Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam-Mittelmark Neue Turnhalle wird teures Vergnügen
Lokales Potsdam-Mittelmark Neue Turnhalle wird teures Vergnügen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:34 20.08.2015
In der alten Halle trainieren auch Rehbrückes erfolgreiche Kunstradfahrer. Für den großen Bedarf nach Hallenzeiten ist sie zu klein. Quelle: J. Stähle
Anzeige
Nuthetal

Die Wirtschaftlichkeitsuntersuchung für den geplanten Sporthallen-Neubau in Bergholz-Rehbrücke liegt jetzt vor. Kernaussage der Analyse: Die Gemeinde Nuthetal braucht jährlich zusätzlich etwa 170 000 Euro, um sich die Turnhalle leisten zu können. Bauamt und Kämmerei, die das Papier erarbeitet haben, betrachteten das Projekt über einen Zeitraum von 20 Jahren. In der prognostizierten Belastung des kommunalen Etats von 170 000 Euro stecken Betriebs-, Unterhaltungs- und Abschreibungskosten drin, die für die Halle jährlich anfallen. Der Haushalt der Kommune ist allerdings schon jetzt auf Kante „genäht“.

„Wir gehen davon aus, dass die Einnahmesituation verbessert werden muss, damit wir uns die Halle leisten können“, sagte Nuthetals Bauamtsleiter Rainer vom Lehn der MAZ, der hinzufügte: „Oder wir nehmen an anderer Stelle Einsparungen in dieser Größenordnung vor.“ Ob sich die Gemeinde die jährliche Dauerbelastung leisten will und welchen Weg sie geht, um das Geld aufzubringen, sei eine politische Entscheidung, sagte vom Lehn.

In der Gemeindevertretung war es zuletzt weitgehend Konsens, dass die neue Halle gebraucht wird. Die Entscheidung, sie zu bauen, wurde bislang aber vom Ergebnis der Wirtschaftlichkeitsuntersuchung abhängig gemacht.

Im Gespräch ist etwa, die Grundsteuer B anzuheben, um generell die Einnahmen zu erhöhen. Der Hebesatz liegt in Nuthetal derzeit bei 350 und damit unter dem Landesdurchschnitt von knapp 390. In der Kämmerei gibt es ein Papier, wie viel Geld Erhöhungen einbringen würden. Eine Anhebung des Hebesatzes auf 375 Punkte beschert zusätzliche 52 700 Euro, mit einem Satz von 450 würde die Gemeinde 211 000 Euro mehr einnehmen. Bei einer Anhebung in der Größenordnung müsste ein Grundstückseigentümer jährlich 69,39 Euro mehr zahlen als derzeit, das sind monatlich 5,78 Euro.

Wie viel der Bau der Halle kosten wird, ist noch nicht genau bezifferbar, weil bisher keine konkrete Planung vorliegt. Allerdings hatten drei Büros, die in einem Interessenbekundungsverfahren in die Endrunde kamen, bereits Entwürfe vorgestellt. Damals war die Rede von Kosten in Höhe von 2,5 bis drei Millionen Euro. Momentan wird in den Gremien um eine Mittelfreigabe für die Planungsleistungen gerungen. Der Finanzausschuss empfahl, noch zu warten, ob ein Landes-Förderprogramm für solche Projekte aufgesetzt wird. Es gibt Hoffnung, dass dies 2015 passieren könnte, hieß es. Der Ortsentwicklungsausschuss tagte Donnerstagabend, das Ergebnis lag bei Redaktionsschluss noch nicht vor. Das letzte Wort hat die Gemeindevertretung, die am 29. September tagt. Im Parlament hält die Mehrheit bisher den Neubau für notwendig, der für den Schul- und Vereinssport gedacht ist und am Rehbrücker Andersenweg hinter der Schulaula entstehen soll. Die alte Halle, die mehr als 40 Jahre auf dem Buckel hat, ist zu klein. Hallennutzer schlugen mehrfach Alarm, weil Trainingszeiten verkürzt werden müssen und neue Sportgruppen keine Chance auf Hallenzeiten haben.

Von Jens Steglich

Potsdam-Mittelmark Investition in Potsdam und Umland - 71 Millionen Euro für neue Verkehrswege

Radschnellrouten, mehr Parkplätze und neue Verkehrswege wollen die Stadt Potsdam und Umlandgemeinden in den nächsten fünf Jahren schaffen. Darüber hinaus sollen neue Energiekonzepte in Stadtteilen umgesetzt und touristische Angebote ausgebaut werden. Mit den Plänen beteiligen sich die Orte am Wettbewerb um Fördergelder der Europäischen Union.

23.08.2015

Ein eigenes Wohnmobil zu besitzen wird immer mehr zum Trend: 2015 gab es im Landkreis Potsdam-Mittelmark so viele angemeldete Fahrzeuge wie noch nie: 838 an der Zahl. Die rollenden Ferienwohnungen bieten Zeit zum entspannen, in nur kurzer Zeit können viele Orte entdeckt werden. Das Navigationssystem sollte aus gutem Grund aber ausgeschaltet werden.

23.08.2015
Potsdam Flüchtlingspfarrer zieht erste Bilanz - Lob für Potsdam, aber Kritik an Asylpolitik

Bernhard Fricke ist der einzige Flüchtlingspfarrer im Land Brandenburg. Nach knapp drei Monaten in diesem Amt zieht der evangelische Theologe eine erste Bilanz. Dabei findet er zwar Lob für Potsdam, kritisiert aber die Flüchtlingspolitik des Bundes und der EU scharf. Und auch in der Kirche sieht Bernhard Fricke Verbesserungsmöglichkeiten.

21.08.2015
Anzeige