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Nichel: Neuerungen zur Traditionspflege

Fastnacht im Hohen Fläming Nichel: Neuerungen zur Traditionspflege

In Nichel wird die Tradition des Fastnachtens gepflegt. Dessen ungeachtet war es nötig, ein paar Neuerungen zu vollziehen. Unter anderem tritt nunmehr das Duo „Joy“ in die Fußstapfen der Kondor-Band aus Brück. Für diesen Sonnabend wird zum Tanzvergnügen eingeladen.

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Zur Fastnacht in Nichel agieren Nico Höhne (re.) und Jörg Schmidt am Wochenende wieder als Platzmeister.

Quelle: Thomas Wachs

Nichel. Wie wichtig Werbung sein kann, haben die Nicheler Anfang vorigen Jahres bei ihrem Fastnachtstanz gemerkt. Zum ersten Mal seit Jahrzehnten fand die Samstagabendveranstaltung im Gemeindehaus statt. Aber kaum jemand wusste von der kleinen Verschiebung im Ort. „Wir haben von vielen Gästen gehört, die zur ehemaligen Festzeltstelle gefahren sind. Als sie nichts vorfanden, sind sie nach Hause oder in einen anderen Ort gefahren“, berichtet der diesjährige Platzmeister Nico Höhne. Diesen Fehler wollen der 28-Jährige und sein Kompagnon, Jörg Schmidt (23), nicht machen. Schon seit Weihnachten weisen deshalb Plakate in den Nachbarorten darauf hin, dass in Nichel Fastnachten nun wieder in einem Gebäude gefeiert wird.

Plakate informieren

Grund dafür ist nach Angaben von Nico Höhne der Vermieter des Zeltes. Der hatte zuletzt auch immer den Ausschank übernommen, wolle sich aber nun nach und nach aus dem Geschäft zurückziehen. „So mussten wir uns vor gut einem Jahr auch auf die Suche nach einem Ausschank machen. Mit Frank Scharmann, Betreiber von Fränki’s Tanzbar in Jüterbog, war der recht schnell gefunden“, sagt Nico Höhne. In diesem Jahr nun die nächste Neuerung. Seit Ewigkeiten spielte in Nichel die Gruppe „Kondor „zum Fastnachtstanz auf, wurde nur 2011 einmal von Excelsis vertreten.

Doch in diesem Jahr kommt mit der Tanzband „Joy“ ein musikalischer Neuling nach Nichel. Jörg Schmidt und Nico Höhne sind selbst gespannt auf die neue Band. „Unser Gastwirt Frank Scharmann hatte mitbekommen, dass wir uns nach einer neuen Kapelle umschauen wollen und hat kurzerhand den Kontakt hergestellt“, erzählt Nico Höhne.

Termine im Überblick

Haseloff, Gaststätte „Zum Wachtelberg“ Freitag, 20 Uhr, Fastnachtstanz mit der Let’s-Dance-Band; Sonnabend, 9.30 Uhr: Zimpern; Sonnabend, 15 Uhr: Kindertanz.

Felldheim, Festzelt am Sportplatz _ Freitag, 19.30 Uhr: Männerfastnacht und Sonnabend, 19.30 Uhr: Jugendfastnbacht mit der Fläming-Combo. Sonnabend, 14.30 Uhr: Kindertanz.

Klein Marzehns, Gaststätte „Fläming-Eck“ – Sonnabend, 20 Uhr, Fastnachtstanz mit Gruppe „Inflagranti“.

Nichel, Gemeindehaus _ Sonnabend, 19.30 Uhr: Fastnachtstanz mit Duo „Joy“. Sonntag, 10 Uhr: Zimpern; abschließend Umtrunk.

Elsholz (bei Beelitz) – Dorfgasthaus. Sonnabend, 9 Uhr, Umzug; 20 Uhr: Tanzvergnügen mit DJ Klamotte.

Warum es überhaupt eine neue Band sein muss, kann der Platzmeister erklären: „In den vergangenen Jahren wurde das Murren im Ort lauter. Viele wollten einfach Mal was Neues ausprobieren. Aber hinterher meckern ist nicht. Wir wollten es schon im Vorfeld genau wissen.“ Also führten die beiden Platzmeister eine kleine Befragung in Nichel durch und tatsächlich sprach sich die Mehrheit für eine neue Band aus. Eine Entscheidung, die Nico Höhne ein wenig bedauert. „Ich finde, Kondor hat super zu uns gepasst“, sagt er. Doch er hat Vertrauen in Frank Scharmann. „Er kennt viele Bands. Wenn er uns die Formation empfiehlt, dann werden die sicher richtig gut sein“, hofft der Nicheler.

Für ihn ist es bereits das vierte Fastnachten als Platzmeister. Einmal bildete er sogar schon mit Jörg Schmidt ein Duo. Das war vor drei Jahren. Auch wenn sich Lokalität und Band seitdem geändert haben, so bleibt der seit Generationen bestehende Ablauf auch in diesem Jahr der gleiche. Am Samstag ziehen Jörg Schmidt und Nico Höhne durch den Ort und laden ein. Dabei sitzt ihnen die Uhr im Nacken, denn im Gegensatz zu vielen anderen Dörfern geht es für die beiden Platzmeister noch am gleichen Abend mit dem nächsten Programmpunkt weiter.

Uhr sitzt im Nacken

„Man schafft es gerade noch, Zuhause zu duschen und was zu essen, dann geht es schon zum Tanz“, so Nico Höhne. Auch hier unterscheidet man sich von anderen Orten der Umgebung. Denn im Gegensatz zu denen geht es in Nichel eher leger zu. Jeans und Hemd sind ausreichend, um eingelassen zu werden. Lediglich für die Platzmeister ist der Anzug Pflicht.

Wer den Samstagabend halbwegs unbeschadet überstanden hat, darf zur Belohnung am Sonntag um 10 Uhr ab Sportplatz zum Zimpern starten. Die älteren Generationen und die Rückkehrer vom Zimpern treffen sich dann noch einmal am Nachmittag zum gemeinsamen Frühschoppen.

Von Stefan Specht

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