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Neue Kita-Gebühren in Treuenbrietzen

Untere Einkommensgruppe entlastet Neue Kita-Gebühren in Treuenbrietzen

Die Stadt Treuenbrietzen hat ihre Gebühren zur Kinderbetreuung neu kalkuliert. Im Schnitt zahlen Eltern ab Januar moderat erhöhte Beiträge für Kindergärten und Integrative Tagesbetreuung an der Grundschule. Die unterste Einkommensgruppe wird deutlich entlastet. Die neuen Sätze gelten erstmals einheitlich für vier Kindergärten auch in den Ortsteilen.

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Im Treuenbrietzener Ortsteil Marzahna gibt es freie Plätze zur Kinderbetreuung im „Haus der kleinen Strolche“. Ab Januar müssen Eltern auch dort neue Gebühren zahlen.

Quelle: Thomas Wachs

Treuenbrietzen . Für die Betreuung von Kindern in kommunalen Tagesstätten sowie in der Integrativen Kindertagesbetreuung der Grundschule (IKTB) gelten ab Januar neue Gebühren. Sie sind im Schnitt geringfügig erhöht, aber auch deutlich gesenkt worden. Während Eltern höherer Einkommensgruppen etwas mehr zahlen müssen, werden Familien in der untersten Einkommensgruppe deutlich entlastet. Bei Nettoeinnahmen bis zu 1500 Euro beispielsweise werden statt bislang 50 Euro künftig nur noch 15 Euro pro Monat und Kind fällig. „Doch sind wir in den Einkommensgruppen breit aufgestellt“, sagt Bürgeramtsleiter Ralf Gronemeier. Viele Zahlen im Schnitt einen Euro pro Monat mehr. In der Spitze liegen die Monatsgebühren um 300 Euro pro Kind.

Landkreis erstattet den Großteil

Sie staffeln sich nach Einkommen, Kinderzahl und Betreuungszeit. Dennoch ist das neue Regelwerk nicht kostendeckend. Denn beispielsweise kostet ein Krippenplatz in der Kalkulation 724 Euro, erklärt Gronemeier. Insgesamt bleiben somit auch die neuen Gebührensätze ein Zuschussgeschäft für die Kommune. Sie hält ihren jährlichen Beitrag aus dem Haushalt – trotz der Verschiebungen in den einzelnen Einkommensgruppen – mit 679.000 Euro konstant, erklärt der Ressortchef. 84 Prozent der Personalkosten für die Kinderbetreuung erhalten Kommunen vom Landkreis erstattet.

Sechs Einrichtungen in der Stadt

Die Stadt Treuenbrietzen verfügt zur Kinderbetreuung über fünf kommunale Einrichtungen sowie eine Tagesstätte in freier Trägerschaft.

Weitgehend ausgebucht sind die Häuser in der Kernstadt, in Marzahna und Pechüle gibt es noch freie Plätze.

In der Kita „Anne Frank“ in Treuenbrietzen sind von 67 Plätzen derzeit 66 belegt.

Die Kita „Spielkiste“ in Treuenbrietzen hat eine Kapazität von 64 Plätzen und davon 62 belegt.

In Pechüle betreut die Kita „Kinderland“ bei einer Kapazität von 45 Plätzen derzeit 33 Jungen und Mädchen.

In Marzahna werden im „Haus der kleinen Strolche“ aktuell 27 Kinder betreut. Platz ist für 35 Jungen und Mädchen.

Die IKTB an der Grundschule nutzen 240 der aktuell rund 300 Schüler des Hauses.

In freier Trägerschaft werden in der Kita „Arche Noah“ 65 Kinder betreut. Eine Kapazitätserhöhung auf 69 Plätze wird aktuell angestrebt.

Die neuen Elternbeiträge gelten ab 2016 nunmehr für alle Einrichtungen in der Stadt und den Ortsteilen einheitlich. Die jetzt von den Stadtverordneten gebilligten neuen Satzungen sind das Ergebnis einer Arbeitsgruppe. Sie hat fast ein Jahr lang an dem Thema gearbeitet. Unter Leitung von Regina Thinius, Chefin des Fachdienstes Finanzhilfen für Familien beim Jugendamt des Landkreises Potsdam-Mittelmark, war der Diskussionsprozess von Stadtverordneten, Sozialamtsmitarbeitern sowie Leiterinnen von Kindereinrichtungen und Elternvertretern begleitet worden. Damit war die Stadtverwaltung neue Wege gegangen, indem der Satzungsentwurf nicht allein im Rathaus erarbeitet wurde.

Alte Regelungen waren zehn und 15 Jahre alt

Handlungsbedarf sah die Expertin der Kreisverwaltung unter anderem bei der gesetzlich neu geregelten Bewertung des Existenzminimums, das sich auf die Gebühren auswirkt. Auch galt es, die vom Jugendhilfeausschuss des Kreises überarbeiteten Kriterien in das neue Satzungswerk einzuarbeiten. An der Arbeit beteiligt hat sich auch die kirchliche Hoffbauer-Stiftung aus Potsdam, die in Treuenbrietzen die Tagesstätte „Arche Noah“ betreibt. Sie möchte sich mit ihren Gebühren an den kommunalen Sätzen orientieren.

Die neuen Satzungen lösen Regelungen in der Stadt und den Ortsteilen Marzahna und Bardenitz ab, die seit zehn beziehungsweise 15 Jahren nicht verändert worden waren. Ziel der Änderungen war eine sozial verträgliche Anpassung. Erreicht wurde zudem eine neue Flexibilität bei den Betreuungszeiten. So gelten nicht mehr feste Tagessätze, sondern vereinbarte Wochenstunden. „Wer also am Dienstag mal länger eine Betreuung benötigt, freitags dafür aber weniger, kann das nun einfacher verrechnen“, erklärt Ralf Gronemeier. Nach seiner Kenntnis gehört Treuenbrietzen zu den ersten fünf Kommunen im Landkreis, die ihre Gebührensatzungen an die veränderten sozialen Rahmenbedingungen und Gesetzesänderungen angepasst haben.

Von Thomas Wachs

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