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"Natürlicher Schallschutz würde verloren gehen"

Abgeordnete warnt vor geplanten Gewerbegebiet an A115 "Natürlicher Schallschutz würde verloren gehen"

In Nuthetal werden Stimmen laut, die davor warnen, an der Autobahnzufahrt Drewitz (A 115) ein neues Gewerbegebiet zu schaffen. Gemeindevertreterin Erika Haenel (CDU/Grüne) hält den Preis dafür ‒ die Abholzung eines Waldes ‒ für zu hoch.

Nuthetal. "Dieser Wald ist ein wunderbarer Schallschutz, um den Autobahnlärm abzuhalten", sagte sie. Vor allem Drewitzern, aber auch Rehbrückern würde die Lärmbarriere genommen. "Woanders baut man teure Schallschutzwände, hier gibt es einen natürlichen Schutz", so die Abgeordnete, die auch auf das sensible Terrain in der Nachbarschaft verweist. Das fürs Gewerbe anvisierte Areal grenzt an ein Trinkwassereinzugsgebiet und an geschützte Biotope, hat selbst aber keinen Schutzstatus.

Wie berichtet, will Nuthetal seinen Flächennutzungsplan ändern, um ein 20 Hektar großes Gewerbeareal an der Drewitzer Autobahnzufahrt anlegen zu können. Die Gemeindevertreter hatten das Änderungsverfahren jüngst eingeleitet. Bauamtsleiter Rainer vom Lehn spricht von einem ersten Schritt, "um Investoren eine Chance zu eröffnen, dort etwas zu machen". Anfragen für das Gelände gebe es "von der kleinen Gartenbaufirma bis zum großen Logistiker". Bis sich Betriebe ansiedeln können, sei es noch ein langer Weg. Es könne auch passieren, dass der Planungsprozess abgebrochen werde. "Wenn sich herausstellen sollte, dass negative Auswirkungen größer sind als der zu erwartende Nutzen, hat sich das Projekt erledigt", so vom Lehn. Die Abgeordneten hätten noch häufiger die Gelegenheit, das Thema zu debattieren - wenn die Auswirkungen untersucht wurden und Gutachten dazu vorliegen. Vom Lehn schätzt den Schallschutz durch Wald als eher gering ein: "Im Gewerbegebiet können Gebäude so platziert werden, dass sie als Schallschutz dienen und wirkungsvoller sind als Pflanzungen."

Erika Haenel kritisiert indes auch die Eile, "mit der Sachen von der Verwaltung durchgeboxt werden". Im Vorfeld des Beschlusses habe es keine Möglichkeit gegeben, eine Diskussion zu führen. Die Ausschüsse tagten nur Minuten vor der Gemeindevertretung, die dann entschied. Vom Lehn begründet die Eile mit bevorstehenden Änderungen des Baugesetzbuches, die einen Mehraufwand im Planungsverfahren notwendig gemacht hätten. Wäre der Beschluss ein paar Tage später gefasst worden, "hätten diese Änderungen bereits gegriffen". Die Neuerungen, denen Nuthetal aus dem Weg gegangen ist, "betreffen keine umwelttechnischen Prüfungen". Für das Areal an der Autobahn spreche vor allem, "dass keine neuen Straßen nötig sind", sagte vom Lehn. Auch SPD-Fraktionschefin Monika Zeeb spricht von einer "Lagegunst" des Geländes, weil es verkehrlich gut angebunden und keine Wohnbebauung in der Nähe sei: "Die ökologischen Auswirkungen müssen im Verfahren geprüft werden."

jst

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