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Neue Feuerwache endlich in Besitz genommen

Schenkenhorst/Sputendorf Neue Feuerwache endlich in Besitz genommen

Mehr als 17 Jahre mussten die Feuerwehrleute in Schenkenhorst und Sputendorf auf diesen Augenblick warten: Mit einem Fest nahmen sie am Samstag ihr neues Feuerwehrgerätehaus am Standort zwischen den beiden Stahnsdorfer Ortsteilen offiziell in Betrieb. Rund 1,3 Millionen Euro investiert die Gemeinde Stahnsdorf in den Neubau.

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Bei der Übernahme ihres neuen Gerätehauses enthüllten die Kameraden am Samstag an der Fassade auch den offiziellen Namen ihrer gemeinsamen „Ortsfeuerwehr Schenkenhorst/Sputendorf“.

Quelle: H. Helwig

Schenkenhorst/Sputendorf. Soviel Rot wie am Samstagabend hatten die Schenkenhorster und Sputendorfer wohl noch nie gesehen. Ein Dutzend Feuerwehrautos aus der Region kam in die beiden Stahnsdorfer Ortsteile, um mit den Feuerwehrleuten die offizielle Übernahme des neuen Gerätehauses zu feiern. „Juhuu! Endlich geschafft“, triumphierte Ortswehrführerin Steffi Pietzner. Seit drei Wochen waren die 15 Feuerwehrmänner und eine -frau am Einrichten ihres neuen Stützpunktes. Manch eingeübter Handgriff saß noch nicht sofort, weil man sich in der neuen Umgebung erst einmal zurecht finden musste. Drei Einsätze fuhren die Brandschützer schon in dieser Zeit – den jüngsten erst am vergangenen Donnerstag. Rund 1,3 Millionen Euro hat die Gemeinde Stahnsdorf in den neuen Standort investiert. Dass er genau zwischen den beiden Dörfern Schenkenhorst und Sputendorf liegt, hat Symbolkraft: Die neue Feuerwehrwache soll die Zusammengehörigkeit beider Orte demonstrieren.

Fast auf den Tag genau vor zwanzig Jahren hatte die damalige Bürgermeisterin der noch eigenständigen Gemeinde Schenkenhorst, Karin Steingräber, begonnen, ein neues Feuerwehrhaus einzufordern. „Wir saßen in einer Ausschusssitzung in Güterfelde mit dem früheren Kreisbrandmeister zusammen“, erinnert sie sich. Die Sputendorfer Wehr hatte sich bereits aufgelöst. Die Schenkenhorster standen kurz davor, weil sich ihr 1934 erbautes Spritzenhäuschen ohne fließend Wasser und Heizung in einem desolaten Zustand befand. Doch zur Jahrtausendwende waren zunächst die Güterfelder mit einem neuem Depot dran. Danach musste der einstige Bürgermeister Gerhard Enser die Gemeinde Stahnsdorf erst einmal vor dem finanziellen Ruin bewahren. Aber Steingräber blieb hartnäckig. „Zwanzig Jahre hat die Schwangerschaft gedauert. Jetzt ist das Kind endlich geboren“, sagte sie glücklich am Samstag.

Ein letztes Mal gingen einige Feuerwehrleute fast schon wieder etwas wehmütig durch die alten Kabuffs in Schenkhorst. Das Spritzenhäuschen war immerhin Teil ihres Lebens, an dem sie so manches fröhliche Fest miteinander gefeiert hatten. Nachbarin Brigitte Hinz passte genau auf, dass kein Unbefugter das Gelände betrat und meldete jeden Fremden sofort der Feuerwehr. Nachbarin Charlotte Klein – mit 92 Jahren die älteste Einwohnerin in Schenkenhorst – freute sich jedes Mal, „wenn die jungen Männer nebenan waren. Dann war immer Leben in der Bude.“

Doch den beiden Plumpsklos, die erst später durch neuere Sanitäranlagen ersetzt wurden, weint niemand hinterher, und die Zeit, in der die Einsatztechnik von drei verschiedenen Standorten in Schenkenhorst und Sputendorf geholt werden musste, wünscht sich auch keiner zurück. Aus Platzmangel hatten die Kameraden zuletzt schon ihre Schutzanzüge und mitunter einen Teil der Ausrüstung im Kofferraum der privaten Autos zu liegen, sagt einer.

Im neuen Haus ist jetzt Platz für das Löschfahrzeug, den Mannschaftstransportwagen und den Traditions-W 50 der Wehr. Im Erdgeschoss wurden neben der Fahrzeughalle ein Büro für die Ortswehrführerin, eine Werkstatt sowie getrennte Umkleide- und Sanitärräume eingerichtet. Das Obergeschoss teilen sich die aktiven Kameraden und die 16 Nachwuchs-Brandschützer mit je einem eigenen Arbeits- und Schulungsraum. An eine kleine Küche wurde ebenfalls gedacht.

Von Heinz Helwig

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