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Netzwerk koordiniert Brücker Angebote

Hilfe für Asylbewerber Netzwerk koordiniert Brücker Angebote

Ein Netzwerk ehrenamtlicher Helfer koordiniert in Brück jetzt die Hilfe für im Ort angesiedelte Asylbewerber und Kriegsflüchtlinge. Gemeinsam mit Vertretern der Kirchengemeinde sowie der Amtsverwaltung sind bei einem gut besuchten Treffen am Mittwochabend sieben Arbeitsgruppen gegründet worden.

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Viele Hilfsfangebote für Flüchtlinge konnten in der Brücker Kirche koordiniert werden.

Quelle: Andreas Koska

Brück . Die Hilfsbereitschaft ist groß. 16 Bürger sind bereit, den in Brück angesiedelten Flüchtlingen und Asylbewerbern Sprachunterricht zu erteilen. Andere werden über Beschäftigungsmöglichkeiten nachdenken oder den Spendenfluss koordinieren. Wiederum andere wollen Patenschaften für Familien übernehmen. Insgesamt sieben Arbeitsgruppen haben sich am Mittwochabend in der Brücker Lambertuskirche den rund 70 hilfsbereiten Bürgern des Planestädtchens vorgestellt und diese zur Mitarbeit aufgefordert. „Es ist gut, dass jetzt die Hilfe kanalisiert und koordiniert wird, denn bisher gingen die Angebote manchmal auch am Bedarf vorbei“, sagte Rosa Dittfurth.

Kümmern um Spenden und Spender

Die Sozialarbeiterin kümmert sich gemeinsam mit Roswitha Schulz um die im Brücker Gewerbegebiet wohnenden Flüchtlinge. Roswitha Schulz war zuvor in Michendorf für die dort in einer Turnhalle untergebrachten Asylbewerber zuständig und ist mit ihnen nach Brück gekommen. Dort im Gewerbegebiet sind aktuell 209 Flüchtlinge untergebracht und für nächste Woche 47 weitere Bewohner avisiert. „Bisher sind wir häufig gar nicht dazu gekommen, unsere eigentliche Arbeit zu tun, da wir uns um die Spenden und die Spender kümmern mussten“, erzählte Rose Dittfurth. Jetzt hofft die Sozialarbeiterin, dass manch einem Spender rechtzeitig die Enttäuschung erspart bleibt, dass bestimmte, gut gemeinte Gaben gar nicht gebraucht werden. Am Dienstag von 17 bis 18 Uhr werden Spenden direkt am Wohnheim angenommen. „Diesmal unter dem Motto ’Alles was warm und trocken hält’“, erläutert Katja Artz aus Linthe. Sie leitet die Arbeitsgruppe für Spenden.

Kirchengemeinde koordiniert

Die Koordination aller Hilfsangebote für Asylbewerber und Flüchtlinge in Brück erfolgt über die evangelische Kirchengemeinde. Sie ist zu erreichen unter 03 38 44/5 17 30.

Erste Aktivitäten sind geplant. So findet am Freitagabend ein „Tanzkonzert für Flüchtlinge und Menschen aus Brück“ mit der Band „Ton-Tauben“ statt. Es beginnt um 17.30 Uhr am Mehrgenerationshaus „Alte Korbmacherei“.

Der Gewerbeverein Brück tagt am 23. September zum Thema „Beschäftigung“. Ab 19.30 Uhr in der Gaststätte „Stadtmitte“ zu Gast sein wird dazu der Regionalleiter der Arbeitsagentur Bad Belzig, Marko Wilke.

Ein Treffen für Paten findet am 30. September im Pfarrhaus Brück statt. Dort können sich alle Bürger, die Patenschaften übernehmen wollen, informieren.

Jedoch sollten bitte keine Federbetten und Kissen geliefert werden. „Die Sachen müssen in der Waschmaschine waschbar sein“ erklärt Katja Artz. „Auch Gummistiefel wären prima“, so die Koordinatorin. Zudem werden auch Bilderbücher mit wenig Text gesucht. „Das hilft auch den Erwachsenen beim Spracherwerb“, erläutert Roswitha Schulz. Darüber würde sich auch Caro Grübe freuen. Die Berliner Journalistin koordiniert gemeinsam mit Sander Fuchs die Arbeitsgruppe Spracherwerb. In dieser will sich auch Sophia Platz engagieren. Die 21-jährige Psychologiestudentin kommt eigens aus Potsdam nach Brück. „Meine Mama wohnt hier und ich möchte helfen“, erklärte sie zu ihrer Motivation. Egal ob es um die Öffentlichkeitsarbeit oder Mobilität geht, für alle Themen ist weiterhin die Lambertuskirche der Treffpunkt. „Bis auf Weiteres wird alles hier zusammenlaufen“, sagte Helmut Kautz.

Hoffen auf einen Treffpunkt

Der Pfarrer hofft jedoch, dass in der Stadt noch ein Treffpunkt eingerichtet werden kann. Das würde sich auch Stephan Güthoff wünschen. Er ist als Streetworker in Borkheide und Borkwalde tätig. In Brück engagiert er sich ehrenamtlich für die Flüchtlingshilfe. „Der Treffpunkt müsste gut erreichbar sein, über Internetzugang verfügen, eine Küchenzeile und Toilette haben“, sagt Güthoff.

Sichtlich stolz auf die Vielzahl der Hilfsangebote im Ort war Karl-Heinz Borgmann (parteilos). Der Brücker Bürgermeister betont, dass vor allem Information und Transparenz wichtig seien. „Dann kann man den Bürgern vieles erklären und sie beruhigen“, sagte das Stadtoberhaupt mit Verweis auf durchaus besorgte Stimmen im Ort. Auch wenn sich Rose Dittfurth noch eine „Eltern-Kind Gruppe“ und ein Sozialkaufhaus in Brück wünschen würde, zog Christian Großmann bereits eine positive Bilanz des von der Initiative „Runder Tisch Asyl — Brück hilft“ organisierten Koordinierungstreffens. „Es ist gelungen, der Hilfe eine Struktur zu geben“, so das Fazit des Amtsdirektors.

Von Andreas Koska

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