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Neuer Treffpunkt belebt die Ladenstraße

Bergholz-Rehbrücke Neuer Treffpunkt belebt die Ladenstraße

In Bergholz-Rehbrücke wird am 20. Oktober das neue, gemeinsame Domizil der Nuthetaler Akademie 2. Lebenshälfte und der Gemeindebibliothek eröffnet. Der Umzug der beiden Einrichtungen ins Zentrum von Bergholz-Rehbrücke hat schon vor der offiziellen Eröffnung einen belebenden Effekt auf die Ladenstraße, die auf einer Straßenseite keinen Leerstand mehr hat.

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Judith Wermelskirch-Wieland, Leiterin der Nuthetaler Akademie 2. Lebenshälfte, in ihrem neuen Büro.

Quelle: Jens Steglich

Bergholz-Rehbrücke. Die Nuthetaler Akademie 2. Lebenshälfte ist jetzt im Zentrum von Bergholz-Rehbrücke zu Hause. Mit einer Feier wird das neue Domizil in der Straße Zum Springbruch 6 am Freitag um 15.30 Uhr eröffnet. Die ersten Kurse sind aber bereits erfolgreich über die Bühne gegangen. Erstes Fazit: „Es ist alles sehr schön geworden“, sagt Akademie-Leiterin Judith Wermelskirch-Wieland. Bei der Premieren-Lesung in der Literaturcafé-Reihe haben sich jüngst auch schon die Vorteile moderner Raumarchitektur gezeigt. „Wir haben im Veranstaltungsraum Akustik-Segel an der Decke. Der Klang ist sehr gut, es ist alles viel besser zu verstehen“, so Wermelskirch-Wieland.

Die Gemeinde Nuthetal hat 60 000 Euro investiert und mit dem Geld leerstehende Geschäftsräume in der Rehbrücker Ladenstraße für die Akademie und für die Gemeinde-Bibliothek umgebaut. Der alte Akademie-Standort im Andersenweg in Bergholz-Rehbrücke wurde im Gegenzug in ein Klassenzimmer verwandelt und gehört jetzt zur Otto-Nagel-Grundschule. Im früheren Akademie-Domizil lernt bereits eine 1.Klasse. Auch die Schulsozialarbeiterin kann dort einen Raum nutzen.

Der Wechsel vom Ortsrand mitten ins Zentrum von Bergholz-Rehbrücke ist laut Akademie-Leiterin schon vor der offiziellen Eröffnung am regen Publikumsverkehr spürbar. „Wir haben so viele Neugierige, die uns jetzt entdecken, weil wir zentral liegen. Ich denke, wir werden viele neue Akademie-Nutzer bekommen“, sagt sie. Für eine Akademie, die sich vor allem an Menschen in der zweiten Lebenshälfte wendet, kann es in Bergholz-Rehbrücke wahrscheinlich keinen besseren Standort geben. In Wurfweite sind vor anderthalb Jahren die altersgerechten Wohnungen entstanden. Akademie-Mitstreiter Egon Mücke wohnt jetzt dort und kann fast schon in Hausschuhen zum Kurs laufen. Am neuen Standort sind die Akademieräume jetzt auch barrierefrei zu erreichen. Küche, behindertengerechte Toiletten und Vorraum werden gemeinschaftlich mit der Gemeinde-Bibliothek genutzt, die mit eingezogen ist. Die räumliche Nähe biete sich auch für gemeinsame Veranstaltungen von Bibliothek und Akademie an, hieß es. Der große Veranstaltungsraum ist für eine mehrfache Nutzung gedacht. Auch Veranstaltungen etwa der Volkssolidarität, der Gemeinde oder anderer Vereine sollen dort stattfinden.

Die Hoffnung der Gemeinde, dass der Umzug von Akademie und Gemeinde-Bibliothek ins Zentrum auch eine belebende Wirkung auf die Ladenstraße dort hat, scheint sich zu erfüllen. Die rechte Seite in Rehbrückes Geschäftsstraße ist jetzt wieder komplett belegt, sagte Nuthetals Bürgermeisterin Ute Hustig (Linke). Die vormals leerstehenden Geschäftsräume „Zum Springbruch 6“ hat die Kommune für Akademie und Bibliothek selbst angemietet. Neu hinzugekommen ist ein Blumenladen, der vergangenen Freitag eröffnete. Die zwischenzeitlich geschlossene Boutique „Die Zwei“ hat mit neuer Betreiberin auch wieder geöffnet. Auf der anderen Straßenseite stehen allerdings noch die früheren Räume von Edeka und Schlecker leer. Die Gemeindevertreter hatten jüngst mit einer B-Plan-Änderung die Möglichkeit geschaffen, in den Geschäftsräumen im hinteren Teil der Ladenstraße auch Wohnungen einrichten zu können. Allerdings müssen hier auch die Eigentümer mitspielen.

Die Akademie- und Bibliothekseröffnung am Freitagnachmittag ist mit einem kleinen Herbstfest in der Ladenstraße verbunden, an dem sich die Geschäftsleute beteiligen. In der Akademie werden zur Feier des Tages ausgewählte Texte aus dem Kurs „Autobiografisches Schreiben“ präsentiert. „Das ist ein toller Kurs“, sagt die Akademie-Leiterin: „Es sind vor allem Zeitzeugen-Geschichten aus der Kriegs-, Nachkriegs- und aus der DDR-Zeit, die verloren und vergessen wären, wenn die, die sie noch erlebt haben, sie nicht erzählen und aufschreiben würden.“

Von Jens Steglich

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