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Netzwerkidee für Borkheide und Borkwalde

Mütter organisieren ein Miteinander Netzwerkidee für Borkheide und Borkwalde

Es beginnt mit der Nachbarschaftshilfe. Junge Mütter aus Borkheide und Borkwalde organisieren flexibel die Betreuung ihrer Kinder. Daraus könnte ein Netzwerk entstehen, dessen Nutzen gerade die Alleinerziehenden schätzen lernen. Hilfe gibt es vom Familienzentrum vor Ort. Dort findet am Wochenende das Auftakttreffen statt.

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Quelle: Johanna Uminski

Borkheide/Borkwalde. Die sechsjährige Yara spielt mit ihrem jüngeren Bruder Thiago auf dem Kinderzimmerboden ein Brettspiel. Marena Streich kümmert sich liebevoll um das Geschwisterpaar. Seit Kurzem passt die 32-jährige Borkwalderin gelegentlich auf die beiden Kinder auf, wenn deren Eltern, die beruflich sehr eingespannt sind, einen Babysitter brauchen. Im Gegenzug übernimmt die 35-jährige Mutter von Yara und Thiago mal die Betreuung der beiden Söhne der alleinerziehenden Marena. Alles unentgeltlich.

Womöglich ist diese Nachbarschaftshilfe, so die Überlegung von Nadine Hoffmann und Marena Streich, zur Bildung eines Netzwerkes für Alleinerziehende und Familien in Borkheide und Borkwalde. Für dieses Wochenende haben sie Interessenten zu einer ersten Gesprächsrunde eingeladen

Die Idee dazu ist genau so einfach wie genial: ohne Geld einander helfen. Jeder kann eine Dienstleistung oder seine Hilfe im Tausch anbieten. Gerade Alleinerziehende machen täglich den Spagat zwischen Familie und Beruf. „Ich bin für viele Arbeitgeber zu unflexibel und kann nicht lange genug für diese arbeiten“, betont die arbeitssuchende Friseurin Marena Streich. Auf der Suche nach Gleichgesinnten war die 32-Jährige schon viel früher und startete schon im vergangenen Jahr einen Aufruf auf der Präsenz Borkheide New im sozialen Netzwerk Facebook. „Da hat sich aber niemand gemeldet.“ Obwohl gerade in den Waldgemeinden durch den Zuzug der vergangenen Jahre der Bedarf naheliegend scheint.

Knapp 500 Alleinerziehende

Im gesamtem Landkreis Potsdam-Mittelmark gab es laut Auskunft der Arbeitsagentur-Geschäftsstelle Bad Belzig im Oktober 2015 463 arbeitslose alleinerziehende Mütter und Väter. Im Vorjahr betrug die Zahl noch 504.

Laut Angaben des Statistischen Bundesamtes aus dem Jahr 2010 ist der Anteil der Alleinerziehenden in Ostdeutschland deutlich höher als in Westdeutschland. In Brandenburg gab 1996 noch 16,1 Prozent Alleinerziehende mit minderjährigen Kindern. Bis 2009 stieg die Zahl auf 25,8 Prozent. Auch das Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie (MASGF) spricht von einer deutlich gestiegenen Zahl von Alleinerziehenden in Brandenburg.

Der Landkreis Potsdam-Mittelmark erkannte, dass die Zielgruppe der Alleinerziehenden besondere Aufmerksamkeit benötigt. Folgerichtig bewarb er sich am EU-Programm „Netzwerk wirksamer Hilfen für Alleinerziehende“.

Den Zuschlag erhielt der Landkreis für den Zeitraum von zwei Jahren und endete im April 2013. Wichtigste Netzwerkpartner waren die Koordinatoren der Eltern-Kind-Zentren bzw. die Familienzentren im Landkreis.

Inhalte, Ergebnisse und weitere Informationen sind auf einer Internetpräsenz festgehalten: www.pmfamily.de.

Individuelle Betreuungen sind beispielsweise in den kommunalen Einrichtungen schwer zu realisieren, wie schon des Öfteren in den Gremien erörtert worden ist. Umso hellhöriger wurde die zweifache Mutter, als sie die Nachricht von Nadine Hoffmann aus Borkheide las. Die zweifache Mutter ist zwar nicht alleinerziehend, benötigt aber dennoch häufiger eine Kinderbetreuung außerhalb von Schule und Kindergarten. „Ich bin in der Woche mit zwei Kindern alleine und beruflich auf eine Betreuung nach 17 Uhr angewiesen“, sagt die 35-jährige Borkheiderin.

Doch so klein soll die Idee der beiden Mütter nicht bleiben. Angesprochen von dem Netzwerk sollen sich alle Borkheider und Borkwalder, insbesondere aber Alleinerziehende und Familien sowie Großeltern und Rentner, so Streich weiter. Die Idee sei, dass man sich gegenseitig unterstütze, nicht nur bei der Kinderbetreuung, sagt Hoffmann. „Hilfe wird auch gebraucht, wenn etwas handwerkliches Geschick gefragt ist.“ Wie das Netzwerk im Konkreten aussehen wird, soll in miteinander festgelegt werden, sagt Nadine Wilke. Die Leiterin des Familienzentrum Borkheide/Borkwalde wird das ersten Treffen unterstützen. „Vielleicht wird es eine Whatsapp-Gruppe geben, in der man spontan anfragen kann“, sagt die zweifache Mutter aus Borkheide. Bestimmte Voraussetzungen für die Aufnahme in das Netzwerk gibt es erst einmal nicht. „Willkommen sind alle, die helfen wollen und Mitgefühl für jegliche Lebenslagen mitbringen“, sagt Streich.

Die Info-Veranstaltung zum Netzwerk für Alleinstehende und Familien findet am morgigen Sonnabend, 15 bis 17 Uhr, in der Kindertagesstätte „Regenbogen“ in Borkwalde statt.

Von Johanna Uminski

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