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Neue „Weiberwirtschaft“ am alten Ort

Stahnsdorf Neue „Weiberwirtschaft“ am alten Ort

Gastgeberin Bettina Driesener nimmt mit ihrer „Weiberwirtschaft“ eine Tradition aus alter Zeit wieder auf: „Mutter Liefeld“ hat einst auf ihrem Hof am Stahnsdorfer Dorfplatz Hauswirtschafterinnen ausgebildet. Hier waren die Weiber die treibende Kraft.

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Im Kreise der „Weiber“: Gastgeberin Bettina Driesener mit der Gitarre und Teppichdesignerin Ulla Jasper mit der Weinflasche in der Hand.

Quelle: Foto: Kobel-Höller

Stahnsdorf. Ihre erste „Weiberwirtschaft“ richtete Immobilienfrau Bettina Driesener auf ihrem Liefeldhof auf dem Stahnsdorfer Dorfplatz bereits aus. Rund 25 amerikanische, englische, französische, sächsische und deutsche Frauen waren ihrer Einladung zu einem unterhaltsamen Abend im privaten Rahmen gefolgt. Ihre Gäste kennt Driesener aus allen Lebensbereichen: aus der Schule und dem Sportverein ihrer Kinder, von der Autowaschanlage oder aus dem Kleidergeschäft, von der Finanzberatung oder aus der Immobilienbranche. Aber auch Nachbarinnen und „einfach nur“ Freundinnen waren mit dabei, als die 49-jährige Gastgeberin erst eine launische Geschichte ihrer Omas Luzi und Lia darstellte und im Anschluss ihren ersten kulturellen Gast Ulla Jasper (49) „mit den fliegenden Teppichen“ präsentierte.

Die Teppichdesignerin hatte nach dem Tod ihres Mannes vor zehn Jahren das gemeinsame Geschäft aus Frankfurt/Main nach Potsdam transferiert. Sie designt alle Teppiche selber, teilweise auch nach dem Wunsch ihrer Kunden, und lässt sie in ausgewählten Produktionsstätten in Nepal erzeugen. „Ich möchte unbedingt mit ihr einen Graffiti-Teppich machen und ihn dann direkt in Nepal abholen“, zeigte sich Driesener begeistert.

Die Gastgeberin nimmt mit ihrer „Weiberwirtschaft“ eine Tradition aus alter Zeit wieder auf: „Mutter Liefeld“, erzählt sie, „bildete auf dem Hof Hauswirtschafterinnen aus. Hier waren die Weiber die treibende Kraft und Frau Liefeld holte die Gemeinde jeweils donnerstags zusammen.“ Mit dem „kleinen und feinen Kulturhighlight für Frauen“ soll der Hof wieder einer der geselligsten auf dem Dorfplatz werden, so Drieseners Wunsch. Charity-Aktionen und Wirtschaftsförderung unter Frauen, Gespräche über Gott und die Welt, Immobilien und Interieur, und vor allem in lockerer Atmosphäre und mit viel Lachen – das sind ihre Ziele. Zudem wird es an jedem Abend die Möglichkeit geben, ein soziales Projekt zu unterstützen: Bei der ersten Weiberwirtschaft wurden rund 200 Euro für die „Berliner Straßenkinder“ gespendet, die Driesener gemeinsam mit Sachspenden weitergeben wird.

Der Liefeldhof ist der zweitälteste Hof in Stahnsdorf. 1751 wurde er vom damaligen Bauern Martin Liefeld übernommen und Anfang des 20. Jahrhunderts lebte hier mit Albert Liefeld der erste besoldete Bürgermeister des Ortes, der den Dorfplatz von hier aus entwickelte. Ursprünglich handelte es sich um einen geschlossenen Vierseithof, doch heute fehlen zwei Seiten – die Werkstatt und die Scheune –, womit der historische Charakter verloren ging. In den 1960er-Jahren beherbergte der 5800 Quadratmeter große Hof eine Spezialwerkstatt, später wurde er zur „LPG Vereinte Kraft/Gastmeier“. 2009 kauften Drieseners schließlich den Hof und möchten nun die verlorenen Teile auf den historischen Mauern wieder aufbauen.

Der zweite Termin für die Weiberwirtschaft steht schon fest: Am 24. November ab 19 Uhr ist Modedesignern Sophie Böhmert vom Modelabel Maisonnoée zum „Stall-Talk“ im Liefeldhof eingeladen, und Betty Iwanowski (Künstlername, Auflösung bei der Weiberwirtschaft) liest ihre erste „Weibergeschichte“ vor. Ebenfalls geplant ist, eine Gedenktafel an den Backsteinpfosten am Eingang zu befestigen. Schon ab 16 Uhr gibt es einen Thermomix-Kochkurs, und Bettina Driesener bietet an, mit ihr Kränze zu dekorieren. Die Spenden des Abends gehen diesmal nach Südafrika an „Dare to Dream“. Dabei werden Veranstaltungen organisiert, bei denen inspirierende Frauen ihre Geschichten mit Mädchen aus benachteiligten Hintergründen teilen. Mit den sogenannten TED-Gesprächen sollen die Mädchen zum Beispiel in Südafrika ermutigt werden, an ihre Träume zu glauben und sich zu trauen, etwa Ärztin, Pilotin oder Physikerin zu werden.

Info: Frauen, die auch gern mal bei der Weiberwirtschaft dabei sein wollen, melden sich bitte direkt bei bd@arsimmobilia.de

Von Konstanze Kobel-Höller

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