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Potsdam-Mittelmark Kinder planen ihren Spielplatz selbst
Lokales Potsdam-Mittelmark Kinder planen ihren Spielplatz selbst
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16:36 09.07.2017
Tamino Schulzke (M.) misst auf dem Grundstück in der Stückener Straße in Seddin schon mal aus, wie groß sein Spiel- und Bolzplatz einmal sein wird. Bruder Matteo (l.) und die Eltern Tobias und Mandy helfen ihm dabei. Quelle: H. Helwig
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Seddin

Wohl zum ersten Mal sind nicht diplomierte Bauingenieure oder Landschaftsplaner die Architekten eines künftigen Spiel- und Bolzplatzes in Seddin. Diesmal bestimmen die Kinder und Jugendlichen selbst, wie ihr neues Abenteuerland in der Stückener Straße aussehen und welche Spiel- und Bewegungsmöglichkeiten es ihnen bieten soll. Gemeinsam mit Esther Blodau und Hjördis Hoffmann vom Berliner Verein „Stadtgeschichten“ haben Seddiner Kinder und Jugendliche, aber auch Eltern, ihre eigenen Vorstellungen von einer Spiellandschaft mit Ruhezonen zusammengetragen. Daraus soll Landschaftsplaner Ulrich Grünmüller nun einen genehmigungsreifen Bebauungsplan erarbeiten. Er hatte auch die Idee, die Kinder und Jugendlichen direkt in das Vorhaben einzubeziehen. Das multidisziplinäre Team aus Künstlern und Architekten des Stadtgeschichten-Vereins hat seit 2013 in Berlin und anderen Großstädten schon zahlreiche ähnliche und weitaus größere Projekte konzeptionell begleitet und Begegnungen zwischen Menschen initiiert.

Die Vorschläge und Hinweise zur Gestaltung des neuen Spiel- und Bolzplatzes kommen auch von Seddinern, die unmittelbar an der Fläche wohnen. Fest steht jetzt schon, dass der Platz nicht allein den älteren Kindern und den Jugendlichen vorbehalten bleiben soll. So suchen zum Beispiel Eltern mit Kindern im Alter von zweieinhalb Jahren in Seddin bislang vergeblich Spielmöglichkeiten, die von den Kleinen allein und ohne ununterbrochene direkte Aufsicht genutzt werden können. Die Erwachsenen wollen sich auch mal in einer ruhigen und schattige Ecke zusammensetzen und sich über ihre Kinder austauschen können.

Für die Kinder und Jugendlichen ist vor allem die Bewegung äußerst wichtig. Ballspiele, Klettermöglichkeiten und Rutschen stehen bei ihnen ganz oben auf der Wunschliste zur künftigen Nutzung des Platzes. Auf ihm dürfen unter anderem die Kinderseilbahn oder die Kletterwand eben sowenig fehlen wie die Nestschaukel oder höhenverstellbare Seilschaukeln für verschiedene Altersgruppen. Auf seinen ersehnten Pool wird beispielsweise Tamino Schulzke allerdings ebenso verzichten müssen wie einige Jugendliche auf ihren Kühlschrank in der erhofften Chill-Ecke. Vielleicht klappt es da wenigstens mit dem kostenlosen W-Lan auf dem Platz.

Den Erwachsenen ist unter anderem die Sauberkeit durch Aufstellen von Abfallbehältern, aber noch mehr die Sicherheit ihrer Kinder wichtig. Ihnen reicht eine Einzäunung des Platzes, auch zum Schutz vor Wildtieren, nicht aus. Ihrer Meinung müsste die Stückener Straße, an der der Spiel- und Bolzplatz liegt, zur Einbahnstraße oder zumindest zur Sackgasse erklärt werden. Die Autofahrer halten sich meist nicht an die Tempo-30-Vorschrift, sondern durchfahren die Straße teils mit 70 km/h, sagen die Anwohner.

Landschaftsplaner Grünmüller will nun den Spagat zwischen den Nutzungsvorstellungen für kleine und größere Kinder, Jugendliche und Erwachsene auf dem Platz hinbekommen und den Seddinern etwa im Herbst eine Planung vorlegen, über die sie dann noch einmal diskutieren können. Er ist von der regen Teilnahme der Seddiner und deren Kreativität begeistert. „Schon jetzt zeichnet sich ab, dass der Spiel- und Bolzplatz an der Stückener Straße nicht nur ein Treffpunkt der Kinder und Jugendlichen, sondern eine Begegnungsstätte aller Seddiner wird“, sagt Grünmüller.

Spiel- und Bolzplatz soll im Juni fertig sein

Das Grundstück an der Stückener Straße ist rund 2500 Quadratmeter groß.

Den Kauf der Fläche hatte die Gemeindevertretung von Seddiner See im April dieses Jahres beschlossen.

Mit dem Baubeginn rechnet Landschaftsarchitekt Ulrich Grünmüller im Frühjahr des nächsten Jahres. Der neue Spiel- und Bolzplatz soll im Juni 2018 fertig sein.

In den vergangenen fünf Jahren sind mit jungen Familien auch viele kleinere Kinder nach Seddin gezogen, so dass der einzige öffentliche Spielplatz im Ort nicht mehr ausreicht.

Das Gelände war früher einmal ein Spargelfeld, das der private Eigentümer allerdings nicht mehr genutzt hatte.

Von Heinz Helwig

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