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Neues Projekt soll Kindern mit LRS helfen

Stahnsdorf Neues Projekt soll Kindern mit LRS helfen

Immer mehr Kinder leiden an einer Lese-Rechtschreib-Schwäche – kurz LRS. In Stahnsdorf hat man bereits positive Erfahrungen mit einem Projekt gemacht, bei dem die Universität Potsdam Schulen unter die Arme greift. Ob das Hilfsangebot auch in Kleinmachnow und Teltow eingeführt wird, ist allerdings offen. Die Entscheidung soll im Regionalausschuss fallen.

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Quelle: dpa

Stahnsdorf. Von einem Erfolgskonzept spricht die Gemeinde Stahnsdorf in Zusammenhang mit dem nun im zweiten Jahr stattfindenden Projekt zur Bekämpfung der Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS) bei Schulkindern – nun soll eine regionale Beratungsstelle entstehen, damit auch Betroffene in den beiden anderen TKS-Kommunen, Teltow und Kleinmachnow, besser betreut werden können.

Uni Potsdam hilft kräftig mit

Wenn Schulkinder – wie üblich – erst in der fünften Klasse genauer auf Schwächen im Bereich Lesen und Rechtschreibung untersucht werden, ist es oft schon sehr schwierig, daran noch effizient zu arbeiten. Schon die zweite Klasse ist entscheidend für die Entwicklung dieser Fähigkeiten – und genau hier setzt das LRS-Projekt in Stahnsdorf an, das im vorigen Schuljahr das erste Mal durchgeführt wurde und nun in die zweite Runde geht: Bereits im ersten Halbjahr der zweiten Klasse werden die Kinder beobachtet, im zweiten Semester wird dann gemeinsam mit der Universität Potsdam gezielt mit Kindern gearbeitet, die Hilfe benötigen. Dabei unterstützten 16 Masterstudierende 26 Kinder einmal in der Woche mit Förderangeboten, die nach Aussage von Vize-Bürgermeisterin Anja Knoppke zu deutlichen Fortschritten in der Leistung geführt hätten. 14 Kinder wurden im ersten Halbjahr der dritten Klasse weiterhin über mehrere Wochen von Studierenden unterstützt. Auch in diesem Schuljahr wird das Projekt wieder stattfinden, die entsprechende Lehrveranstaltung an der Universität Potsdam, in die es als Praxisteil eingebettet ist, sei gerade in Vorbereitung, erklärt Stahnsdorfs Gemeindesprecher Stephan Reitzig, der nicht ausschließt, dass noch weitere Jahre folgen könnten.

Familienzentrum Clab wäre idealer Standort

Doch damit nicht genug, denn Stahnsdorf möchte auch die anderen TKS-Gemeinden an den eigenen Erfahrungen teilhaben lassen. Die Nachbarkommunen seien sehr an einer regionalen Beratungsstelle interessiert, hieß es im Sozial- und im Finanzausschuss, in denen dieses Vorhaben vorgestellt wurde. In den entsprechenden Unterlagen präsentiert die einreichende Fraktion Bürger für Bürger/Die Neuen dann auch erste Ideen: Vorerst einmal wöchentlich, möglichst am späten Nachmittag soll beraten werden, ein Raum dazu wäre im Jugend- und Familienzentrum ClaB Stahnsdorf verfügbar, das für die Bürger aller drei Kommunen gut erreichbar wäre. Als Berater könnte ein erfahrener Pädagoge eingestellt werden, dessen Finanzierung sich die drei Kommunen teilen sollten. Als alternative Idee wird überlegt, ob eine solche Beratungsstelle auch ein zusätzliches Angebot des Jugendamtes sein könnte.

Nachbarkommunen zeigen sich „überrascht“

Zu dem Vorhaben befragt, ist man in Teltow überrascht – von der Idee einer regionalen LRS-Beratungsstelle sei hier bislang nichts bekannt, Anträge lägen dazu momentan auch nicht vor, erklärt Stadtsprecherin Andrea Neumann. „Sofern der Gedanke an uns herangetragen werden sollte, müssten uns in der Sache erst einmal weiterreichende Überlegungen vorgestellt werden.“ In Kleinmachnow hingegen ist zwar das Thema LRS gerade präsent – kam es doch auch im Zusammenhang mit dem Bürgerhaushalt auf. Unter der Nummer 449 wurde hier um die Förderung von betroffenen Kindern ab der zweiten Klasse gebeten. Der Vorschlag wurde jedoch abgelehnt, da dieser Bereich, so Gemeindesprecherin Martina Bellack, in die Zuständigkeit des Landes falle. Hinsichtlich der Stahnsdorfer Idee zur Einrichtung einer entsprechenden regionalen Beratungsstelle verweist Bellack direkt auf den Regionalausschuss: „Dort gehört das hin.“

Von Konstanze Kobel-Höller

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