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Neue Trafos und Schalttechnik

Treuenbrietzener Umspannwerk aufwendig saniert Neue Trafos und Schalttechnik

Der technische Aufwand, der notwendig ist, um daheim Toaster oder Computer mit Strom zu versorgen, ist enorm. 2,5 Millionen Euro flossen nun in die Sanierung des Treuenbrietzener Umspannwerkes.

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Die letzte, ölgefüllte E-Spule hievten die AMW-Monteure in dieser Woche auf ihren Sockel.

Quelle: Uwe Klemens

Treuenbrietzen. Der Zahn der Zeit nagt an allem und macht auch vor den Anlagen zur Stromversorgung keinen Halt. Ein Jahr lang wurde deshalb an der Treuenbrietzener Trafo-Station der Edis-AG gewerkelt. Vor wenigen Tagen hob ein Autodrehkran die letzte, rund drei Meter hohe, neue E-Spule auf ihren Standplatz.

„Die gesamte 110-Kilovolt-Schaltanlage wurde kurz vor der Wende im Sommer ’89 gebaut und wurde nun vollständig rekonstruiert, weil sie technisch und moralisch verschlissen war“ sagt Edis-Pressesprecher Bernd Mücke. Auch die vor 25 Jahren eingebaute, damals als hochmodern geltende Druckluftsteuerung hat sich mittlerweile als zu wartungsaufwendig und störanfällig erwiesen. „Heute übernehmen gleichstrombetriebene Stellmotoren diese Arbeit, die zudem den großen Vorteil haben, dass sie fernsteuerbar sind, also niemand in Treuenbrietzen vor Ort sein muss, um die verschiedenen Schaltzustände herzustellen“, erläutert der Edis-Mitarbeiter.

„Saft aus der Dose“

Das Stromnetz der Edis-AG ist in drei Regionalbereiche aufgeteilt.

Das Umspannwerk in Treuenbrietzen gehört dabei zum Bereich West-Brandenburg. Ostbrandenburg und Mecklenburg-Vorpommern sind die beiden übrigen Bereiche.

Das Gesamtleitungsnetz des Stromkonzerns würde zwei Mal den Äquator umspannen und ist 78 000 Kilometer lang.

Insgesamt 1,3 Millionen Netzkunden werden auf einer Gesamtfläche von 36  000 Quadratkilometern mit dem dringend benötigten „Saft aus der Dose“ versorgt.

2 500 betriebseigene Mitarbeiter beschäftigt Edis für den Betrieb und die Wartung seiner Anlagen.

Beide parallel aber unabhängig voneinander arbeitenden Großtransformatoren, die den Strom aus der 110-kV-Freileitung auf 20 kV umwandeln, sowie die dazugehörigen Schaltspulen wurden ersetzt. Anders als zuvor, stehen die jeweils 60 Tonnen schweren Trafos nun auf Podesten. „Ein wichtiger Aspekt für die immer strenger werdenden Arbeitschutzauflagen“, so Mücke. Denn sämtliche stromführenden Teile befinden sich somit außerhalb der kritischen Zwei-Meter-Distanz, wenn sich die Mitarbeiter auf Kontrollgang begeben.

2,5 Millionen Euro hat der Konzern allein in die Treuenbrietzener Schaltanlage inklusive aller Fundamentarbeiten, dem Abriss eines alten Betriebsgebäudes und dem Bau einer Übergangslösung investiert. Denn die war nötig, um die Versorgungssicherheit für die Stromkunden nicht zu gefährden. Ungefähr Mitte September sollen die letzten Restarbeiten abgeschlossen sein. Sämtliche Bauleistungen wurden an regionale Fremdfirmen vergeben. Für die Abriss-, Schacht- und Fundamentarbeiten war Eurovia aus Friesack zuständig, für die Installationsarbeiten AMW aus Werder/ Havel.

Auch der Parallelbetrieb beider Aggregate dient der Versorgungssicherheit. Da sie auch einzeln abschaltbar sind, können am jeweils stromlosen Aggregat Wartungs- und Reparaturarbeiten durchgeführt werden, ohne dass der Stromkunde davon etwa merkt. Vom Umspannwerk aus fließt der Strom in die örtlichen 20-kV-Netze und wird in kleineren Trafostationen dann auf 400 Volt transformiert, bevor er zum Endverbraucher gelangt.

Dank eingebauter Akkus ist das Zu- und Abschalten der Großtransformatoren auch bei totalem Netzausfall möglich. „Acht Stunden können so überbrückt werden“, sagt Mücke. „Danach käme zum Schalten ein Stromgenerator zum Einsatz“.

Von Uwe Klemens

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