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Neue Mitstreiter für den Dreiseitenhof gesucht

Dorf- und Heimatverein Grebs Neue Mitstreiter für den Dreiseitenhof gesucht

Der Dorf- und Heimatverein Grebs leistet viel in seinem Museum, dem Dreiseitenhof. Doch all das fordert auch viel Kraft von den wenigen aktiven Mitgliedern. Auch um jüngere Mitstreiter zu gewinnen, führt der amtierende Vorsitzende Horst Bleicke durch die Schätze des Museums. Darunter ganz besondere Exponate.

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Horst Bleicke in der historischen Küche, die auf dem Dachboden des Dreiseitenhofes in Grebs eingerichtet ist.

Quelle: Jürgen Krumnow

Grebs. Das Museum Dreiseitenhof in Grebs platzt aus allen Nähten. Seit seiner Eröffnung 2002 haben immer mehr Menschen dem Museum Exponate zur Verfügung gestellt. Nun hatten sie einen Ort, an dem Gegenstände vergangener Zeiten aus Arbeitsleben und Alltag vom Dunkel der Keller und Böden ins Licht der Öffentlichkeit gerückt werden. „So konnte manches vor dem Sperrmüll und der Zerstörung bewahrt werden“, sagt Horst Bleike, amtierender Vorsitzender des Dorf- und Heimatvereins Grebs.

Der 67-jährige studierte Landwirt gehört zu den Gründungsmitgliedern des im Jahr 2000 aus der Taufe gehobenen Vereins. Er kennt die Geschichte des Museums und jeden Winkel. Die Nutzung des Dreiseitenhofes mit Hauptgebäude, großem Hof und den alten Ställen und Scheunen bot ideale Möglichkeiten, die Exponate zu präsentieren.

Viel Platz für Besuchergruppen

Schon der große Empfangsraum mit Theke und Cafè-Bereich lässt den Besucher ahnen, dass hier nicht mit dem Platz gespart werden musste und man auf größere Besuchergruppen eingerichtet ist, die auch mit einem Imbiss versorgt werden können. Wer von dort aus unter der Führung von Vereinsmitgliedern wie Horst Bleike, Harry Grunert oder Barbara Kreft den Weg durch die Ausstellungsräume antritt, gewinnt schnell den Überblick.

Gleich hinter der Treppe in der oberen Etage ist eine Küche eingerichtet. Ein reizvoller Anblick. Was hier zu sehen ist, war vor 100 Jahren das Reich der Bäuerin.

Ein Fahrrad namens Hühnerschreck

Wenige Schritte stehen als Leihgabe über 30 sorgsam restaurierte Fahrräder aus der Produktion mehrerer Betriebe der Stadt Brandenburg. Darunter sind einige Modelle mit einem Hilfsmotor, der im Volksmund als Hühnerschreck bezeichnet wurde. Ein Teil der Leihgaben soll künftig in einem Fahrradmuseum in Brandenburg gezeigt werden.

Gegenüber befindet sich die Werkstatt eines Holzpantinenmachers. Vor weit über 100 Jahren gab es derer mehrere in Grebs, und bis in die 1970-er Jahre wurden im Dorf Pantinen gefertigt. Gebraucht wurden sie in den Ställen, auf dem Bau und im damaligen Stahlwerk zum Schutz vor der Hitze.

Hölzerne Kuh zum Melken

Während man bei diesen Exponaten lediglich der Betrachter bleibt, der bestenfalls mal eine Pantine zur Hand nehmen darf, sieht es bei den Exponaten auf dem Hof oder in den Ställen anders aus. Dort können eine hölzerne Kuh mit Gummieuter gemolken, Kartoffeln sortiert, Butter gemacht oder sogar Streuselschneckenteig ausgerollt und schließlich im Ofen auf dem Hof gebacken werden.

Zwar gibt es viel zu sehen und zu erfahren über die in Grebs ansässigen Handwerksbetriebe und die Arbeit der Bauern auf dem Feld, im Stall und auf ihrem Hof. Doch selbst zu buttern oder zu backen macht den Museumsbesuch vor allem für Jüngere zu einem Erlebnis. Kein Wunder also, dass Kindergärten und Schulen das Angebot nutzen.

Das Museum allein stellt eine Herausforderung an den Verein dar. Nur wenige der rund 50 Mitglieder widmen sich den Führungen. Bei Veranstaltungen wie Oldtimertreffen wächst die Schar der Aktiven auf zwölf. Aber der Verein führt darüber hinaus mit dem Sportverein ein Leben außerhalb des Museums. All das scheint dem Vorstand des Dorf- und Heimatvereins über den Kopf zu wachsen.

Die Situation des Vereins ist kritisch

Kritisch wurde die Situation, als Harry Grunert im Jahr 2010 als Vorsitzender zurück trat. Ihm folgten zwei neue Vorsitzende, die bald wieder das Handtuch warfen. Gründungsmitglied Bleike übernahm schließlich als Amtierender das Amt. Aber er will nicht auf den Thron. Er ist Mitglied im Sport- und im Feuerwehrverein. „Das ist genug“, sagte er und wünscht sich jüngere Leute für den Vorsitz.

Doch der Verein schrumpft. Gerade erst hat Horst Bleike von einigen Mitgliedern die Austrittserklärungen auf den Tisch bekommen. „Das ist enttäuschend, denn wir sind schließlich für das Dorf und seine Bewohner da. Aber warum soll immer alles von den Älteren gemacht werden?“ fragt er und schaut dabei auch auf die Siedlung mit vielen jüngeren Bewohnern.

Von Jürgen Krumnow

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