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Neue Straßenbauplanung auf drei Ebenen

Treuenbrietzen Neue Straßenbauplanung auf drei Ebenen

Die Sanierung der Berliner Chaussee und der Nebenanlagen an der B 2-Ortsdurchfahrt in Treuenbrietzen erfolgt nicht mehr in Kooperation von Land, Stadt und Wasserverband. Die Kommune muss zunächst Forderungen des erfolgreichen Bürgerentscheides in einer komplett neuen Planung mit den Bürgern beraten. Das Land hält indes fast an seinem Terminplan fest.

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Um den Bürgerwillen umzusetzen, muss die öffentliche Hand noch einmal tief in die Tasche greifen.

Quelle: Thomas Wachs

Treuenbrietzen. Nach dem Erfolg des Bürgerentscheides vom 26. Juni zum Ausbau der Nebenanlagen der Berliner Chaussee und des Berliner Dreieckes an der Bundesstraße 2 in Treuenbrietzen läuft nun die Umplanung der Bauvorhaben auf verschiedenen Ebenen.

Bürgermeister Michael Knape (parteilos) hat in dieser Woche vor Stadtverordneten detailliert den weiteren Fahrplan vorgestellt, um das kommunale Bauprojekt „nun mit allen Bürgern der Stadt komplett neu zu beraten“. Zunächst habe die Stadt am 4. Juli dem Landesbetrieb als Hauptbauherren sowie dem ebenfalls beteiligten Wasser- und Abwasserzweckverband „Nieplitztal“ (WAZVN) mitgeteilt, dass die Kommune sich vorerst nicht mehr am Gemeinschaftsprojekt beteiligen könne. Der Landesbetrieb wurde gebeten, das Projekt nach Möglichkeit zu verschieben, bis die Stadt ihre Planung nach den Bürgerwünschen neu beraten und beschlossen hat.

Sieben Forderungen aufgemacht

Mit dem Bürgerentscheid wurden sieben Forderungen aufgemacht. Sie sind nun Gegenstand einer neuen Planung unter Beteiligung aller Bürger.

Erstens wurde gefordert: Der ursprüngliche Straßenverlauf der Berliner Chaussee soll beibehalten werden. Es soll keinen Neubau geben.

Zweitens hieß es: Der Verlauf der begleitenden Berliner Chaussee (Nebenstraße) soll stadtauswärts als Einbahnstraße deklariert werden und um das Berliner Dreieck, entgegen dem Uhrzeigersinn, herumgeführt werden.

Drittens wird gefordert: Die Geh- und Radwege sollen auf beiden Straßenseiten wiederhergestellt werden.

Viertens soll am Ortsausgang eine Verkehrsinsel zur Verkehrsberuhigung geschaffen werden.

Fünftens sind wie bisher ausreichend Parkplätze zu realisieren.

Sechstens fordert der Entscheid: Die Bushaltestelle wird nicht verlegt, sondern vor der Berliner Chaussee 31/32 beibehalten.

Siebentes heißt es: Die Begrünung der Nebenanlagen soll kostengünstig gestaltet werden.

Für den 12. September ist eine erste Einwohnerversammlung vorgesehen. In dieser sollen die neuen Ziele ermittelt und für eine überarbeitete Ausschreibung der Bauleistungen vorbereitet werden. Zudem will die Kommune nun gesondert Fachplaner für die neuen Nebenanlagen und das Berliner Dreieck binden. Ferner sollen alle Schritte unter breiter Beteiligung aller Treuenbrietzener in mindestens zwei weiteren Einwohnerversammlungen beraten werden, bis ein Kosens als Grundlage eines neuen Ausbaubeschlusses erzielt ist. „Wie lange dieser Prozess andauern kann und muss, lässt sich heute noch nicht abschätzen“, sagt der Bürgermeister. In seinem Schreiben an den Landesbetrieb sowie in Gesprächen mit den bisherigen Projektpartnern wurde darum gebeten, in ihren Planungen die Forderungen des Bürgerentscheides zu berücksichtigen.

Für die maroden Nebenanlagen am Berliner Dreieck ist die Stadt  Treuenbrietzen  zuständig

Für die maroden Nebenanlagen am Berliner Dreieck ist die Stadt Treuenbrietzen zuständig.

Quelle: Thomas Wachs

Der Landesbetrieb Straßenwesen Brandenburg (LS) machte in seiner Antwort in dieser Woche deutlich, dass er weitgehend am Terminplan festhalte. „Der Straßenzustand der B 2 im Bereich der Berliner Chaussee lässt keinen Aufschub zu“, teilt Edgar Gaffry, Vorstand für Planung und Bau des Landesbetriebes, mit. Demnach werde die Erneuerung der Fahrbahn „in den Baulastgrenzen“ erfolgen. Nach einer Anpassung und Umplanung des Projektes werde dieses ab dem Jahr 2017 samt Erneuerung der Regenentwässerung und der Abwasseranlagen im Straßenbereich beginnen. Schon dieses Jahr wird ein maroder Durchlass erneuert.

Nicht alle Bürger-Forderungen berücksichtigt

In seinem Plan werden vom LS einige Forderungen des Bürgerentscheides berücksichtigt. Aber längst nicht alle. In der Kurve am Berliner Dreieck verzichtet der LS auf die Mittelinseln und Bushaltestellen. Vor dem Gymnasium indes bleibe die Planung samt Mittelstreifen und Tempo-30-Zone unverändert, so Gaffry. Das Land hält zudem an den umstrittenen Schutzstreifen für Radfahrer auf der Fahrbahn fest. Entfallen werden indes die in Abstimmung mit der Stadt bisher neu vorgesehenen, vereinzelten Parkplätze am Fahrbahnrand. Diese müssten gegebenenfalls in Regie der Kommune später angelegt werden.

Aus Sicht des Landes werden Radfahrer auf der B 2 in Treuenbrietzen einen Schutzstreifen aber keinen Radweg erhalten

Aus Sicht des Landes werden Radfahrer auf der B 2 in Treuenbrietzen einen Schutzstreifen aber keinen Radweg erhalten.

Quelle: Thomas Wachs

Die ebenfalls geforderte Verkehrsinsel am Ortseingang aus Richtung Potsdam könnte im Zuge der neu geplanten Anbindung der Landesstraße 851 in Richtung Schlalach erfolgen. Dafür gebe es aber noch keine Termine, teilte Edgar Gaffry mit.

Bürgerinitiative verärgert über Flugblatt

Für Verstimmungen bei der Bürgerinitiative „Ausbau B2/Berliner Chaussee/Berliner Dreieck“ hatte ein vom Treuenbrietzener Bürgerverein im Vorfeld des Bürgerentscheides verfasster Flyer gesorgt. Das sagte Ute Niendorf, eine der Vertrauensfrauen der Initiative, in der SVV. In dem Blatt war auf eine drohende Anhebung der Wassergebühren verwiesen worden, wenn Mehrkosten aus der nun nicht mehr gemeinsam erfolgenden Planung für das Ausbauprogramm der Straße auch vom Zweckverband zu tragen sind.

Wasserverband fürchtet Kostensteigerung

Dieser erwartet in der Tat eine Kostensteigerung in Höhe von circa 20 Prozent, wenn Synergieeffekte nun nicht mehr genutzt werden können. Dies betreffe die Planung, die Baustellensicherung sowie auch der Tiefbauarbeiten. Das hat Roland Meinusch, Geschäftsführer der für den Zweckverband als Dienstleister tätigen Wasserwirtschaftsgesellschaft Nieplitztal (WWN), auf Anfrage der MAZ deutlich gemacht. Er habe zudem auch in der Verbandsversammlung am Dienstagabend auf die Gefahr verwiesen, dass bereits für dieses Jahr zugesagtes Fördergeld vom Land Brandenburg nächstes Jahr gar nicht mehr zu Verfügung stehen könnte. Dies würde die Kosten, die der Zweckverband – und damit alle Bürger – tragen müssen, ansteigen lassen.

Von Thomas Wachs

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