Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 7 ° Regenschauer

Navigation:
Neubau für staatliche Gesamtschule kommt

Region Teltow Neubau für staatliche Gesamtschule kommt

Mittelmarks Landrat will den nötigen Bau einer weiteren Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe über den Kreishaushalt 2017/18 vorbereiten und erstes Geld für Grundstückserwerb, Abriss und Planungskosten einstellen. Eine Übergangslösung für die kommenden Jahre bis zum Schulneubau bleibt zwingend.

Voriger Artikel
Polizei sucht Gartencenter-Diebe
Nächster Artikel
Magie der Batik

Landrat Wolfgang Blasig (SPD)

Quelle: Friedrich Bungert

Region Teltow. Die öffentliche Diskussion um eine zweite staatliche Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe in der Teltower Region ist mit der vor den Ferien gestarteten Online-Petition von Eltern angefacht worden. „Aber entschieden ist noch gar nichts“, betonte Mittelmarks-Landrat Wolfgang Blasig (SPD) im MAZ-Gespräch. In der nicht öffentlichen Bildungswerkstatt der Kreistagsfraktionen am 6. September ist die Gesamtschule auch Diskussionsthema.

Im Vorgriff auf die Haushaltsdebatte im Herbst im Kreistag legte Blasig gegenüber dieser Zeitung bereits seine Vorstellungen dar. In den Kreis-Etat 2017/18 soll Geld „für Grundstückserwerb, Abriss und Planungskosten“ für eine neue staatliche Gesamtschule mit Sekundarstufe II (Abitur nach 13 Schuljahren) in TKS eingestellt werden. Denn: „Es war immer klar, dass in der Region ab 2021/22 eine Gesamtschule mit Sek II nötig ist. Wir sichern in den nächsten Monaten nötige Grundstücke oder Teileigentum“, so Blasig. Und: „Es wird ganz klar ein Neubau auf kreislichem Eigentum werden“, so Blasig weiter. Der Kreis habe weder einen Altbau, noch eine Baracke oder „die Halbruine in der Teltower Warthestraße ins Auge gefasst“. Solcherlei Lösungen würde er den Eltern und Schülern „nie anbieten wollen – auch nicht zum Übergang“.

Deshalb, so Blasig, sei ihm das Angebot der Hoffbauerstiftung, jetzt eine Gesamtschule auf dem Kleinmachnower Campus eröffnen zu wollen, als „Interimslösung“ für die Jahre bis zum Neubau der staatlichen Schule entgegengekommen. Die Hoffbauerstiftung als Schulträger hatte ihrerseits von der eigenen Elternklientel Bedarf angezeigt bekommen. Eine Gesamtschule mit Sek II fehlt im Schulangebot der Stiftung noch. Im übrigen sei es „nicht so, dass wir nicht vorbereitet wären“, sagt Blasig. Schon 2015 hätte sich angedeutet, dass 2016 weitere Kapazitäten gebraucht würden. Aber, so räumt der Landrat ein, er müsse sich bei der Schulentwicklungsplanung „auf die Zahlen des Landes verlassen“ und diese zeigen eine andere Prognose als sie zum Beispiel die Initiatoren der Online-Petition glauben machen wollten. Für eine neue staatliche Schule sei „eine Dreizügigkeit das Minimum“, so Blasig. Er könne nicht „mit einem Zug in einer Barackenlandschaft starten“. Bislang lägen die prognostizierten Schülerzahlen nur bei anderthalb Zügen und besonders in TKS sei „viel Bewegung“.

Blasig bekräftigte, dass sich der Kreis „nicht aus der Verantwortung stehlen will, aber wir haben jetzt eine Zeit zu überbrücken“. Frühestens 2019/20 könnte die neue Schule realisiert sein. Schon in der Übergangszeit käme es durch Hoffbauer zur Entspannung in der Maxim-Gorki-Schule in Kleinmachnow. Sie ist zur Zeit die einzige ihres Typs in der TKS-Region und musste an die 60 Bewerber für das neue Schuljahr ablehnen. Auch die ebenfalls übervollen staatlichen Gymnasien in den drei Kommunen, die zum Teil Anbauten nötig haben, würden durch die Übergangslösung etwas entlastet werden. „Aber der freie Träger kann keine staatliche Aufgabe lösen“, betont Blasig.

Während in Kleinmachnow und Stahnsdorf die Gemeindechefs und die Mehrheit der Abgeordneten die Eltern-Petition unterstützen, befürchtet Teltows Bürgermeister Thomas Schmidt (SPD), dass durch die neue Gesamtschule Konkurrenz zu den anderen entstehen und auf Dauer nicht für jede genügend Schüler übrig blieben. Auch der Stahnsdorfer FDP-Kreistagsabgeordnete Christian Kümpel mahnt zur Besonnenheit: Bei allem Verständnis der Eltern: „Das von der Verwaltung vorgeschlagene Verfahren löst kurzfristig unsere Kapazitätsprobleme“. Es werde niemand gezwungen, auf eine private, konfessionelle Schule zu gehen und man dürfe erst „so viel Geld“ für einen Schulbau in die Hand nehmen, wenn feststeht, „wie es mit den Bedarfen aussieht“, so Kümpel.

Wunsch nach Gesamtschule

Befragungen unter Eltern der Grundschulen in TKS hatten 2015 ergeben, dass eine zweite Gesamtschule gewollt ist. Besonders wegen des „praxisorientierteren Unterrichts und des Abiturs nach 13 Schuljahren“. Das hat auch der Landrat bestätigt.

Bei der Befragung ging es noch um das angedachte Projekt, dass der Kreis in Teltow eine Gesamtschule errichtet, in der die bisherige Mühlendorf-Oberschule aufgehen sollte. Das lehnten die Teltower zugunsten der „besonderen Schülerklientel“ der OS jedoch ab. Sie solle mit besonderer Fürsorge bedacht werden. Beschlossen wurde von den Stadtverordneten jüngst der Umzug der Mühlendorf-Oberschule in die freiwerdende ehemalige Bürgel-Schule, die entsprechend saniert werden soll. In der alten Mühlendorf-Schule entsteht dann eine Grundschule.

Von Claudia Krause

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Potsdam-Mittelmark

Sollte Rauchen im Auto verboten werden, wenn Kinder dabei sind?

57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg