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Neue Anschlüsse für Vonovia-Mieter

Signalumstellung Neue Anschlüsse für Vonovia-Mieter

In Werder und Schwielowsee steht Vonovia-Mietern zum Ende des Jahres eine Umstellung bei Fernsehen, Telefon und Internet bevor. Das Wohnungsunternehmen hat den Vertrag mit dem bisherigen Anbieter Tele Columbus beendet und lockt beim Nachfolger mit günstigeren Preisen bei den Betriebskosten. Das ist aber nicht alles.

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Vonovia vermietet unter anderem Wohnungen in den sanierten Fliegerkasernen in Werder – dort wird künftig die Telekom versorgen.

Quelle: dpa

Werder/Schwielowsee. Vonovia-Mieter aus Werder und Schwielowsee müssen sich zum Ende des Jahres auf eine Umstellung bei Fernsehen, Internet und Telefon einstellen. Denn der Versorgungsvertrag mit Tele Columbus endet am 8. Dezember. Für die Mieter bedeutet dies, dass bestehende Multimediadosen diverser Anbieter danach nicht mehr genutzt werden können. Ersatz bietet eine Sat-Anlage der Telekom, die alle Haushalte versorgt, teilte Vonovia auf Anfrage des Stadtfernsehens Brandenburg SKB TV mit. Die Antworten des Wohnungsunternehmens liegen der MAZ vor.

Betroffen sind in Werder 171 Wohnungen und 92 in Schwielowsee. Auch Objekte in Potsdam und Stahnsdorf werden umgestellt, allerdings weiter über den Kabelanschluss mit Fernsehen versorgt. Die Mieter fragen sich nun vor allem, welche Kosten auf sie zukommen. Einer Unternehmenssprecherin zufolge sinkt der monatliche Beitrag fürs Fernsehen, den die Mieter über die Betriebskosten zahlen, von zwölf Euro auf 9,99 Euro. Nicht eindeutig festgesetzt sind die Kosten für Internet und Telefon. „Da der neue Vertragspartner hier die Telekom ist, kann Tele Columbus nicht weiterversorgen. Nach Erhalt der Kündigung müssen die Mieter prüfen, welches Angebot bezüglich der Telefon- und Internetversorgung sie wählen wollen“, erklärte die Sprecherin. Die Telekom informiert die betroffenen Mieter in den nächsten Wochen per Brief über die buchbaren Produkte. Einen Mieterrabatt gebe es nicht.

Neuer Name, neue Strukturen bei Tele Columbus

„In der Regel werden neue Anschlüsse in den Wohnungen installiert“, so die Sprecherin weiter. Die Arbeiten sollen höchstens eine Stunde dauern. Kosten für die Wartung und Instandhaltung der Sat-Anlage übernimmt die Deutsche Multimedia Service GmbH. Eine eigene Sat-Anlage zu installieren, sei nicht erlaubt. Die Mieter erhalten einen kostenlosen Receiver. Der Medienkonzern „Sky“ sei ebenfalls involviert und werde seinen Kunden zeitnah eine neue Smartcard für die Nutzung der Sender zur Verfügung stellen. Wer Internet über die Telefondose nutzen will, könne sich einen Anbieter aussuchen, so die Sprecherin.

Vonovia vermietet unter anderem Wohnungen in den einstigen Kasernen der Flugschule in den Havelauen. Warum das Wohnungsunternehmen von Tele Columbus auf Telekom umstellt, wollte es nicht sagen. Tele Columbus hatte jüngst wegen Änderungen der Unternehmensstruktur Schlagzeilen gemacht. Mittlerweile vertreibt die Firma ihre Angebote unter dem Namen „Pÿur“, wie am Donnerstag mehrere Zeitungen und Magazine titelten.

Erweitertes Senderportfolio angekündigt

Im vorigen Jahr hatte eine automatische Tarifumstellung für Kunden von Tele Columbus und PrimaCom die Verbraucherzentrale Brandenburg auf den Plan gerufen. Unter dem Betreff „Einführung neues Produktportfolio“ wurde vielen Kunden in der Region eine Tarifumstellung angekündigt, die mit einer höheren Bandbreite, aber auch höheren Kosten verbunden war. Diese Umstellung erklärte die Verbraucherzentrale als unzulässig, da die Anbieter ihre Pflicht umgangen hätten, die Zustimmung ihrer Kunden einzuholen.

Von einem „erweiterten Senderportfolio“ ist auch im Zusammenhang der angekündigten Umstellung die Rede. Weil Internet, Fernsehen in HD und Internet mit Geschwindigkeiten bis zu 100 Mbit pro Sekunde derzeit aber bereits pro­blemlos aus einer Dose kommen, ist der Mehrwert der Umstellung für viele Betroffene unverständlich. „Die monatlichen Kosten werden signifikant reduziert“, verteidigt die Unternehmenssprecherin den Schritt. Die Ersparnis für das Fernsehen liegt bei 2,01 Euro. Eventuelle Wechselgebühren und Kosten für die neuen Internet- und Telefonverträge kommen auf die Mieter zu.

Vermieter sucht sich den Anbieter aus

Der Vermieter ist verpflichtet , die Wohnungen mit einem Fernseh- und Telefonanschluss auszustatten und kann sich den Anbieter dafür aussuchen.

Der Mieterschutzverein Potsdam-Mittelmark schätzt die Chancen, dass Mieter etwas gegen die Signalumstellung tun können, für schlecht ein.

Sie könnten höchstens Widerspruch gegen die Umlage auf die Betriebskosten einlegen. Denn erst die Betriebskostenabrechnung würde zeigen, ob er neue Anbieter wirklich günstiger ist als der alte.

Vonovia ist das größte Wohnungsunternehmen und der größte privat Vermieter Deutschlands.

2012 wurde erstmals bekannt , dass die „Deutsche Annington“, wie sie damals hieß, den Versorgungsvertrag mit Unitymedia gekündigt hat und die Anschlüsse in ihren Wohnungen auf die Deutsche Multimedia Service GmbH (eine eigene Tochtergesellschaft), die mit der Deutschen Telekom zusammenarbeitet, umgestellt werden.

Von Luise Fröhlich

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