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Neues Heizhaus für Klinik und Klinkengrund

Bad Belzig Neues Heizhaus für Klinik und Klinkengrund

Ein Kran war dieser Tage der Blickfang in Bad Belzig. Mit der Technik sind die Abzüge am 31 Meter hohen Schornstein des Heizhauses der Stadtwerke GmbH erneuert worden. Es wird nicht die einzige Investition an der Stelle bleiben.

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Die vier Abzüge am Schornstein des Heizhauses der Stadtwerke-GmbH wurden jetzt erneuert.

Quelle: René Gaffron

Bad Belzig. „Die Prüfungen der Sachverständigen haben nie Mängel offenbart“, sagt Ingo Krugmann. „Aber es soll auch nicht gewartet werden, bis womöglich ein Defekt eintritt“, so der Technikchef der Stadtwerke-GmbH. Deshalb sind dieser Tage die vier Abzüge am Schornstein des Heizhauses auf dem Gelände des Krankenhauses demontiert worden. Der Ausleger des Krans war bis Freitag der Blickfang in der Kur- und Kreisstadt.

„Die Herausforderung besteht hier in den knapp bemessenen Platzverhältnissen“, sagt Wolfhart Danowski. Für die von ihm geführte F & S Feuerfestbau-GmbH Magdeburg war es nicht der schwierigste Auftrag des seit 1976 währenden Berufslebens in dem Metier. „Aber die Monteure sind in ihrem Krankorb schon ganz schön beansprucht gewesen“, bestätigt der Fachmann. „Zum Glück war die meiste Zeit lang gutes Wetter.“

Finanzielle Bedingungen derzeit relativ günstig

Während jetzt mehrere Einzelteile jeweils an der Hauptesse angebracht worden sind, waren die Rohre seinerzeit – 31 Meter lang – in einem Stück hergestellt, geliefert und montiert worden. Das sei heutzutage nicht mehr üblich. In der Mitte war zumindest augenscheinlich, wo sich Kondensate bilde und am ehesten mit Schäden zu rechnen wäre. Die Entsorgung von Altmetall, Kunst- und Dämmstoffen hat ein dafür lizenzierter Abnehmer übernommen, heißt es.

1700 Wohnungen mit Wärme versorgt

Die Umstellung auf umweltfreundliche Fernwärme war nicht zuletzt von Bedeutung für die Kurortentwicklung. Denn zu DDR-Zeiten wurde fast ausschließlich mit Kohle geheizt.

Ende 1992 war das Wohngebiet Klinkengrund zunächst an zwei Versorgungscontainer angeschlossen. Bereits im Folgejahr 1993 ging das neue Heizwerk in Betrieb. Es versorgt seitdem nahezu den gesamten Gebäudebestand der Wohnsiedlung sowie das Krankenhaus mit Wärme und Warmwasser.

Über die Jahre folgten Kurparksiedlung, Steintherme, Burg Eisenhardt, Schulen, das Gebäude der Verkehrsgesellschaft, das sanierte Bahnhofsgebäude und andere Einrichtungen.

Derzeit werden mehr als 1700 Wohnungen mit Fernwärme versorgt. Seit 25 Jahren läuft der Betrieb ohne nennenswerte Störungen.

Insgesamt 85 000 Euro kostet die Erneuerung der vier Abzüge. Die Geschäftsführung mit Matthias Gabriel an der Spitze habe entschieden, jetzt zu investieren, da die finanziellen Bedingungen relativ günstig sind, sagt Ingo Krugmann. Es ist nicht freilich die einzige Investition in dem Klinkerbau, der zunächst „Technische Zentrale“ des Unternehmens werden sollte. Immerhin wird von dort seit einem Vierteljahrhundert auf drei Trassen die Fernwärme-Lieferung für die Mieter im Wohngebiet Klinkengrund realisiert. Außerdem ist der hiesige Standort des Ernst-von-Bergmann-Klinikums ein bedeutender Abnehmer.

Notstromversorgung für das Krankenhaus

Nicht zuletzt deshalb ist für den Fall der Versorgungsunterbrechung eine Notstromversorgung eingerichtet, so dass zumindest das Krankenhaus weiter beheizt werden könnte. Aber dort, wo einst der Hochdruck-Dampfkessel stand für Wäscherei, Sterilisation und Küche, die nebenan nicht mehr oder nur noch reduziert betrieben werden, ist inzwischen eine Lücke.

„An der Stelle wird im September ein Blockheizkraftwerk mit 50 Kilowatt elektrischer Leistung aufgestellt“, berichtet Ingo Krugmann. Auf Erdgasbasis wird damit – wie schon beim Pilotversuch in der Karl-Marx-Straße und bei weiteren Abnehmern – Strom und Fernwärme für die Quartiere der Wohnungsgenossenschaft Belzig 1919 an der Friedrich-Schiller-Straße produziert. Weitere 150 000 Euro geben die Stadtwerke für die Anlage aus.

Von René Gaffron

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