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Naturpark lud zu Diskussion mit Landwirten

Raben Naturpark lud zu Diskussion mit Landwirten

Das Verhältnis von Naturschützern und Landwirten bietet seit jeher Stoff für Spannungen – vor allem in Regionen wie dem Hohen Fläming, wo beide Parteien quasi Tür an Tür leben. Umso wichtiger ist es da, im Gespräch zu bleiben. Der neueste Versuch im Naturparkzentrum brachte allerdings ein ernüchterndes Fazit von Seiten der Landwirte.

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Typisch märkisch: So wie der Lütter Herbert Grüneberg mit Enkel Ive gehören Landwirte auf den Feldern im Hohen Fläming fest zum Bild der Region.

Quelle: Foto: Christiane Sommer

Raben. Am Ende waren versöhnliche Töne zu hören und sowohl Bauern als auch Naturschützer sich zumindest in einem Punkt einig: „Wir müssen aufeinander zugehen und Kompromisse finden“, betonte die Geschäftsführerin des Kreisbauernverbandes, Silvia Wernitz. Für Naturparkchef Steffen Bohl steht ebenfalls die Kommunikation im Vordergrund. „Wir haben eine gemeinsame Verantwortung“, sagte der Naturschützer am Donnerstag im Gasthof Hemmerling in Raben.

Dorthin hatte die Verwaltung des Naturparks „Hoher Fläming“ Landwirte zu einer Fachtagung eingeladen, die die nachhaltige Landwirtschaft im Fokus hatte. Vor allem mit Blick auf das Gewässerentwicklungskonzept für die Plane hörten Landwirte beim dem Thema „Agrarumweltmaßnahme: Moorschonende Stauhaltung“ besonders gespannt zu. Beispielsweise wurde mit einem Förderprogramm im Jahr 2016 der Wasserhaushalt landwirtschaftlich genutzter Grünlandflächen auf 405 Hektar mit einer Summe von 156 620 Euro gefördert. Für 2017 liegen Anträge für eine Fläche von 1162 Hektar in ganz Brandenburg vor.

Angekündigter Austausch wurde von einigen Landwirten vermisst

Die finanziellen Anreize scheinen jedoch nicht alle Landwirte zu überzeugen – einige bleiben skeptisch. „Bei Förderprogrammen waren viele interessiert, vor allem wenn es hydrologisch funktioniert“, stellte Bohl fest. Ulrich Benedix warnt dagegen vor Artenverdrängung. „Die Wiedervernässung lässt die Biodiversität sinken“, mahnte der Geschäftsführer der „Flämingrind Produktivgenossenschaft“ in Kranepuhl, der auch Mitglied im Landesvorstand des Bauernverbandes ist.

Für Werner Niendorf von der Wühlmühle bei Neschholz war es eine Feigenblattveranstaltung. „Wir haben nichts Neues erfahren“, sagte er unzufrieden. Den Vortrag von Jürgen Frenzel aus Wittbrietzen über die Anlage von Blühstreifen fand er dennoch interessant. „Aber das machen doch schon viele von uns“, stellte er trocken fest.

Dass der bewirtschaftete Boden wertvoll und gleichermaßen verwundbar ist, worüber Jens Petermann aus Dannenberg im Landkreis Märkisch Oderland referierte, ist dem Landwirt, Pferdehofbesitzer und Müller Niendorf ebenfalls nicht fremd, wie er betont. „Und die als neu angekündigte ’moorschonende Stauhaltung’ gibt es doch schon seit zwei Jahren als Förderprogramm“, sagt er – und hätte stattdessen gerne etwas mehr über das Gewässerentwicklungskonzept und die Auswirkungen auf das Planetal zwischen Niemegk und Gömnigk erfahren. „Hier wird unsere Existenz bedroht“, befürchtet der Landwirt. Den angekündigten Austausch bei der Tagung vermisste er.

Steffen Bohl: Gemeinsame Verantwortung aller im Naturpark

Trotzdem fanden einige der etwa 50 Teilnehmer ein positives Fazit der Fachtagung. „Es war eine interessante Veranstaltung. Einiges war mir neu, es war vor allem der gute Wille zu spüren, dass man alle unter einen Hut bringen wollte“, sagte der Schwabecker Ernst Puhlmann, der beim Naturschutzbund (Nabu) im Fläming engagiert ist. Steffen Bohl sieht eine gemeinsame Verantwortung aller im Naturpark tätigen.

Darunter sind immerhin 150 Landwirtschaftsbetriebe die 32 Prozent der Fläche ackerbaulich und zehn Prozent als Grünland nutzen. „Durch umweltverträgliche Nutzungen können sie einen wichtigen Beitrag dazu leisten, das brandenburgische Kultur- und Naturerbe zu erhalten“, appellierte Bohl und bot gleichzeitig Unterstützung an. Zum Beispiel durch Beratung bei Baumaßnahmen in dem Bereich und den daraus folgenden Ausgleichsmaßnahmen.

Von Andreas Koska

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