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Nicht zu viel und nicht zu wenig

Wohnungsbau in Kleinmachnow Nicht zu viel und nicht zu wenig

Die Diskussionen über nötigen Geschosswohnungsbau gehen weiter. Die Fraktionen sind bei Plänen am Stahnsdorfer Damm gespalten, bei einem Vorhaben mit noblen Quartieren sind sie sich dagegen einig, das geplante Ausmaß nicht zu genehmigen.

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Mit Maßbändern zeigt die BIK-Fraktion Bürgern das geplante Baukörpervolumen des Investors an der Hakeburg.

Quelle: Claudia Krause

Kleinmachnow. Während die große Nachbarstadt Teltow in den kommenden Jahren noch Potenzial für gut 1260 neue Geschosswohneinheiten hat, leidet die hübsche Schwester Kleinmachnow unter Platzmangel. Dennoch sehen es die Gemeinde und die meisten Fraktionen in der Vertretung als zwingend, bei Geschossbauten noch nachzulegen, damit auch der „ganz normale“ Angestellte in Kitas, Seniorenheimen, Geschäften, Verwaltung und Dienstleistungsbetrieben Mietwohnungen in Kleinmachnow bezahlen kann. Wie berichtet, geht es um Flächen nördlich und südlich des Stahnsdorfer Damms, wo Eigenheime und Mehrfamilienhäusern entstehen könnten. Ein Grundsatzbeschluss ist bereits gefallen. Jetzt geht es etwa um Architektur, Größenordnung und Belegungsrecht.

Als „unhaltbaren Zustand“ bezeichnet Klaus-Jürgen Warnick (Linke), Chef der Fraktion Die Linke/Piraten, die Situation. Er selbst stelle zwar „immer alles in Frage“ und sei „aus dem Bauch heraus“ erst dagegen gewesen, aber es gebe „logische Argumente" für eine weitere Wohnbebauung. Der Zuzug werde in den nächsten Jahren abflauen, in 10, 15 Jahren, so seine Prognose, werden wieder weniger als 20 000 Menschen in Kleinmachnow wohnen. Einer Überbevölkerung sehe man nicht entgegen. Außerdem bräuchte man für jüngere Mitarbeiter Wohnungen als Anreiz, wenn in den nächsten Jahren die Älteren in Größenordnungen in Rente gehen. Selbst unter den Alteingesessenen ändere sich die Wohnraumsituation. Manch ein Rentner will sein Eigenheim wegen Überlastung abgeben und in eine Wohnung in der Heimatgemeinde umziehen. Die größeren Häuser wären wiederum für junge Familien dann frei.

Warnick versteht die Einwände der Grünen und der BIK deshalb nicht, die zu viele Menschen, zu viel Verkehr und Lärm und Grünverlust befürchten. Verteilt auf drei Flächen von drei Eigentümern könnten 270 Wohneinheiten entstehen. Etwa 110 bis 120 davon sollten von der gemeindeeigenen Gewog gebaut werden und sozialverträgliche Mieten haben. SPD und Linke/Piraten dringen auf Belegungsrichtlinien („sonst tragen wir es nicht mit“) und wollen für die Gewog-Neubauten „finanzielle Förderung durch die Gemeinde“ erwirken, damit Kaltmieten zu 6,50/7,50 Euro pro Quadratmeter möglich wären, so Warnick. Einen Posten dafür wollen die beiden Fraktionen für den nächsten Haushalt beantragen. Während sich in der Bebauungsfrage am Stahnsdorfer Damm Linke, SPD und CDU grundsätzlich einig sind, sei den Christdemokraten die Belegungsbindung „nicht so wichtig“.

Warnick sieht zudem eine Chance, dass das einstmals für Gewerbe vorgesehene Gebiet jetzt „nicht zugepflastert wird“. Die Wohnbebauung soll aufgelockert und ohne viel Grünschwund passieren. Davor wäre in Richtung Autobahn mit einem Gewerbehofriegel in erster und ruhigem Gewerbe (Ärzte, Anwälte) in zweiter Reihe sogar zusätzlicher Lärmschutz für die Wohnungen gesichert. Das einstige Fath-Gelände würde unter Aufsicht des Umweltamtes des Kreises für die Gemeinde kostenlos vom Investor dekontaminiert werden. Einig hingegen sind sich alle Fraktionen und der Bürgermeister, dass sie den bisherigen massiven Investorenplänen für die neue Hakeburg nicht zustimmen und den B-Plan nicht entsprechend ändern wollen. Schon zwei Entwürfe sind durchgefallen. Am heutigen Mittwoch gibt es ein weiteres Gespräch dazu. Die Ott Properties will erst noble Wohnungen neben der Hakeburg bauen und dann das Denkmal selbst sanieren und elf Wohnungen einrichten. Die Baukörpermaße der Neubauten mit 60 Metern Länge und 27 Metern Tiefe seien „absolut nicht hinnehmbar“, erklärten die BIK-Fraktionäre bei einer Vor-Ort-Begehung interessierten Bürgern. Roland Templin und Katharina Storch hatten extra Maßbänder ausgelegt. Die BIK will keine Neubauten. Sie befürchtet, dass der Investor nur teure Quartiere errichten, die Burg aber verfallen lassen werde. Außerdem könnte bei geändertem B-Plan „dann plötzlich doch wieder alles anders werden“, so Templin.

Wünsche und Sorgen

Selbst die Bürgermeinungen zur Entwicklung an der Neuen Hakeburg waren beim Vor-Ort-Termin geteilt:

Während junge Leute weder etwas gegen die Neubaupläne und einen Biergarten hätten, befürchten ältere Frauen den Verlust der Waldoase und hohe Zäune der Wohneigentümer. Einem Rentner ist grundsätzlich daran gelegen, dass „hier überhaupt was passiert“. Er forderte aber, dass die Gemeinde den Investor auf die Hakeburg-Sanierung „festnagelt“.

 

Von Claudia Krause

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