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Potsdam-Mittelmark Neue Ausstellung anlässlich der Frauenwoche
Lokales Potsdam-Mittelmark Neue Ausstellung anlässlich der Frauenwoche
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16:35 09.03.2018
Starke Frauen: Helga Kästner, die Ausstellungsmacher Zoi Kathrin Güssow, Martina Panke, Karin Sötje, und Susann Hellemann, sowie Heike Taube (v.l.n.r.). Quelle: Josephine Mühln
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Bad Belzig

Regine Doerwald, Ingrid Freninez, Helga Kästner, Steffi Kietzmann-Urbach, Gisela Kulik, Marina Lange, Heike Taube und Heidi Zeidler kennen sich nicht. Und doch eint die acht Frauen vor allem eine Sache: Sie sind aktive Gewerkschafterinnen, waren oder sind Betriebsrätinnen – und haben als Zeitzeuginnen für die Ausstellung „Frauenarbeit – Frauenalltag – Frauenrechte“ über ihre Erfahrungen aus 60 Jahren Leben und Arbeiten in Brandenburg gesprochen.

Letztere ist ab sofort in der ersten Etage der Bad Belziger Kreisverwaltung im Papendorfer Weg zu sehen. Die Ausstellung soll all diejenigen würdigen, die unter wechselnden politischen, ökonomischen und sozialen Bedingungen bis heute ihre Frau gestanden haben. Die für den Erhalt von Arbeitsplätzen, bessere Arbeitsbedingungen und familienfreundliche Arbeitszeiten streiten.

Idee entstand vor vier Jahren

Die Schilderungen der acht Zeitzeuginnen zu den Themen Familie, Gleichberechtigung, Arbeit, 8. März, Gewerkschaft, Haushaltstag und Kollektiv haben die Ausstellungsmacher um historisches Material und Bilder aus dem Alltag ergänzt.

„Die Idee für die Ausstellung ist vor vier Jahren entstanden“, berichtet Martina Panke von der DGB-Jugendbildungsstätte Flecken Zechlin, die gemeinsam mit Zoi Kathrin Güssow und Karin Sötje die Ausstellung konzipiert hat. Seinerzeit sei eine ähnliche Ausstellung aus Baden-Württemberg in der Kreisverwaltung zu sehen gewesen. „Wir wollten aber noch mal eine für Brandenburg“, sagt Panke.

Weitere Veranstaltungen zur Frauenwoche

Die Ausstellung „Frauenarbeit – Frauenrechte – Frauenalltag“ in der Bad Belziger Kreisverwaltung ist noch bis zum 23. März jeweils zu den Öffnungszeiten der Verwaltung, Papendorfer Weg 1, zu sehen: Montag bis Freitag von 9 bis 18 Uhr.

Weitere Veranstaltungen anlässlich der Brandenburger Frauenwoche finden in folgenden Orten statt:

Der Neuendorfer Ortsbeirat lädt zu einer Frauentagsfeier am Sonntag, 11. März, in den Gasthof „Unter den Linden“, Neuendorfer Straße 40, ein. Die Feier beginnt um 14.30 Uhr.

Ein Frauentalk zum Thema „Was geht mich der Klimawandel/Klimaschutz an?“ findet am Montag, 12. März, im Fliegerheim in Borkheide statt, Friedrich-Engels-Straße 9. Los geht’s um 19 Uhr. Zu Gast wird auch die energiepolitische Sprecherin der Grünen im Landtag, Heide Schinowsky, sein.

Im Kulturhaus Alt Bork, Alt Bork 15, geht es bei einer Diskussion am Mittwoch, 14. März, um das Thema „Vorsorge für den Pflegefall“. Die Veranstaltung des Kreislandfrauenverbandes Potsdam-Mittelmark geht von 17 bis 19 Uhr.

Es sei nicht leicht, vor allem die jüngere Generation für die Gewerkschaftsarbeit zu gewinnen. Umso wichtiger sei es, über Arbeit zu reden. Was bewegt uns? Was kränkt uns? Teil des Auftrags sei gewesen, keine reine Geschichtsausstellung zu erschaffen, sondern die Frauen zu würdigen, die die Kämpfe tatsächlich austragen. „Ich freue ich deshalb sehr, dass wir acht Frauen gefunden haben, die den Mut hatten, über ihr Leben zu erzählen“, sagt Panke weiter.

Eine davon ist Heike Taube. Sie wurde 1963 in Lütte geboren und arbeitet als Fahrdienstleiterin auf dem Rangierbahnhof in Seddin. Außerdem ist sie Mitglied der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) – weshalb sie zwar mit der Idee der Ausstellung vertraut gewesen sei, sich aber zunächst nicht mit dem Gedanken befasst habe, ein Teil davon zu werden.

Sozialdezernent Thomas Schulz sagt zur Eröffnung der Ausstellung ein paar Worte. Quelle: Josephine Mühln

„Martina Panke ist dann auf mich zugekommen und ich habe zugestimmt, weil diese Sache Öffentlichkeit braucht“, sagt Taube. „Nicht nur, um nicht vergessen zu werden, sondern vor allem, um den jungen Kollegen die Themen näher zu bringen. Denn von der Schulseite her wird da wenig Aufklärungsarbeit geleistet.“ Sie würde auch den jungen Frauen von heute raten, sich gewerkschaftlich zu organisieren.

Frauentag wurde 2018 zum 107. Mal begangen

Dass das Gewerkschaftsimage bei der jüngeren Generation einen angestaubten Eindruck machen könnte, glaubt Heike Taube nicht. „Und dazu sollte es auch nie kommen“, sagt sie. „Ich meine, wir bräuchten es nicht, wenn gesetzlich alles optimal für die Arbeitnehmer laufen würde – aber davon sind wir noch weit entfernt.“

Finanziell gefördert wird die Ausstellung vom Bundesvorstand des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) sowie dem „Fonds Neue Länder“ der IG Metall. Der Internationale Frauentag ist in diesem Jahr bereits zum 107. Mal begangen worden.

Von Josephine Mühln

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