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Neues Verkehrskonzept verschreckt Kunden

Bahnhof in Werder Neues Verkehrskonzept verschreckt Kunden

Die Inhaber des Blumengeschäfts und Dönerladens im Werderaner Bahnhof beklagen einen massiven Umsatzeinbruch seit die Einfahrt zum Vorplatz für Autos verboten ist. Seit Mitte Februar dürfen dort nur noch Busse und Taxis fahren. Die Parkplätze in erster Reihe aus Sicht der Händler sind gestrichen. Hikmet Ogur vom „Werder Bistro“ sagt, sein Leben ist zerstört.

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Hikmet Ogur kann es sich nicht mehr lange leisten, die Lebensmittel für sein Imbiss-Angebot vorzuhalten.

Quelle: Luise Fröhlich

Werder. Hikmet Ogur ist verzweifelt. Wenn es so weitergeht, muss er seinen Dönerladen im Werderaner Bahnhof schließen. „Mein Leben ist kaputt“, sagt er. Seit drei Jahren verkauft er im „Werder Bistro“ Döner und andere Speisen, doch seit dem neuen Konzept am Bahnhofsvorplatz herrscht mittags gähnende Leere. „Die Kunden haben keinen Parkplatz oder kriegen einen Strafzettel, wenn sie kurz hier vorne stehen. Dann kommen sie nicht wieder“, erklärt der Mann. Ähnlich geht es auch dem benachbarten Blumenparadies von Victoria Adam. Sie hat seit Mitte Februar mit massiven Umsatzeinbußen zu kämpfen und will künftig mehr auf Auslieferungen setzen, um überleben zu können.

Den Händlern im Bahnhof das Leben so schwer zu machen könne nicht im Interesse der Stadt sein, den Bahnhof als Visitenkarte der Stadt für ankommende Besucher zu gestalten, sagt Wolfgang Adam, der im Blumenladen mithilft und seine Sorgen bereits in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses vorgetragen hat. Die Stadt hat mit dem neuen Konzept nur noch Bussen und Taxis die Einfahrt zum Vorplatz erlaubt. Kurzzeitparkplätze sind ein paar Meter entfernt an der Eisenbahnstraße eingerichtet worden, doch die seien den Kunden zu weit entfernt, wie beide Ladenbesitzer berichten. Um den Händlern entgegen zu kommen, hat die Stadt drei zusätzliche Kurzzeitparkplätze auf dem Platz neben dem Parkhaus eingerichtet. Doch wegen der Begrenzung auf zwei Stunden seien diese oft besetzt, so Adam. „Es wäre sicherlich sinnvoll, sie auf zehn Plätze zu erweitern“, sagt er.

Händler bringen selbst Vorschläge an, die Situation zu verbessern

Zudem müsse auch die „massive, lautstarke Selbstjustiz der Busfahrer sofort unterbunden werden“, so Adam weiter. Seit August 2015 gibt es das Blumenparadies im Bahnhof. Viele Kunden seien bereit, für zusätzliche Parkplätze zu unterschreiben, um die Situation auch für den Dönerladen-Inhaber zu entlasten. Denn für ihn ist die Konkurrenz groß. Am Netto steht gleich der nächste Dönerwagen und hinter den Schranken am Einkaufszentrum hat sich auch einer niedergelassen. Wolfgang Adam könnte sich vorstellen, dass es hilfreich wäre, den Taxistand zu versetzen und langfristig auch darüber nachzudenken, die Bushaltestellen auf die andere Seite der Straße zu legen. Dies könne auch die Verkehrssicherheit speziell für Kinder, die die Straße überqueren wollen, erhöhen.

Der Bürgermeisterin Manuela Saß (CDU) zufolge habe man sich gemeinsam mit den Verkehrsbetrieben dazu entschieden, den Bahnhof für Individualverkehr zu sperren, damit gerade die Gefährdung durch wartende Busse aufgehoben wird. „Insbesondere die zwischen den Bussen querenden Fußgänger wären ansonsten erheblich gefährdet“, schreibt sie in einem Brief an einen Werderaner, der sich für den Erhalt der Geschäfte eingesetzt hat und seit längerer Zeit immer wieder nachhakt. Erst nach mehreren Anläufen und Nachrichten an den Bürgerservice bekam er eine Antwort.

Er merkte zudem ähnlich gefährliche Situationen an der Kreuzung Eisenbahnstraße/Kesselgrundstraße an. Auf MAZ-Anfrage erklärte Stadtsprecher Henry Klix, dass dort „in Kürze eine Fußgängerampel installiert werden soll“.

Von Luise Fröhlich

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