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Potsdam-Mittelmark Neue Fördersaison für private Gastgeber
Lokales Potsdam-Mittelmark Neue Fördersaison für private Gastgeber
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20:08 02.03.2017
Dirk Lahn (r.) mit Vize-Landrat Christian Stein vor seinem Doppelhaus in Gräben, in dem er Steffis Zimmervermietung mit seiner Frau betreibt, gefördert vom Landkreis. Quelle: Marion von Imhoff
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Gräben

Steffi und Dirk Lahn aus Gräben haben sich in die Touristikbranche gewagt. Vor zwei Jahren begannen sie in dem Dorf am Rande des Hohen Flämings mit Steffis Zimmervermietung. Seitdem hatten sie bereits rund 100 Gäste. Den Einstieg dazu ermöglichte ihnen ein Förderprogramm des Landkreises für sogenannte kleinteilige touristische Maßnahmen. Dieses Förderprogramm geht nun in die nächste Runde. Vize-Landrat Christian Stein und Eveline Vogel, Leiterin des Amtes für Wirtschaftsförderung, Tourismus und Regionalentwicklung des Landkreises Potsdam-Mittelmark, setzten dazu am Donnerstag in Gräben den Startschuss.

Sollte am 30. März der Kreistag dem zustimmen, davon ist freilich auszugehen, werden in diesem Jahr 50 000 Euro ausgereicht für die Qualitätssteigerung von Ferienwohnungen, Ferienzimmern und Pensionen. Ab Freitag können Zimmervermieter und Pensionsbesitzer Anträge auf Förderung dazu stellen.

Aus Bettenprämie wird Qualitätsprämie

Ab sofort können Gastgeber mit bis zu 20 Betten Förderung beantragen für touristische Investitionen. Zuschüsse: Bis zu 5000 Euro. Sie müssen gegenfinanziert werden. Eine Klassifizierung nach den Kriterien des Deutschen Tourismusverbandes ist zum Schluss nachzuweisen.

Seit 2009 wurden 177 Projekte gefördert. Mit knapp 1,2 Millionen Euro Fördergeld kamen 2 Millionen Euro Investitionssumme zusammen. Bis 2014 wurden über die Bettenprämie 282 Betten geschaffen. Neuschaffung von Unterkünften ist derzeit nicht förderfähig. Seit 2016 wurden Unterkünfte mit 452 Betten durch die Förderung verschönert. Wenig angenommen wird die Förderung im Raum Wusterwitz und Ziesar. Gut hingegen in Werder, Bad Belzig, Brück, Wiesenburg und Schwielowsee.

Info: 0338 49/ 90 19 48.

1500 Euro erhielten die Lahns zu der Sanierung ihrer Zimmervermietung aus diesem Fördertopf. Sie mussten die Unterkunft dafür auch zertifizieren lassen und erhielten drei Sterne vom Tourismusverband Fläming. Dafür kauften sie Möbel und ließen das Appartement streichen. Für insgesamt 5000 Euro richteten sie das Zimmer, zu dem Bad, Schlafbereich und Teeküche gehören, her. „Die Fördersumme war eine große Hilfe dabei“, berichtet Dirk Lahn. Der Versicherungsmakler betreibt im gleichen Haus auch ein Büro, im Doppelhaus nebenan wohnt das Ehepaar. Steffi Lahn arbeitet in Teilzeit als Angestellte der Gemeinde. Gäste empfängt sie oder ihr Mann, wer gerade Zeit hat, berichtet Dirk Lahn. Entspannte Freundlichkeit strahlt er aus. Im Flur liegen Flyer aus mit Sehenswürdigkeiten und Wanderwegen der Region. Gegenüber liegt der Friedhof. Das im sonnigen Apricot gestrichene Haus liegt am Ende in einer kleinen Sackgasse und damit absolut ruhig. „Gäste haben schon berichtet, dass sie noch nie so lange geschlafen haben wie bei uns“, sagt der Zimmerwirt.

Über das Förderprogramm kann eine Pension, die nicht mit der Ruhe eines Friedhofes in der Nachbarschaft gesegnet ist, sondern etwa an einer Durchfahrtsstraße liegt, auch Zuschüsse für Schallschutzfenster beantragen. Auch der Abbau hoher Türschwellen, der Einbau einer ebenerdigen Dusche, all ist förderfähig. Das berichtet Uta Hohlfeld von der Lokalen Aktionsgruppe Fläming-Havel mit Sitz in Wiesenburg. Uta Hohlfeld berät interessierte Antragsteller. Anders als zu Beginn des Förderprogramms 2009 steht nicht mehr die Schaffung von weiteren Gästebetten im Landkreis im Vordergrund. Darauf weist Vize-Landrat Stein hin. „Es geht seit 2015 um die Qualitätssteigerung der Gästeunterkünfte.“ Über Jahre hieß der Fördertopf im Volksmund Bettenprämie. Doch mittlerweile passt dieser Begriff nicht mehr.

„Für uns als Landkreis ist es wichtig, nicht nur mit dem Naturraum zu punkten, sondern auch mit der touristischen Infrastruktur und dazu gehören nicht nur Radwege, sondern auch Unterkünfte und da brauchen wir Qualität“, so Stein. Die Förderung will dabei Impulse geben. Zudem bietet das Landratsamt auch zwei Mal jährlich kostenlose Weiterbildungskurse für Gastgeber an und wirbt mit Flyern „Sind Sie schon Qualitätsgastgeber?“ Die mittlerweile zehnte Fortbildung dreht sich dann auch um Qualitätsmanagement. Stein wirbt dafür, dass die Zimmervermieter den Gästen mit Informationen und Rat zur Seite stehen. Herauszustechen im positiven Sinne sei wichtig, dann funktioniere Mund-zu-Mund-Propaganda. Dabei helfe auch die Vernetzung der Gastgeber untereinander.

Pensionswirt Lahn bestätigt das. Ist sein Domizil ausgebucht, verweist er an die Pension Birkenhof und die Wassermühle in Gräben.

Von Marion von Imhoff

Vor sechs Jahren hat sich Frank Kleber als Quereinsteiger im Uhrengeschäft selbstständig gemacht. Mit viel Ehrgeiz und Mut hat er sich einen Namen erarbeitet und mittlerweile fünf Kleinstserien in der heimischen Manufaktur in Bliesendorf produziert. Seine Uhren sind für Liebhaber und für Sammler, die auf ganz besondere Einzelstücke aus sind.

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