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Neue Stelle für Streetworker umstritten

Niemegk Neue Stelle für Streetworker umstritten

Die zusätzlich erwogene Stelle für einen Sozialarbeiter im Amt Niemegk ist umstritten. Verwaltungsgremien im Amts und beim Kreis sehen Bedarf für eine Vollzeitstelle. Die Ortsvertreter fürchten jedoch die hohen Kosten und geringe Nachfrage für Jugendarbeit auf den Dörfern.

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Barbara Keller von der Arbeiterwohlfahrt koordiniert die Jugendarbeit im Amt Niemegk, die nun verstärkt werden soll.

Quelle: Stefan Specht

Niemegk. Das Amt Niemegk möchte die Sozialarbeit für Kinder und Jugendliche verstärken. Die Mitglieder des Amtsausschusses sehen dafür allerdings weniger Bedarf als die Amtsverwaltung und das Jugendamt des Landkreises. Letztere schlugen vor, für zunächst vier Jahre eine Vollzeitstelle für einen Streetworker zu schaffen. Er sollte 40 Stunden wöchentlich vor allem für Angebote in den Dörfern zuständig sein. Derzeit gibt es eine Sozialarbeiterin, die je zur Hälfte an der Grundschule sowie im Familienzentrum tätig ist.

„Wir müssen aber überlegen, ob wir uns die zusätzliche Ausgabe wirklich so leisten wollen“, sagte Karin Commichau, die Vorsitzende des Amtsausschusses. „Wir können nicht immer mit Steuergeld das beheben, was Kitas, Schulen und Elternhaus nicht schaffen“, so die Bürgermeisterin der Gemeinde Planetal. Immerhin müsste das Amt jährlich 34 650 Euro für die volle Stelle aufbringen. Zudem würden sich das Land Brandenburg mit 17 175 und der Kreis mit 9470 Euro an der Finanzierung der Personalkosten beteiligen.

Sozialarbeit an Schulen stärken, Vereine in Jugendarbeit unterstützen

„Ich habe Bedenken, ob die Ziele in unseren weit verteilten Orten überhaupt zu erreichen sind“, sagte Ralf Rafelt. „In jedem Dorf wohnen ja jeweils nur wenige Jugendliche, die zudem meist schon in Vereinen aktiv sind“, so der Bürgermeister von Rabenstein/Fläming. Auch Hans-Dieter Scherz sieht eher Bedarf, die Sozialarbeit an den Schulen zu verstärken oder Vereine in der Jugendarbeit zu unterstützen. „Dort sind die Kinder ja ohnehin meist und kehren erst abends in die Heimatorte zurück“, so der Stadtverordnete aus Niemegk.

Bärbel Schüler aus Niemegk hatte im vorigen Jahr den Antrag für die Sozialarbeiterstelle auf die Tagesordnung gebracht. Für viele Heranwachsende im Amt Niemegk seien die zentralen Angeboten zur Jugendarbeit weit weg und ohne eigenes Fahrzeug nur mühsam zu erreichen. Darum sollte ein zusätzlicher Jugendsozialarbeiter künftig zu ihnen hinaus auf die Dörfer fahren, so die Ideen damals. Dafür wurde eine halbe Stelle mit 20 Wochenstunden erwogen.

Zentrum für Familien

Koordiniert wird die Sozialarbeit in Niemegk vom Familienzentrum aus, das Barbara Keller leitet.

In Trägerschaft der Arbeiterwohlfahrt ist dort zudem Sandra Schulz tätig. Sie besetzt aktuell je eine halbe Stelle im Familienzentrum sowie als Schulsozialarbeiterin an der Niemegker Grundschule.

Bereits beschlossen hat die Stadt Niemegk, den ehemaligen Hort zum zentralen Stützpunkt für das Familienzentrum des Amtes auszubauen.

Die Idee kann nun realisiert werden. Ab September stehe beim Kreis das nötige Budget zu Verfügung, erklärte Amtsdirektor Thomas Hemmerling. Angesichts der Statistik zu Fällen der Sozialarbeit im Amtsbereich, sehe das Jugendamt des Kreises Bedarf für eine volle Stelle. „Auch ist fraglich, ob wir für eine halbe Stelle überhaupt jemanden finden würden, der vor allem abends und an Wochenenden arbeiten müsste, dabei aber vergleichsweise wenig verdienen würde“, so Hemmerling.

Die Mitglieder des Amtsausschusses hielten am ursprünglichen Antrag für 20 Wochenstunden fest. Zudem soll die Stelle für den Streetworker zunächst für zwei Jahre befristet werden. „So können wir sehen, ob das Angebot überhaupt angenommen wird“, sagte Karin Commichau.

Von Thomas Wachs

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