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Neues Gästezentrum im Diakonissenhaus

Kloster Lehnin Neues Gästezentrum im Diakonissenhaus

Das Evangelische Diakonissenhaus in Lehnin hat am Mittwoch feierlich sein neues Gästehaus im früheren Schulungsgebäude eröffnet. In die Nutzungsumwandlung und Sanierung flossen 728.000 Euro. Matthias Blume, Theologischer Vorstand, nannte als Entwicklungsziel eine Akademie, wie sie an einem Zisterzienserkloster in Niedersachsen entstanden ist: Loccum.

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Propst Christian Stäblein, aufgewachsen in Loccum bei Hannover, hielt vor dem neuen Gästehaus die festliche Andacht. Eine Rampe und neue Farbe werden nach angebracht.

Quelle: Volkmar Maloszyk

Lehnin. Genau 35 Gästezimmer stehen dem Diakonissenhaus mit seinem neuen „Zentrum Kloster Lehnin“ seit Mittwoch zur Verfügung. Neun davon bietet das frühere Schulhaus und sind an diesem Tag feierlich mit rund 100 Gästen, darunter Potsdam-Mittelmarks Landrat Wolfgang Blasig, eröffnet worden.

Für 728.000 Euro und damit genau nach Plan erschuf der Rädeler Architekt Jürgen Hermann ein von seiner Raumaufteilung neues behindertengerechtes Gebäude in historischer Hülle samt Fahrstuhl. Die Gästezimmer, von denen die meisten mit einem eigenen Bad ausgestattet sind, stehen nun für Gruppen, aber auch Einzelreisende bereit, die sich fortbilden wollen oder einfach nur spirituelle Ruhe suchen.

Matthias Blume, Theologischer Vorstand des Evangelischen Diakonissenhauses Berlin, Teltow, Lehnin, während seiner Festansprache

Matthias Blume, Theologischer Vorstand des Evangelischen Diakonissenhauses Berlin, Teltow, Lehnin, während seiner Festansprache.

Quelle: Volkmar Maloszyk

Als „Meilenstein zur Entwicklung des „Zentrums Kloster Lehnin“ bezeichnete Pfarrer Matthias Blume, der Vorsitzender des Vorstandes des Evangelischen Diakonissenhauses, das neue Gästehaus. Gefördert wurde es von der Landeskirche und mit 100 000 Euro auch vom Landkreis Potsdam-Mittelmark. „Es ist nicht wiederzuerkennen“, staunte die 70-jährige Heidrun Sigmund, die vier Jahre dort unterrichtet hatte, nach ihrem Rundgang.

Landrat sprach einen wunden Punkt an

Neugeschaffenes und Gescheitertes, eben Freud und auch ein wenig Leid, lagen an diesem Tag eng beieinander – oder sprudelnde Brunnen und Jammertal, um in der Sprache des Propstes Christian Stäblein zu bleiben, die dieser für seine Andacht zu Beginn des Festes wählte. Landrat Blasig stieß in seinem Grußwort in den wunden Punkt: „Wir hätten gerne noch mehr gefördert für die Nutzung des Kornspeichers im Anschluss“, doch das sei ein Jammertal, „laben wollen wir uns am neuen Gästehaus.“

Blume konterte, das Wort Kornspeicher werde er an einem Freudentag wie diesem nicht mehr in den Mund nehmen. Der Grund: Dem Plan, den Kornspeicher ebenfalls in ein Gästehaus umzuwandeln, hatte im vorigen Jahr die Denkmalschutzbehörde den Garaus gemacht. Nach Angaben von Alexander Schulz, Sprecher des Evangelischen Diakonissenhauses Berlin, Teltow, Lehnin, war zuvor bereits und damit für die Katz eine sechsstellige Summe in die Planung geflossen. Wie es mit dem Kornspeicher weitergeht, scheint noch für Jahre offen zu sein.

Rund hundert Gäste verfolgten am Mittwoch die feierliche Einweihung des für Übernachtungsbesucher umgebauten früheren Schulhauses am Klosterk

Rund hundert Gäste verfolgten am Mittwoch die feierliche Einweihung des für Übernachtungsbesucher umgebauten früheren Schulhauses am Klosterkirchplatz in Lehnin.

Quelle: Volkmar Maloszyk

Ende 2017 soll das Elisabethhaus ein weiteres Beherbergungsgebäude werden für 2,7 Millionen Euro. Finanzieren sollen das größtenteils EU-Mittel. An der Gegenfinanzierung durch Förderer und Eigenmittel bastelt das Diakonissenhaus Schulz zufolge noch.

Diakonissenhaus hofft auf schnelle Auslastung

Der angekündigte Besuch des früheren Ministerpräsidenten Manfred Stolpe, langjähriger Kuratoriumsvorsitzender des Diakonissenhauses, blieb aus. Ex-Generalsuperintendent Hans-Ulrich Schulz überbrachte dessen Grußwort. Andrea Richter, Beauftragte für Spiritualität in der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, wünschte allen, „die hier kommen und gehen, Gottes Segen“. Blume hegt den Wunsch, der kirchliche Ort werde „zum Loccum des Ostens“. In Loccum betreibt die Evangelische Landeskirche Niedersachsen an einem Zisterzienserkloster eine Akademie. Michael Blümchen, zuständiger Geschäftsführer: „Wir wünschen uns schnell eine tolle Auslastung.“

Kirchenmänner und Tourismus

Handwerker und Planer aus der nahen und ferneren Region haben das frühere Schulhaus am Klosterkirchplatz in Lehnin zu einem Gästehaus mit stilvoll, aber nicht verschwenderisch eingerichteten Zimmern umgebaut. Benannt sind diese nach neun Männern von großer Bedeutung für die Kirchengeschichte. Unter ihnen: Dietrich Bonhoeffer, Martin Niemöller, Lothar Kreyssig und Gottfried Forck. Die Räume im nächsten Gästeflügel sollen den Äbtissinnen des Stifts Lehnin gewidmet werden. Zu den neun Gästezimmern entstand ein Tagungsraum unter dem Giebel. Ziel ist es, ungenutzte Räume sinnvoll mit Leben zu füllen. Die Krankenpflegeschule ist nach Kleinmachnow umgezogen.

Nach Angaben des Theologischen Vorstandes Matthias Blume „wird die Nutzung nie genug erwirtschaften“, um das aufwendig zu unterhaltende Gebäudeensembles des Stifts zu finanzieren. „Wir brauchen daher weiter Förderer.“

Landrat Wolfgang Blasig betonte die Bedeutung des Tourismus für Potsdam-Mittelmark. Die Region um Lehnin habe im vorigen Jahr 30 000 Gäste angelockt.

 

Von Marion von Imhoff

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