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Neue Klinker für die alte Mauer

Kirchgemeinde rückt Friedhofs-Verfall zu Leibe Neue Klinker für die alte Mauer

Die alte Feldsteinmauer des Gertraudten-Friedhofes erstrahlt in neuem Glanz. Stück für Stück weicht das marode Feldsteinmauerwerk roten Klinkern im Klosterformat. In diesen Tagen sind die Arbeiten am 32 Meter langen, ersten Bauabschnitt abgeschlossen.

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Arbeiten an der Friedhofsmauer: Mario Prasse vom Görzker Unternehmen Eichelmann trägt die Ausgleichsschicht am Fundament auf.

Quelle: U. Klemens

Bad Belzig. "Das Problem konnte jeder Laie seit langem sehen“, sagt Pfarrer Martin Gestrich, der die Friedhofsmauer schon bei seinem Amtsantritt vor eineinhalb Jahren im ruinösen Zustand vorfand. „Die Mauer ist ja nicht als Ganzes, sondern Stück für Stück gewachsen“, erläutert er, warum die Mauer dem Druck der Baumwurzeln und dem Zahn der Zeit nachgab und wieder in ihre Einzelteile zerfiel.

Jeder wohlhabende Bürger, weiß Gestrich, konnte sich früher nicht nur eine eigene Grabstelle kaufen, sondern im Randbereich eben auch ein eigenes Stückchen Mauer errichten lassen. Erst später wurden die kleinen Mäuerchen dann optisch zu einer Mauer vereinigt, blieben im Grunde aber immer eine Art Flickwerk.

Das Hauptproblem für die ehrwürdige Mauer sind heute die Bäume, deren Wurzeln die Mauer immer stärker zum Bröckeln und teilweise sogar zum Einsturz brachten. „Bevor dieses Problem geklärt ist, macht es keinen Sinn, die Mauer überall zu erneuern, auch wenn ich den Naturschutzgedanken dabei natürlich verstehe“, sagt Martin Gestrich.

Lange Geschichte

Die ältesten Gräber auf dem Gertraudten-Friedhof stammen wie die Kapelle aus dem 14. Jahrhundert. Der Friedhof war Teil eines Altenheimes.
Mit der Auflösung des Marienkirchhofes wurde der Gertraudten-Friedhof zum wichtigsten Bestattungsort in der Stadt und in den 20er- und 30er-Jahren des 20. Jahrhunderts auf seine heutige Größe erweitert.
Bedeutende Persönlichkeiten, die auf diesem Gräberfeld bestattet wurden, sind unter anderem der Prediger Albert Baur, der Heimatforscher Walther Kuhlmey und die Ärztin und Ehrenbürgerin Helga Kroenig.

„Entsprechende Gespräche mit der Unteren Naturschutzbehörde laufen.“ Der nun erneuerte Abschnitt jedoch konnte nicht länger warten, denn die ersten Steine waren bereits auf die Gräber gestürzt. 15.000 Euro kostete die Sofortmaßnahme. Sobald wieder mehr Geld in der Friedhofskasse und die Wurzelfrage geklärt ist, sollen weitere Abschnitte erneuert werden.

Einwände gegen die kostengünstigere Erneuerung der Feldsteinmauer mit Klinkern gibt es nicht, denn die Mauer steht nicht unter Denkmalschutz. „Wir hätten auf die Mauer auch ganz verzichten und einen Zaun bauen können“, sagt Gestrich. „Aber das wollten wir natürlich nicht.“

Von Uwe Klemens

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