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Neue Ausstellung in der Galerie Einkaufsquelle

Kunst in Görzke Neue Ausstellung in der Galerie Einkaufsquelle

Wie vielfältig und unterschiedlich die „Sehnsucht in der Fremde“ von Künstlern in ihren Bildern und Skulpturen dargestellt wird, kann in der neu eröffneten Ausstellung der Galerie Einkaufsquelle in Görzke betrachtet werden. Schon bei der Vernissage war der Ansturm an Gästen enorm. Auch alle ausstellenden Künstler waren vor Ort und berichteten über ihre Sehnsucht.

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Diese Künstler haben die Ausstellung „Sehnsucht in der Fremde“ mitgestaltet.

Quelle: Silvia Zimmermann

Görzke. Wie vielfältig und unterschiedlich die „Sehnsucht in der Fremde“ von Künstlern in ihren Bildern und Skulpturen dargestellt wird, kann in der neu eröffneten Ausstellung der Galerie Einkaufsquelle in Görzke betrachtet werden. Schon bei der Vernissage war der Ansturm an interessierten Gästen enorm. Auch alle ausstellenden Künstler waren vor Ort und berichteten über ihre Sehnsucht.

Die Bilder zeigen, welche Gefühle, Erfahrungen oder welche Zwänge die Betroffenen in der Ferne erlebten. Ein großes Thema war auch der Begriff Heimat. Die junge Künstlerin Soraya Adambakan zeigt in ihrem Bild „Abwesend“ eine Frau ohne Kopf. „Wenn man in der Fremde ist, ist man mit seinen Gedanken nie dort, sondern immer in der alten Heimat“, sagt Soraya über ihr Werk. Sie spricht aus eigenen Erfahrungen. Die aus dem Iran stammende Künstlerin begann ihre Tätigkeit in Teheran. Erst nach langer Pause, und nachdem ihre Promotion im Fach Islamwissenschaften abgeschlossen war, hat sie sie schließlich wieder aufgenommen. Sie begann eine Ausbildung an der Schule für bildende Kunst und Gestaltung in Berlin.

Künstler aus verschiedenen Ländern beteiligt

Heimat ist auch Sprache und Mundart. Auf einer großen alten Landkarte schrieb der Österreicher Wolfgang Sterrer viele gebräuchliche Mundarten aus Österreich auf. In seinem Bild „Verschwundene Erinnerungen“ zeigt der Künstler: Je länger man fort von der Heimat ist, umso mehr schwinden die Erinnerungen an sie.

Der syrische Künstler Imad Alfil ist als Flüchtling nach Deutschland gekommen und lebte einige Zeit in Bad Belzig. Vor seiner Flucht studierte er Kunst in Aleppo und Damaskus. Er verarbeitet mit seiner Kunst seine Vergangenheit und sein derzeitiges Leben in der Fremde.

Skulptur „Erschöpft“ von Helga Drobick-Kroeber

Skulptur „Erschöpft“ von Helga Drobick-Kroeber

Quelle: Silvia Zimmermann

Die in Bad Belzig arbeitende und lebende Künstlerin Beate Simon verarbeitet in ihren Bildern aktuelle Themen – wie zum Beispiel das Leben von und mit Flüchtlingen. Im Oktober 2015 gestaltete sie gemeinsam mit Imad Alfil bereits die Ausstellung „Flucht“, die in Bad Belzig, Kloster Lehnin und Potsdam gezeigt wurde.

„Ich habe gezielt nach Künstlern und anderen Personen gesucht, die sich mit dem Thema ’Sehnsucht in der Fremde’ auseinandergesetzt haben“, sagt Galerie-Inhaber Behzad Fazeli. „Am Ende konnte ich verschiedene Künstlerinnen aus dem Iran und aus Deutschland dafür gewinnen.“ Zu den Ausstellern gehören neben Imad Alfil, Beate Simon und Wolfgang Sterrer auch Anne-Francoise Cart, Ute Deutz, Johanna Fassbender, Maryam Kordani, Daniela Kwee und Shabnam Sarmadi.

Idee zur Ausstellung bereits 2015 geboren

Eine der ausgestellten Skulpturen trägt den Titel „Erschöpft“. Die Künstlerin Helga Drobick-Kroeber beschreibt ihr Werk so: „In der Fremde zu leben kann aus vielen Gründen sehr erschöpfend sein. Nicht nur die Sehnsucht nach der Heimat, sondern auch das Zurechtfinden und Existieren in einer ungewohnten Umgebung, die Fragen danach warum und wie man Neuland betritt können eine schwierige Herausforderung ein.“

Shabnam Sarmadi beispielsweise ist eine iranische Künstlerin, die heute in Berlin lebt. Geboren und aufgewachsen ist die junge Frau in Teheran, der Hauptstadt des Irans. Sie widmet sich der Porträtmalerei. In ihrem Selbstporträt zeigt sie wie schwer es für sie war, ihre Hüllen fallen zu lassen. Tief ist sie mit ihrer iranisch-islamischen Kultur und Bildung verwurzelt. „In Deutschland könnte ich meine nackte Haut zeigen, aber ich bin gefangen durch meine eigene Kultur“, sagte die Malerin.

Ausstellung endet am 30. April

Die Galerie-Inhaber Behzad Fazeli und Anja Fischer haben das Gebäude im August 2015 erworben und gestalten seitdem regelmäßig Ausstellungen.

Vor allem junge und noch unbekannte Künstler möchte das Paar unterstützen.

Die Schau “Sehnsucht in der Fremde“ kann noch einmal am 29. und 30. April besucht werden. Öffnungszeiten am Samstag 14 bis 18 Uhr und am Sonntag 10 bis 18 Uhr, sowie nach Vereinbarung.

Weitere Informationen unter www.einkaufsquelle-galerie.de

Die Idee zum Thema „Sehnsucht in der Fremde“ eine Ausstellung zusammenzutragen, wurde bereits im Herbst 2015 geboren. „Ich selbst habe lange in der Fremde gelebt und weiß wie es ist, Sehnsucht nach Zuhause zu haben“, erzählt Behzad Fazeli. Der gebürtige Iraner lebt seit 1983 in Deutschland.

Von Silvia Zimmermann

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