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„Niemand muss alleine sterben“

Bad Belzig „Niemand muss alleine sterben“

Der Tod ist für viele Menschen noch immer ein Tabuthema. Nicht so für Heidi Gropler aus Görzke. Die 54-Jährige hat nicht nur in ihrem Beruf mit dem Kreislauf von Leben und Tod zu tun, sie engagiert sich auch seit 2008 ehrenamtlich beim Hospiz- und Palliativdienst. Den Ausschlag für ihr Engagement haben zwei private Verluste gegeben.

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Heidi Gropler (54) aus Görzke engagiert sich seit 2008 ehrenamtlich beim Hospiz-und Palliativdienst des Evangelischen Diakonissenhauses Berlin Teltow Lehnin und leitet das Trauercafé in Bad Belzig.

Quelle: Josephine Mühln

Bad Belzig. Wenn Menschen ihre letzte Reise antreten, dann ist Heidi Gropler an ihrer Seite. Die Görzkerin ist seit 2008 als ehrenamtliche Sterbebegleiterin beim Ambulanten Hospiz- und Palliativdienst des Evangelischen Diakonissenhauses Berlin Teltow Lehnin tätig. „Ich finde es wichtig, dass jemand dabei ist. Niemand muss alleine sterben“, sagt Gropler.

Im Schnitt begleite sie einen Menschen über zwei bis drei Wochen, in seltenen Fällen auch länger. „Ich kann mich noch an einen jungen Mann erinnern, den ich über mehrere Monate begleitet habe“, erzählt die 54-Jährige. „Die meisten Menschen wollen, dass jemand da ist.“ Zur Familie des Mannes hat sie auch heute noch Kontakt.

Kleinen Bruder auch bis zum Tod begleitet

Jede Begleitung sei einzigartig und bewegend. „Wir machen das, was demjenigen angenehm ist – zum Beispiel eine Massage mit Lavendelöl“, erzählt Heidi Gropler. Sie ist Tag und Nacht erreichbar. Dank ihrer Schichtarbeit im Pflege- und Betreuungszentrum des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) in Dahlen lassen sich Beruf und Ehrenamt gut miteinander vereinbaren.

Für viele Menschen sei das Thema Tod noch immer ein Tabu. „Die Angehörigen fragen sich aber hinterher oft: Wie hätte der Verstorbene seinen Abschied gerne gehabt?“, weiß Gropler. Sie selbst hat sich darüber bereits Gedanken gemacht – denn eine schwere Hirnhautentzündung hat ihr gezeigt, wie schnell alles vorbei sein kann. „Ich war dem Tod damals näher als dem Leben.“ Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung sind längst aufgesetzt, auch ihre Trauerrede hat Heidi Gropler schon verfasst.

Begonnen hat die gelernte Erzieherin mit ihrem Engagement aus privaten Gründen. Sie hat bereits zwei Brüder verloren – den kleinen Bruder, der 2010 verstorben ist, hat sie ebenfalls bis zum Schluss begleitet. „Außerdem habe ich von Berufswegen viel mit Leben und Tod zu tun. Aber in der Altenpflege bleibt oftmals nicht die Zeit, sich mal hinzusetzen und mit den Menschen zu reden“, sagt Gropler. Sie habe schon immer gut mit älteren Menschen umgehen können. „Und ich hatte schon als Kind einen Helferinstinkt“, ergänzt sie lachend.

Den Ausgleich findet Heidi Gropler bei ihrer Familie

Es scheint also eine logische Konsequenz zu sein, dass sich Heidi Gropler vor zwei Jahren auch zur Trauerbegleiterin hat ausbilden lassen. Im Bad Belziger Trauercafé steht sie gemeinsam mit anderen Ehrenamtlichen einmal monatlich Hinterbliebenen zur Seite, die einen geliebten Menschen verloren haben. „Jeder kann bei uns erzählen, was ihm auf der Seele brennt. Meist kommen Frauen zwischen 60 und 70, die ihren Mann verloren haben“, erzählt die 54-Jährige. „Aber es waren auch schon junge Männer da, die ihre Mutter früh verloren haben.“ Sie bedauert, dass das Café nur alle vier Wochen stattfindet – alle 14 Tage wäre schöner. „Aber dafür müssten mehr Menschen kommen.“

Ans Aufhören hat Heidi Gropler noch nie gedacht. Sie findet ihren Ausgleich in der Familie, ihre drei Enkelkinder halten die Görzkerin in Trab. „Ich denke, das ist meine Berufung“, sagt die Sterbebegleiterin.

Info: Das nächste Trauercafé im Tageshospiz des Krankenhauses Bad Belzig findet am Montag, 22. Januar, ab 15 Uhr statt.

Von Josephine Mühln

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