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Neues Familienzentrum ist startklar

Wiesenburg Neues Familienzentrum ist startklar

Das Familienzentrum der Gemeinde Wiesenburg/Mark (Potsdam-Mittelmark) ist startklar. Dana Nobel aus Bad Belzig wird die Leiterin sein. Die 26-Jährige kann auf tatkräftige Unterstützung hoffen. Während die Personalien geklärt sind, bleibt die Aufgabenstellung aber noch etwas unpräzise.

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Dana Nobel (re.) leitet das Familienzentrum in Wiesenburg. Unterstützung gibt es von Schulsozialarbeiterin Lisa Marie König und Barbara Keller (li.) vom Arbeiterwohlfahrt-Bezirksverband Potsdam.

Quelle: René Gaffron

Wiesenburg. Ihre offenherzige Art kann Dana Nobel in den nächsten Wochen und Monaten gewiss häufig einsetzen. Denn die 26-Jährige will sich und ihr Anliegen in den 14 Orten der Gemeinde Wiesenburg/Mark bekannt machen; ausdrücklich Jung und Alt zur Mitwirkung einladen. Sie stammt aus Bad Belzig, ist gelernte Erzieherin und hat soziale Arbeit studiert, Berufserfahrung in Nürnberg und Dessau gesammelt. Selbst gerade aus der Elternzeit kommend wird sie nun die Leiterin des Familienzentrums.

Mehr als anderswo sollen in der 4300-Einwohner-Kommune dessen umfang- und facettenreiche Aufgaben auf viele Schultern verteilt werden. Demnach sollen neben der Chefin auf ihrer 30-Stunden-Stelle noch drei weitere Leute für die Etablierung verantwortlich zeichnen. Das ist zum ersten Lisa Marie König. Die 21-Jährige aus Wollin ist als Nachfolgerin von Jana Klemet-Franke bereits seit dem Sommer hauptsächlich als Sozialarbeiterin in der Grundschule „Am Schlosspark“ tätig. Ein Drittel ihrer Arbeitszeit soll sie für die neue Herausforderung investieren. Zum zweiten hat die Gemeinde Wiesenburg/Mark seit Jahresbeginn tatsächlich wieder mit Carsten Neumann einen Jugendkoordinator. Er ist außerdem Erzieher im Hort. Des weiteren soll noch die Kooperation mit Irina Seeger, Leiterin der Bibliothek „Am Männekentor“, intensiviert werden.

Start in der Grundschule „Am Schlosspark“

Das Familienzentrum der Gemeinde Wiesenburg/Mark startet zunächst unter dem Dach der Grundschule „Am Schlosspark“. Dort können Büro, Schulcafé und Nebenstelle der Bibliothek genutzt werden.

Langfristig soll die Einrichtung in der Ortsmitte etabliert werden. Zu dem Zweck ist – unter der Bedingung einer Fördergeldzusage – die Nutzungserweiterung der Kunsthalle am Goetheplatz vorgesehen. Der Umbau würde zwei Jahre dauern und 700 000 Euro kosten. Die Initiative „Kunst-Perle Fläming“ als bisherige Hauptnutzer ist von der Idee noch nicht begeistert.

Außerdem kann das Familienzentrum bei Bedarf in den Dörfern präsent sein. Im Amt Niemegk haben sich regelmäßige Offerten in Schlalach und Dahnsdorf entwickelt, Bedarf aus Lühnsdorf ist angemeldet.

Die Gemeinde Wiesenburg/Mark ist eine der letzten im Landkreis Potsdam-Mittelmark, die ein Familienzentrum aufbaut. So sehr die Schmerwitzerin Anne Leschke und Enthusiasten aus der Arbeitsgruppe, die quasi als Beirat weiter bestehen wird, zuletzt für den Aufbau der Einrichtung geworben haben, so zweifelten doch gerade die entscheidenden Kommunalpolitiker, ob die Angebote von Schulen, Tagesstätten, Vereinen und Gruppen nicht ausreichen würden. „Tatsächlich geht es nicht um eine Konkurrenz, sondern höchstens Ergänzung und vielleicht noch Vernetzung“, erklärt Dana Nobel. Bestenfalls unter weitere Ausnutzung des schon vorhandenen Potenzials bei der Kooperation mit Kulturschaffenden sowie bei generationsüberreifenden Veranstaltungen, meint sie. „Dabei kommen die Themen des Alltags quasi von selbst zur Sprache“, zeigt sich Lisa Marie König durchaus optimistisch.

„Ausdrücklich stehen die Treffs immer allen Familien offen. Nicht nur, wenn es Probleme zu lösen gilt”, sagt Barbara Keller. „Gleichwohl wir dann wissen, wo der nächste Ansprechpartner ist“, so die Erziehungswissenschaftlerin. Unter dem Dach des Arbeiterwohlfahrt-Bezirksverbandes Potsdam zeichnet sie für die Familienzentren im Amt Niemegk, im Wohngebiet Klinkengrund (Tagesstätte „Tausendfüßler“) und Kreativwerkstatt „Trollberg“ in Bad Belzig verantwortlich. Den Auftrag hatte ihr die Gemeindevertretung Wiesenburg/Mark nach dem Interessenbekundungsverfahren erteilt.

Zur Bedarfsanalyse soll es nicht eine zentrale Veranstaltung oder eine schlichte Umfrage geben, sondern gerade anfangs regelmäßig Präsenz im Alltag sowie beispielsweise wieder beim Blumenmarkt am 14. Mai.

Selbst die Erfahrungen, dass bisher dargebotene Elternbildungsveranstaltungen auf wenig Resonanz gestoßen sind oder in einem halben Jahr womöglich schon andere Schwerpunkte gesetzt werden müssen, entmutigen Dana Nobel und ihre Mitstreiter nicht.

Von René Gaffron

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