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Neue Heil- und Wohnstätte für Bad Belzig

Statt einer erhofften Klinik Neue Heil- und Wohnstätte für Bad Belzig

Ein Ort, der Prävention, Gesundung und soziales Leben verbindet, soll in Bad Belzig entstehen. Drei Investoren haben das Areal hinter dem Lärchenweg dafür ins Auge gefasst. Die Stadtväter müssten dafür allerdings die in den 90er-Jahren erfolgte Reservierung der Fläche für eine weitere Kurklinik aufgeben.

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Silke Grimm auf dem Gelände am Lärchenweg in Bad Belzig

Quelle: Foto: René Gaffron

Bad Belzig. Ein Ort, der Prävention, Gesundung und soziales Leben verbindet, soll im Nordwesten der Kur- und Kreisstadt entstehen. Drei Investoren haben eine etwa 80 000 Quadratmeter große Fläche zwischen Kurparksiedlung/Lärchenweg sowie dem Zentrum für experimentelle Gesellschaftsgestaltung (Zegg) dafür ins Auge gefasst. Sie wollen dort ein Gesundheitszentrum, ein Mehrgenerationenhaus mit integrierter Alterstagesstätte sowie ein Bio-Gästehaus errichten.

Das Trio hat seine Idee, die den eigenen Angaben zufolge seit fünf Jahren reifte, jetzt im städtischen Bau- und Planungs-, Wirtschafts- und Finanzausschuss vorgetragen. Denn nicht zuletzt handelt es sich laut dem Flächennutzungsplan um ein Sondergebiet. Es ist seit Beginn der 90er-Jahre als potenzieller Standort für eine weitere Kurklinik reserviert gewesen. Eine Ansiedlung in dem Sinne scheint heutzutage unwahrscheinlich, wie allseits bestätigt wird. Ob das neue Vorhaben so oder nötigenfalls mit einer Planänderung und womöglich einer Beteiligung der Kommune verwirklicht werden kann, soll ab sofort mit den Bürgern und den Genehmigungsbehörden der Kreisverwaltung Potsdam-Mittelmark erörtert werden.

„Viele Menschen suchen Orte, an denen sie selbstbestimmt leben können. Dies gilt speziell für Situationen wie Geburten, Heilungskrisen, Lebensumbrüche, Altern und Sterben“, sagt Silke Grimm. Die Zegg-Geschäftsführerin ist eine der drei Aktivisten. Sie betont freilich, dass es sich um ein Projekt unabhängig von der bestehenden Gemeinschaft handelt.

„Dass es die Nachfrage nach den ins Auge gefassten Offerten gibt und Bad Belzig mit ökotouristischen Angeboten und dem Soleheilbad ein ideales Umfeld bietet, weiß jeder Einheimische“, so die Unternehmerin. Ihr maßgebliches Vorhaben in dem Paket: das Mehrgenerationenhaus für etwa 40 Menschen, dazu eine Altentagesstätte mit zwölf Plätzen.

Esther Heese steht als Mitstreiterin für das Gesundheitszentrum mit dem Schwerpunkt naturheilkundlicher Therapie; einem Haus rund um die Geburt – das aber wohl nicht den jüngst geschlossenen Kreißsaal in Bad Belzig ersetzen kann –, einem Hospiz und einem Rückzugsort für Leute in Lebenskrisen. Zum anderen hat Heinrich Kronbichler ein Bio-Gästehaus mit 30 Zimmern, fünf Appartments sowie Restaurant und Café vorgesehen. Alles zusammen soll in einer parkähnlich gestalteten Anlage, deren Architektur sich behutsam in die Landschaft einpasst, entstehen.

Mehrere Millionen Euro werden dafür nötig sein. Sie sollen sowohl aus öffentlichen Quellen als auch aus privatem Vermögen kommen. Zumindest einige Teilprojekte müssen sich letztlich selber tragen, hieß es dazu diese Woche auf Nachfrage der Stadtväter. Die Parlamentarier erwarten allerdings noch konkretere Aussagen, wie Enrico Baatz und Wolfgang Terp von der CDU-Fraktion deutlich gemacht haben.

Denn neben der formellen Begleitung durch die Bauleitplanung wird sogar die Einbindung der Stadt Bad Belzig erwogen. Sie ist nämlich einer von insgesamt vier Eigentümern der zu erwerbenden Flächen, die laut den Aussagen von Silke Grimm in eine Stiftung eingehen sollten, auf deren Grund und Boden die Investition erfolgt. „Dann hätten wir langfristig Mitspracherecht“, schlussfolgerte Ingo Kampf (SPD).

Er wie Jens Gruszka (Linke) und Hendrik Hänig (SPD) lobten die Initiative. „Neben der Förderung von Bad Belzig als Wohnort gibt es hier die Möglichkeit, die Gesundheitswirtschaft zu entwickeln“, zeigte sich der Ausschusschef aufgeschlossen.

Wie es heißt, steht Christian Kirchner dem Entwurf ähnlich positiv gegenüber. Mit dem Chef der Kurgesellschaft, der aktuell im Urlaub weilt, sei das ergänzende Spektrum an Heil- und Herbergsangeboten jedenfalls schon einmal besprochen, sagt Silke Grimm.

Von René Gaffron

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