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Potsdam-Mittelmark Neue Spargelkönigin kommt aus Seddin
Lokales Potsdam-Mittelmark Neue Spargelkönigin kommt aus Seddin
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09:15 05.03.2018
Lara Luisa Kramer aus Seddin wird in der Spargelsaison 2018/19 das Edelgemüse und die Beelitzer Anbauregion repräsentieren. Quelle: G. Lorenz
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Beelitz

Auf diesen Tag hat Lara Luisa Kramer sicher schon lange gewartet. Die Seddinerin wünschte sich bereits als Kind, einmal eine Königin zu sein – eine Spargelkönigin. In der jüngsten Vorstandssitzung des Beelitzer Spargelvereins hat sich ihr Traum in diesen Tagen erfüllt. Der Vorstand wählte die 22-Jährige unter vier Bewerberinnen zur Repräsentantin der weißen Stangen und ihrer Region für die Saison 2018/19.

Beelitz und den Spargel kennt Lara bereits sehr gut. Nach ihrem Abitur 2013 am Sally-Bein-Gymnasium der Stadt und neben ihrem Studium an der Universität Potsdam im Fach Lehramt für Sport und Englisch jobbt sie auf dem Spargelhof von Jürgen Jakobs in Beelitz im Servicebereich. „Dadurch habe ich schon die früheren Spargelköniginnen kennen lernen und mich mit ihnen unterhalten können“, sagt sie. Lara ist die zweite Seilsportlerin der „Burning Ropes“ in der SG Blau-Weiß Beelitz, die den Sprung auf den Spargelthron geschafft hat. Als sich Carina Wunderlich 2010 das Diadem ins Haar steckte, war Lara noch zu jung für die Majestät. Nachdem Sarah Wladasch vom Spargelhof Jakobs schließlich 2016 die Saison eröffnete, stand für die Seddinerin fest: Das mache ich auch.

Die sportliche Seite der neuen Spargelkönigin: Lara Luisa Kramer (r.) mit einem Team der „Burning Ropes“ aus Beelitz bei der Weltmeisterschaft im Rope Skipping 2017 in Orlando (USA). Quelle: privat

„Die Beelitzer Spargelkönigin ist ein guter Werbeträger für die Stadt und die Region. Das ist eine ehrenhafte, aber auch eine verantwortungsvolle Aufgabe. Ich werde Beelitz noch besser kennen lernen können“, ist Lara überzeugt. Vor ihrer Bewerbung hat sie sich ausführlich mit ihren beiden Sportkameradinnen beraten, hat viel über das vielseitige Gemüse, über seinen Anbau und über die Stadt gelesen und sich auf der Internetseite des Spargelvereins informiert. Das alles half ihr beim Test vor der Jury, in dem es genau um diese Fragen ging.

Selbst Spargel gestochen hat Lara noch nicht. „Aber ich habe es mir im Internet angesehen und es mir erklären lassen.“ Dass da noch einige Übungsstunden bis zum Blitzlichtgewitter der Medien auf sie zukommen werden, ist ihr bewusst. Ihre Urgroßeltern hatten früher einmal Spargel für den Hausgebrauch angebaut, auf zwei Feldern in Kähnsdorf. Heute sind die Flächen an einen Reiterhof verpachtet. Von ihren Großeltern hat sich Lara erzählen lassen, dass der Spargel zu DDR-Zeiten schon eine kleine eigene Währung war. Da kam man unter anderem schon mal etwas schneller zu einem Führerschein.

Demnächst wird der Stoff für das Kleid ausgesucht

Einige Reitstunden möchte Hoheit ebenfalls noch nehmen. Der Spargelverein will die neue Saison voraussichtlich am 12. April auf dem Spargelhof Märkerland in Schlunkendorf mit drei dort ansässigen Pferdehöfen eröffnen. Dazu soll die Spargelkönigin einmal nicht im „Nobelhobel“, sondern hoch zu Ross angeritten kommen. „Ich habe schon auf einem Pferd gesessen und weiß, wie man sich halten muss. Der Spargelverein wird ein Pferd und einige Übungsstunden organisieren, in denen wir uns aneinander gewöhnen können.“

Demnächst geht es erst einmal mit Silke Jakobs nach Berlin, den passenden Stoff für das Spargelkleid aussuchen. Jakobs näht gemeinsam mit Schneiderkollegin Michaela Strauß seit 2004 die Gewänder der Majestäten. „Ich habe schon eine Idee. Jetzt müssen wir sehen, inwieweit sie sich umsetzen lässt“, meint Lara. Allein schon dieses Kleid ist alljährlich ein Höhepunkt zur Saisoneröffnung, weil es außer den drei Frauen vorher niemand zu sehen bekommt. Die designierte Spargelkönigin hat keine besondere Lieblingsfarbe. Naturnah muss das Kleid wirken. Neonfarben gefallen ihr nicht so sehr.

Den Spargel mag die neue Königin am liebsten unverfälscht mit Kartoffeln. Sie findet es aber auch faszinierend, in wie vielen Kombinationen sich das Gemüse zubereiten lässt, so dass selbst Allergiker und Veganer es genießen können. Den Streit um Fluch oder Segen der Spargelfolien will Lara Luisa Kramer nicht kommentieren. Sie kann einerseits die Sorgen der Naturschützer verstehen. Aber auch der Beelitzer Spargelverein engagiert sich für den Erhalt der Artenvielfalt von Pflanzen und Tieren und unterstützt beispielsweise das Blühstreifen-Projekt der Modellregion Buchholz-Wittbrietzen, betont sie.

Den „Burning Ropes“ bleibt die Übungsleiterin treu

In ihrer Amtszeit kann Lara nicht auf dem Spargelhof Jakobs arbeiten. Ihrem Seilsport will die Übungsleitern allerdings treu bleiben, wenngleich auch Vater Hanno Kramer einige Trainingseinheiten übernehmen wird. Er ist der Leiter der Abteilung Rope Skipping im Belitzer Sportverein. Lara ist überzeugt, dass sie Studium, Sport und Ehrenamt unter einen Hut bringen kann. Derzeit laufen die Vorbereitungen für den diesjährigen offenen Spargel-Cup am 5. und 6. Mai, für den sich sogar Teilnehmer aus Marokko angemeldet haben. Im Sommer können die „Burning Ropes“ ein kleines Jubiläum feiern, wenn sie zum zehnten Mal ihr deutsch-amerikanisches Camp veranstalten.

„Neben meinem Sport reise ich gern und entdecke neue Orte und Regionen“, offenbart Lara Luisa Kramer ein weiteres Hobby. Dazu wird sie in den nächsten Monaten auch reichlich Gelegenheit haben.

Lara Luisa Kramer ist die 22. Spargelkönigin

Lara Luisa Kramer aus Seddin ist die 22. Spargelkönigin der Beelitzer Region. Als erste Hoheit der Saison 1997/98 wurde seinerzeit Marion Falkenthal aus Schlunkendorf gekürt.

Die 22-Jährige ist in Seddin geboren. Sie besuchte die Kita „Seepferdchen“ in Seddin und die Grundschule „Friedrich List“ in Neuseddin, bevor sie aufs Gymnasium ging.

Die Seilsportlerin wurde 2016 für ihre 15-jährige Mitgliedschaft im Beelitzer Sportverein mit einer Ehrennadel ausgezeichnet.

Die Seddinerin arbeitet ehrenamtlich als Landesfachwart für Rope Skipping (Seilspringen) im Märkischen Turnerbund mit. Dort ist sie unter anderem für die Organisation von Wettkämpfen und Fortbildungen der Beelitzer „Burning Ropes“ sowie des Brandenburger Rope-Teams in Brandenburg an der Havel verantwortlich. In Stahnsdorf soll es auch eine Gruppe Rope Skipping geben, die allerdings nicht dem Märkischen Turnerbund angehört.

Ihre Nominierung hatte sich schnell im sozialen Netzwerk Facebook herumgesprochen. Zahlreiche Freunde und Bekannte gratulierten ihr.

Von Heinz Helwig

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