2. Kompanie aus Torgelow – verstärkt durch Personal und Material des gesamten Versorgungsbataillons 142 – Transport, Nachschub und Instandsetzung zu trainieren. Immerhin wird diese Truppe für internationale Einsätze vorbereitet.

Sie wird Teil der Very High Readiness Joint Task Force (VJTF), also der neuen schnellen Eingreiftruppe der Nato. So ist sie für die Versorgung einer multinationalen Brigade mit circa 6000 Soldaten mit verantwortlich. Die VJTF soll ab 1. Januar 2019 in der Lage sein, innerhalb von 48 bis 72 Stunden verlegt werden zu können.

Das Versorgungsbataillon 142

Als einziges Bataillon der Panzergrenadierbrigade 41 „Vorpommern“ ist das Versorgungsbataillon 142 auf mehrere Bundeswehr-Standorte verteilt.

Es führt Kompanien an den Standorten Hagenow, Havelberg und Torgelow und umfasst etwa 1000 Soldaten.

Das Versorgungsbataillon 142 stellt die logistische Unterstützung der Panzergrenadierbrigade 41 im gesamten Aufgabenspektrum des Heeres sicher.

Das umfasst im Inland wie in Einsatzländern die Aufgaben Transport, Nachschub und Instandsetzung.

In Fredersdorf trafen die Soldaten aus dem Norden auf offene Unterstützung. „Für mich ist das jetzt im Winter kein Problem. Der Platz ist da, das Stroh aus den Hallen verkauft“, sagt Ansgar Stockhoff, der Eigentümer der AG Bernhagenrind Fredersdorf. Er hat seinen erst im Oktober erworbenen Hof ohne Zögern den Soldaten zur Verfügung gestellt. „Irgendwo muss die Bundeswehr ja üben, wenn es wirklich mal ernst wird“, sagt der Landwirt aus Osnabrück. Statt Strohballen lagern nun Soldaten samt ihrer Fahrzeuge in den Hallen seines Betriebes.

Anlieger Wolfgang Steinberg, hier mit Enkel Gustav Steinberg, sorgt sich um die Straße vor seinem Haus in Fredersdorf.      Quelle: Thomas Wachs

Auch in der Pension „Zur Mühle“ im Dorfkern standen die Türen schnell offen für die Militärs. „Wir haben im Familienrat darüber gesprochen, als im Februar die spontane Anfrage kam, und waren uns schnell einig“, erzählt Thomas Segeth vom Betreiberteam der historischen Wassermühle von 1441. Für Kommandostab, Feldküche und Kommunikationsabteilung der Bundeswehrtruppe ist der gesamte Hof gemietet. „Die sechs Doppelzimmer haben wir schnell noch mit Vlies ausgelegt, damit die Soldaten nicht immer die Stiefel ausziehen und wir anschließend nicht alles renovieren müssen“, erklärt Thomas Segeth.

Thomas Segeth und das Team der Pension in der alten Wassermühle zu Fredersdorf waren offne für die Bundeswehr als Mieter .    Quelle: Thomas Wachs

Im Dorf sorgt sich indes Wolfgang Steinberg um den Zustand der Straße direkt vor seinem Haus. Auf dem Weg zum Agrarbetrieb rollen die Lastwagen und zwei mit Bergepanzern beladene Tieflader direkt an seiner Fassade vorbei. Die ohnehin schon eingebrochenen Regenwassereinläufe am Bordstein hat er mit Signalstangen und Warnkegeln markiert. „Am Ende müssen wir als Anlieger nämlich wieder zahlen, wenn die Straße kaputt ist“, sagt der Anwohner. Mit seinem Enkel Gustav Steinberg verfolgt er die Durchfahrt der Soldaten.

Am Montag steht die Querung der Elbe an

Am Freitag rollt der Tross bereits wieder in die andere Richtung davon. Im Rahmen der insgesamt vom 5. bis zum 16. März angesetzten Übung „Blaue Basis“ geht es wieder in Richtung Heimat. „Höhepunkt ist am Montag ein Gewässerübergang per Fährbetrieb bei Storkau an der Elbe“, erklärt Ulf Sobotta.

Ausbildungsziel in diesem Jahr sei es, „die Kompanie auf die zu erwartenden Herausforderungen im Rahmen des VJTF-Einsatzes militärisch vorzubereiten und die Kompanie ruhigen Gewissens in die nationale Zertifizierung im April zu entsenden“, erklärt der Offizier. Im Herbst gehe es dann darum, in Norwegen im Verbund mit den Nato-Partnern die Großübung „Trident Juncture“ zu bestehen. „Sie ist gleichzeitig die internationale Zertifizierung für uns“, sagt Ulf Sobotta in Fredersdorf gegenüber der MAZ.

Von Thomas Wachs

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