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Potsdam-Mittelmark Neue Partner einigen sich auf neue Projekte
Lokales Potsdam-Mittelmark Neue Partner einigen sich auf neue Projekte
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17:05 26.02.2018
Politiker und Investoren stoßen auf eine gute und langfristige Kooperation an. Quelle: Nicole Dau
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Teltow

Der Antrittsbesuch der Teltower Delegation in der neuen chinesischen Partnerregion ist erfolgreich gelaufen. Alle Beteiligten sind wieder zurück in Brandenburg. Mitgebracht haben sie neben vielen persönlichen Erinnerungen auch den unterzeichneten Städtepartnerschaftsvertrag sowie fünf Kooperationsverträge, in denen die geplanten gemeinsamen Vorhaben erstmals festgehalten sind.

„Es war schön – und schön anstrengend“, fasst Astrid Judith, Inhaberin des Unternehmens International Culture and Media Center of Germany und Initiatorin der Städtepartnerschaft ihre Eindrücke zusammen. Jede Nacht sei sie bis zwei oder halb drei Uhr morgens an der Aushandlung der Kooperationsverträge beteiligt gewesen – bei einem vollen Tagesprogramm mit Besuchen von Unternehmen, gemeinsamem Galadinner und kulturellen Ausflügen ein anstrengendes Pensum, das sie gesundheitlich für ein paar Tage in die Knie gezwungen hat. Dank chinesischer Medizin war sie aber rasch wieder einsatzfähig – umso besser also, dass die Eröffnung einer Praxis für Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) das erste der Kooperationsprojekte ist, das in die Realisierungsphase kommt. Bereits im April oder Mai soll dies geschehen, voraussichtlich zunächst jedoch in Kleinmachnow, da in Teltow keine geeigneten Räume gefunden wurden. Parallel sollen gleich alle baurechtlichen Details geklärt werden, damit auch das geplante TCM-Zentrum in Teltow zügig errichtet werden kann – die Praxis übersiedelt nach dessen Fertigstellung auch dorthin. Ein passendes Grundstück muss hier aber noch gesucht werden.

Mehrzweckhalle soll rund 25 Millionen Euro kosten

Zu den weiteren Kernthemen, zu denen sich die Delegation mit den chinesischen Vertretern unterhalten hat, gehört auch der Bereich der Bildung: Hier strebt nicht nur der chinesische Partner die Errichtung einer Schule in Teltow an (MAZ berichtete), sondern ab Sommer dieses Jahres soll auch schon mit einem Schüleraustausch begonnen werden. 30 Schüler im Alter von 15 bis 16 Jahren sollen zwölf Tage in die Region kommen, hier am Unterricht in einer Schule oder an einem Seminar an einer Universität teilnehmen und auch ganz gezielt Führungen und Seminare zum Thema Zweiter Weltkrieg besuchen.

Astrid Judith beim Unterzeichnen der Kooperationsverträge Quelle: Nicole Dau

Auch die Mehrzweckhalle findet sich in den Kooperationsvereinbarungen wieder, die als Rahmenverträge verstanden werden können. An den Vorstellungen hat sich dabei nichts geändert – nach wie vor wird von einer Dreifeldhalle und einer großen Einfeldhalle gesprochen, dazu die nötigen Sanitäranlagen. Im Moment wird von chinesischer Seite aber außerdem geprüft, ob auch eine Schwimmhalle eingeplant werden soll. Als grob geschätzte Investitionssumme stehen aktuell – ohne Schwimmhalle – rund 25 Millionen Euro im Raum. Jetzt geht es aber erst einmal um die „Hardware“, so Judith: Die Suche nach einem deutschen Architekten in China startet, dann folgen die Planungen. „Das Grundstück gefällt ihnen jedenfalls sehr gut“, erzählt sie. Als Favorit gilt derzeit die Fläche gegenüber des Oberstufenzentrums am Kreisverkehr, von dem künftig auch die Biomalzspange abgehen wird. Auch Bürgermeister Thomas Schmidt (SPD) wünscht sich diesen Standort. Ob hier aber auch eine Schwimmhalle möglich wäre, ist nicht klar. „Es könnte am Flächenbedarf scheitern“, so Schmidt, der auch noch nicht darüber reden möchte, was diese Idee für die laufenden Vorbereitungen einer gemeinsamen Schwimmhalle der drei Gemeinden Teltow, Kleinmachnow und Stahnsdorf bedeutet: „Die Zeichen sind noch nicht so erkennbar. Aber wenn es integrierbar wäre – gerne, dann ist es eine tolle Investition für Freizeit und Sport.“

„Bedenken nicht grundsätzlich ausgeräumt“

Andere geplante Projekte sind etwa ein Nachwuchs-Sportleistungszentrum, Fußballturniere mit Beteiligung Rudongs in Teltow, eine Zusammenarbeit auf der medizintechnischen Ebene, die Gründung einer Artistenschule in Potsdam oder weitere Aufführungen von chinesischen Artisten. „Es war auf ganzer Ebene erfolgreich“, ist Judith zufrieden. Doch nicht alle Teilnehmer können sich dem vorbehaltlos anschließen. Reinhard Frank (Die Linke) war sozusagen in einer Doppelfunktion mit in Rudong: Zum einen als Stadtverordneter, zum anderen als Vorsitzender des Vereins „Teltow ohne Grenzen“. Und gerade in diesem Verein, der aktiv die bisherigen Städtepartnerschaften mit Gonfreville l’Orcher in Frankreich, Ahlen in Deutschland und Zagan im Westen Polens betreibt und fördert, hat man einige Bedenken hinsichtlich der neuen Partnerregion. „Die bisherigen drei Städtepartnerschaften haben einen anderen Charakter“, erklärt Frank. „Dort ist ein intensiver Austausch in kultureller, sportlicher und politischer Hinsicht möglich, auch von Bürgern. Das ist schwierig möglich mit Rudong, denn dort liegt das Hauptaugenmerk der chinesischen Führung auf der Wirtschaft, weniger auf Kultur und Sport. Und auch die Entfernung ist eine Hürde.“

Durch den Besuch seien die Bedenken nicht grundsätzlich ausgeräumt worden, so Frank, auch wenn man natürlich heute viel über elektronischen Austausch machen könne und auch Bürgeraustausch möglich sei. „Es ist schon eine spannende Sache“, räumt Frank ein und betont, dass die chinesischen Partner ein unheimliches Organisationstalent an den Tag gelegt hätten. Man müsse diese Partnerschaft eben anders betrachten und gestalten. Jetzt sei aber erst einmal der gemeinsame Austausch im Verein nötig. „Es geht ja um Völkerverständigung, ein gegenseitiges Kennen- und fast auch Liebenlernen – da muss man schauen, wie kommt man damit klar.“

Gegenbesuch ist für Mai/Juni geplant

Die Städtepartnerschaft zwischen Teltow und dem chinesischen Kreis Rudong, der rund 200 Kilometer nördlich von Shanghai liegt, wurde von der Stadtverordnetenversammlung am 31. Januar beschlossen.

Die Kooperationsverträge umfassen die Themen Kultur, Bildung, die Errichtung einer Mehrzweckhalle sowie einer Praxis für Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) sowie die Zusammenarbeit auf medizintechnischer Ebene.

Bereits im März ist ein Gegenbesuch zum Projekt TCM geplant, voraussichtlich im Mai wird eine chinesische Delegation erwartet, die weitere Details zur Mehrzweckhalle erörtern wird.

Der offizielle Gegenbesuch zur Städtepartnerschaft aus Rudong in Teltow wird für Ende Mai oder Juni erwartet.

Weitere Städtepartnerschaften pflegt Teltow seit 1991 mit Ahlen in Nordrhein-Westfalen, seit 1999 mit Gonfreville l’Ocher in der Normandie und seit 2006 mit Zagan am Fluss Bober im Westen Polens. Der Kontakt zur französischen Partnerstadt besteht mit Teltow schon seit 1964.

Von Konstanze Kobel-Höller

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