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Potsdam-Mittelmark Neuer Mieter: Im Pogo wird bald geforscht
Lokales Potsdam-Mittelmark Neuer Mieter: Im Pogo wird bald geforscht
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09:03 16.03.2018
Das Gebäude, in dem sich bisher die Jugend traf. Quelle: Christiane Sommer
Bad Belzig

Das Institut für Lebensmittel- und Umweltforschung wird in den nächsten Monaten von Bergholz-Rehbrücke nach Bad Belzig verlegt. Die Backsteinvilla in der Berliner Straße 4, in der bis vor kurzem das Jugendfreizeitzentrum Pogo etabliert war, wird zur neuen Adresse.

Bereits seit dem 10. Februar ist das Obergeschoss zu diesem Zweck angemietet. Derzeit werden Labore und Büros eingerichtet. Der Biologe Martin Almendinger gehört zu den ersten Mitarbeitern, die ihren Arbeitsort nach Bad Belzig verlegt haben.

Sein Chef ist der Bierbrauer Norbert Eggenstein, der schon länger mit den Wissenschaftlern zusammen arbeitet und seit 2016 Geschäftsführer der Forschungseinrichtung ist.

Im Verlauf des Jahres sollen alle 16 Mitarbeiter des Forschungsinstituts die Arbeit in Bad Belzig aufgenommen haben. „Bis zum Jahresende werden es 20 sein“, ergänzt der Chef. Noch ähneln die Räumlichkeiten im Dachgeschoss der alten Villa keineswegs denen eines Instituts. Noch stehen Farbeimer neben Computern.

Noch müssen die Mitarbeiter der ersten Stunde am neuen Standort in Bad Belzig selbst mit anpacken, um aus verwohnten Räumen wirklich Arbeitsplätze werden zu lassen.

Dass die Anmietung des Objekts kurze Zeit nach dem Auszug der Jugendfreizeiteinrichtung reibungslos gelang, bezeichnet Eggenstein dennoch als „glücklichen Umstand“. Nun werden Pläne geschmiedet - mit dem Landkreis Potsdam-Mittelmark und der Kommune.

Im städtischen Wirtschaftsausschuss wurde beispielsweise in dieser Woche beraten, wie mit dem vermieteten Haus weiter verfahren werden soll. Denn es gibt drei Interessenten, die ohne große Akquise gleich Kaufbereitschaft signalisiert haben. Einer von ihnen schriftlich.

Zur Geschichte

Das Gutshaus, das bis auf den heutigen Tag sein äußeres Erscheinungsbild kaum verändert hat, wurde Ende des 19. Jahrhunderts errichtet.

Nach den Zweiten Weltkrieg waren Flüchtlingsfamilien einquartiert. Später hatte der Klub der Volkssolidarität dort sein Domizil.

Nach der Wende wurde das Haus zur Jugendfreizeiteinrichtung umgebaut und als solche bis zum 31. Dezember 2017 genutzt.

Das umgebende 8000 Quadratmeter große Gelände blieb teilweise ungenutzt.

„Um die dauerhafte Ansiedlung dieser wissenschaftlichen Einrichtung zu ermöglichen und damit hoch qualifizierte Arbeitsplätze nach Bad Belzig zu bringen, setzen wir uns für den Verkauf des Gebäudes an den Landkreis Potsdam-Mittelmark ein“, fordert Tobias Paul (CDU).

Der Umzug des Instituts in den ländlichen Raum ist Voraussetzung für weitere Fördermittel der Europäischen Union und des Landes Brandenburg. Außerdem fließt das Geld nur, wenn es bei dem Domizil einen kommunalen Vermieter gibt, so heißt es. Die Stadt Bad Belzig ist nach wie vor nicht in der Lage, das Haus herzurichten.

Daher sprachen sich die Ausschussmitglieder für die Erarbeitung eines Wertgutachtens aus, auf dessen Grundlage später der erfolgen soll. Geht das Objekts tatsächlich an den Landkreis Potsdam-Mittelmark bzw. ein Tochterunternehmen, könnten weitere Pläne reifen.

Nach Eggensteins Aussage ist – Baurecht auf dem 8000-Quadratmeter-Gelände vorausgesetzt – ein Institutsneubau in Nachbarschaft zur alten Villa angedacht. Der würde wiederum den 20 Forschern beste Arbeitsbedingungen bieten.

Die Villa hingegen könnte dann vom Team des Technologiezentrums Teltow GmbH (TZT) bezogen werden, die für die Wirtschaftsförderung verantwortlich zeichnet. Im TZT ist vor Jahresfrist bereits das Technologie- und Gründerzentrum „Fläming“ (TGZ) aufgegangen. Deren ursprünglicher Sitz an der Brücker Landstraße soll mehr denn je für Verwaltungsbüros genutzt werden.

Bürgermeister Roland Leisegang (parteilos) sieht im Zusammenspiel von ILU und TZT bereits einen positiven Nebeneffekt für die Kur- und Kreisstadt. „Die Verwaltung kann den Bereich der Wirtschaftsförderung nicht ernsthaft bespielen. Da ist es gut, den Kontakt zu Wirtschaftsförderern in der Stadt zu haben.“

Die hochwertigen Arbeitsplätze, die mit der Ansiedlung des Forschungsinstituts geschaffen werden, wertete er als weiteren positiven Nebeneffekt.

Von Christiane Sommer

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