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Potsdam-Mittelmark Neuer Krimi dreht sich um die Tiefen der Havel
Lokales Potsdam-Mittelmark Neuer Krimi dreht sich um die Tiefen der Havel
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00:20 03.04.2018
Tim Pieper fährt gern mit dem Fahrrad aufs Land. Quelle: Luise Fröhlich
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Werder

Im April liest der Berliner Autor Tim Pieper (47) zweimal im Café Hagemeister in Werder aus seinem jüngst veröffentlichten Krimi „Tiefe Havel“. Er reiht sich in die Riege der bereits erschienene Teile „Kalte Havel“ und „Dunkle Havel“ ein. Alle drei sind regional stark verwurzelt. Für die beiden Lesungen in Werder gibt es inzwischen keine Karten mehr. Tim Pieper erzählt im MAZ-Interview, wie ihm die Idee für den neuesten Band kam und was er von der Blütenstadt hält.

Herr Pieper, der neueste Roman um den Kommissar Toni Sanftleben spielt erneut zu einem großen Teil im Raum Werder und auch Groß Kreutz. Woher kommt der enge Bezug zur Region, wo Sie doch eigentlich aus dem niedersächsischen Freiburg an der Elbe stammen?

Tim Pieper: Seitdem ich in Berlin lebe, unternehme ich oft und gerne Radtouren. Ich brauche das, auch für mich selbst, um etwas Idylle zu tanken. Dafür eignen sich Werder und die Umgebung ganz wunderbar. Im Jahr lege ich so mit dem Rad etwa 5000 Kilometer zurück. Ich bin seit 1998 in Brandenburg unterwegs. Dementsprechend viel habe ich im Laufe der Jahre gesehen. Die Idee für den ersten Krimi aus dieser Reihe kam mir sogar bei einer Radtour.

Erzählen Sie mal.

Ich hatte die Idee, die ländliche Idylle mit der Dunkelheit zu kontrastieren. Die Geschichte spielt auf dem Baumblütenfest und fängt damit an, dass sich die junge Sofie, die Frau des Ermittlers, von einem Bootsanleger in die Havel stürzt und spurlos verschwindet. Dieser Fall begleitet Toni seitdem und findet auch im neuesten Teil Erwähnung. Auch der Kontrast zwischen Lieblichkeit und Fremde findet sich wieder.

Wie ist die Idee zu „Tiefe Havel“ entstanden?

Mein Wohnort Kladow liegt direkt an der Havel und ich bin oft dort, entweder mit dem Rad oder auch mit dem Kinderwagen. Wenn man den Schiffen hinterherschaut, kann man schon mal ins Träumen kommen. Das Buch dreht sich ja um das Thema Binnenschifffahrt, mit der ich selbst auch familiär verwurzelt bin.

Inwiefern?

Ich bin in Freiburg an der Elbe aufgewachsen, das liegt zwischen Stade und Cuxhaven und ist teilweise noch ländlicher als hier. Mein Vater hatte ein kleines Landhandelsgeschäft und zu seinem Fuhrpark gehörte auch ein Frachtschiff mit dem Namen „MS Dora“. Das diente übrigens auch als Vorbild für das Hausboot, auf dem der Kommissar Toni in der Neustädter Havelbucht in Potsdam lebt. Die „MS Dora“ hat mein Vater irgendwann an ein Ehepaar verkauft, das es später weiter verkauft hat.

Was macht den Kommissar Toni Sanftleben aus Ihrer Sicht besonders?

Ich denke, er ist ein Kommissar mit Ecken und Kanten. Er hat Fehler, mit denen er ringen muss und versucht bei Ermittlungen trotzdem, einen klaren Kopf zu behalten. Die Spannung besteht bei ihm vor allem darin, dass er sich bei seiner Arbeit auch Herausforderungen aus seinem privaten Umfeld stellen muss. So geht es ja vielen Menschen. Das verleiht ihm zusätzliche Handlungsmotivation. Und: Er gibt nicht auf.

Baumblütenfest, Götzer Berge, Gestüt Bonhomme: Leser, die sich in der Region auskennen, stoßen in dem Roman auf bekannte Schauplätze. Haben Sie alle auch selbst besucht?

Ja, es ist mir ganz wichtig, die realen Orte selbst zu sehen. Ich versuche sogar zur gleichen Zeit dort zu sein wie Toni in der Geschichte, um die Szenerie besser beschreiben zu können. Viele Geschichten spielen direkt vor meiner Haustür. So erfahre ich sehr viel über die Region. Das macht es für mich auch viel bunter.

Welchen Eindruck haben Sie bei diesen Besuchen von der Blütenstadt Werder bekommen?

Ich finde, Werder ist ein wunderschöner Ort. Durch die eng bebaute Insel bekommt Werder einen ganz eigenen Charme. Beim Baumblütenfest war ich natürlich auch schon. Mit kleinen Kindern ist in der Innenstadt sehr viel Trubel, deshalb sind wir lieber etwas außerhalb auf den Obsthöfen.

Wie hat es Sie damals von der Elbe an die Havel verschlagen?

Ich bin durch mein Studium der Literaturwissenschaften nach Berlin gekommen. Außerdem haben Freunde von mir hier gewohnt. Bereut habe ich es nie, zumal ich hier meine Frau kennengelernt habe, mit der ich mittlerweile zwei Söhne habe.

Lesung in Fohrde am 6. Mai

In seinem dritten Fall geht der Kommissar Toni Sanftleben dem Mord eines Frachtschiff-Kapitäns auf den Grund. Zu spät begreift er, dass es auch um seine eigene Zukunft geht.

Zusätzlich zu den Lesungen in Werder präsentiert Tim Pieper den Roman am 6. Mai in der Villa Fohrde in Havelsee. Beginn: 11 Uhr. Das 288 Seiten starke Buch ist im Emons-Verlag erschienen. Es kostet 11,90 Euro.

ISBN: 978-3-7408-0285-1

Von Luise Fröhlich

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