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Naturpark feiert 20-jähriges Jubiläum

Bad Belzig Naturpark feiert 20-jähriges Jubiläum

Mit einer Festveranstaltung in der Bad Belziger Springbachmühle hat der Naturpark „Hoher Fläming“ am Dienstagabend sein 20-jähriges Jubiläum gefeiert. Dabei blickten zahlreiche Weggefährten zurück auf die Anfänge in den 90er Jahren und machten Mut für die Zukunft. Ganz ohne Interessenkonflikte verlief die Arbeit in der Vergangenheit nicht.

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Die Rabener Apfeltage im Naturparkzentrum locken jedes Jahr zahlreiche Besucher an.

Quelle: Juliane Wittig

Bad Belzig. Mit einer Festveranstaltung in der Bad Belziger Springbachmühle hat der Naturpark „Hoher Fläming“ am Dienstagabend sein 20-jähriges Jubiläum gefeiert. „Man kann den Eindruck bekommen, Sie haben es ganz schön hier“, scherzte Dirk Ilgenstein, Präsident des Landesamtes für Umwelt, und bezog sich damit auf die Bilderschau, die Naturparkleiter Steffen Bohl zur Einstimmung über die Leinwand flimmern ließ.

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Auf die Höhen und Tiefen seines bisherigen Schaffens hat der Naturpark „Hoher Fläming“ mit einer Festveranstaltung zurück geblickt. Die MAZ hat aus diesem Anlass noch einmal Impressionen des Naturparks zusammengestellt.

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„Der Grundstein für den Naturpark wurde Anfang der 90er Jahre gelegt, als drei Akteure aus verschiedenen Richtungen mit Mut und Ideen den Aufbau des Naturparks Fläming mit einem gleichnamigen Kreistagsbeschluss angeschoben haben“, begann Eveline Vogel ihren Rückblick. Die Fachdienstleiterin der Wirtschaftsförderung des Landkreises erinnerte dabei an Potsdam-Mittelmarks ehemaligen Landrat Lothar Koch, den damaligen Beigeordneten im Kreis Belzig und späteren Bildungsminister Günter Baaske sowie Bernd Schlägel, der bis 2007 die Geschäfte des Arbeits- und Ausbildungsförderungsvereins Potsdam-Mittelmark (AAfV) führte. „Die drei waren es, die Brücken zu den Menschen gebaut haben.“

1993 wurde schließlich über den AAfV eine Arbeitsmaßnahme gestartet, die Struktur in die Landschaft bringen sollte und bereits im November desselben Jahres ist die Ausweisung des Naturparks beim Land beantragt worden – wenngleich es galt, vorher noch einige Voraussetzungen zu erfüllen. Vier Jahre später – am 28. November 1997 – war es dann endlich soweit: Der Naturpark ist im Amtsblatt bekannt gemacht worden. Die entsprechende Feier folgte beim Fläming-Frühlingsfest ein Jahr später.

Der Naturpark "Hoher Fläming" hat 2017 sein 20-jähriges Jubiläum gefeiert und zu einer Festveranstaltung in die Bad Belziger Springbachmühle

Der Naturpark "Hoher Fläming" hat 2017 sein 20-jähriges Jubiläum gefeiert und zu einer Festveranstaltung in die Bad Belziger Springbachmühle geladen.

Quelle: Josephine Mühln

In den darauffolgenden Jahren herrschte dann nicht immer solch ausgelassene Stimmung wie in jenem April. Und so kam Eveline Vogel, die ihren Rückblick alphabetisch aufgebaut hat, irgendwann auch beim Buchstaben Q wie Querelen an. Zuletzt sorgte zum Beispiel das Gewässerentwicklungskonzept (GEK) Plane-Buckau regelmäßig für erhöhten Diskussionsbedarf. Fließgewässer wie die Plane sollen in ihren ursprünglichen Zustand zurückversetzt und damit gesünder und sauberer werden – versprechen die Naturschützer. Die Landwirte befürchten dadurch allerdings eine Vernässung ihrer Nutzflächen.

Aber auch das sogenannte Ringeln von alten Fichten im Naturschutzgebiet bei Verlorenwasser hat die Gemüter in der Vergangenheit erhitzt. Diese Maßnahme geht zurück auf den Pflege- und Entwicklungsplan (PEP) für den Naturpark „Hoher Fläming“ von 2006. Danach sind naturnahe Laubwälder das Ziel – und so genannte gebietsfremde Baumarten wie die Fichte müssen weichen. Stattdessen sollen Erlen, Eschen und Birken wachsen. Steffen Bohl, der seit 2014 an der Spitze des Naturparks steht, war aufgrund der Maßnahme massiver Kritik ausgesetzt.

Steffen Bohl: „Weg langsam und mit Bedacht gehen“

„Am Ende funktioniert es nur mit Z wie Zusammenarbeit“, schloss Eveline Vogel. „Denn wir haben nur diesen einen Naturpark und es muss gleichermaßen Platz für Naturschutz, Landschaft und Landwirtschaft sein.“

Seinen Ausblick in die Zukunft hat Steffen Bohl mit dem Bild einer von hohen Bäumen gesäumten Allee symbolisiert. Der Weg sei eng und das Ziel noch nicht zu sehen. Ihn zu gehen könne aber auch sehr schön sein und mache neugierig. „Wichtig ist aber, den Weg langsam und mit Bedacht zu gehen – über die nachhaltige Entwicklung“, sagte Bohl.

Erstes Wappentier war der Mittelspecht

Acht Prozent der EU-Staaten - inklusive Norwegen und der Schweiz - sind aktuell als Naturpark ausgewiesen.

Der Naturpark „Hoher Fläming“ war seinerzeit einer von sieben im ganzen Land Brandenburg, jetzt ist ihre Zahl auf elf gestiegen.

Auf dem ersten Logo war noch der Mittelspecht als Wappentier zu sehen.

Die erste Naturpark-Gemeinde war Mützdorf.

2003 ist der barrierefreie Naturerlebnispfad in den Belziger Burgwiesen eröffnet worden.

Zwei wichtige Säulen, die zur Arbeit des Naturparks gehören, sind der Naturparkverein „Hoher Fläming“ sowie die in Baitz ansässige Naturwacht.

Zu ihr gehören auch die Juniorranger - aktuell 32 Kinder in vier Gruppen – die kürzlich beim Jugend-Umweltpreis des Landkreises Potsdam-Mittelmark ausgezeichnet wurden.

In vielen Bereichen sei der Naturpark bereits auf einem guten Weg – zum Beispiel was nachhaltige Regionalentwicklung oder nachhaltige Forstwirtschaft angehe. Probleme würden dagegen anhaltende Wassererosionen durch viel Maisanbau sowie der Ackerbau auf Moorböden verursachen. Bohl wies auch auf einen dramatischen Rückgang aller Agrarvogelarten wie dem Kiebitz hin.

„Aber es geht nur mit allen Akteuren und auf freiwilliger Basis. Es gibt noch genug zu tun – auch in den nächsten 20 Jahren“, lautete sein Resümee.

Von Josephine Mühln

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