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Potsdam-Mittelmark Niemegk hofiert Mauersegler
Lokales Potsdam-Mittelmark Niemegk hofiert Mauersegler
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15:51 15.06.2016
Mauersegler bevorzugen Nischen und Höhlen zum Brüten.   Quelle: NABU Erlenbach
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Niemegk

An der Grundschule Niemegk herrscht reger Flugbetrieb. Eifrig erobern Mauersegler dort ihre neuen Domizile. Diese haben Bauarbeiter während der Komplettsanierung des Schulhauses direkt in die Dämmung der rückwertigen Fassade integriert. Die Nisthilfen wurden auf Anregung der Unteren Naturschutzbehörde (UNB) bei der Kreisverwaltung Potsdam-Mittelmark angeschafft, erklärt der Niemegker Bauamtsleiter. „Da wir im ersten Bauabschnitt nicht daran gedacht hatte, wurden sie für den zweiten Abschnitt nun zur Auflage gemacht“, sagt Thomas Griesbach. Verteilt auf die oberen Bereiche der Fassade sind zwölf Kästen mit jeweils drei Einflugschlitzen verbaut worden. Von außen sind sie nur an den insgesamt 36 Löchern zu erkennen.

An der Grundschule Niemegk sind jetzt eigens Nistkästen für Mauersegler in die Fassaden-Dämmung integriert worden.   Quelle: Thomas Wachs

Obwohl die Sanierungsarbeiten noch in vollem Gange und Bauarbeiter dazu ständig auf der Rüstung unterwegs sind, herrscht bereits reger Betrieb an den Einfluglöchern, berichtet Griesbach. Vor allem am Morgen und Abend, wenn mehr Ruhe in der Schule und auf der Baustelle herrscht. Die Stadt Niemegk als Schulträger denkt nun darüber nach, eine Web-Kamera zur Übertragung von Bildern in Internet zu installieren. „Dann könnten Schüler das Naturschutzprojekt direkt beobachten“, so Griesbach. Die Nistkästen für die Mauersegler sind mit Hilfe von Naturschützern hergestellte Spezialanfertigungen. „Sie sind so gekapselt, dass es keine Kältebrücken in der Fassadendämmung gibt“, erklärt der Bauamtsleiter.

Kosten insgesamt aus dem Ruder gelaufen

Die Mehrkosten von rund 4000 Euro für die Nistkästen werden aus dem allgemeinen Budget für die Schulsanierung gedeckt. Das ist ohnehin deutlich aus dem Ruder gelaufen. Wie berichtet, stehen statt der anfangs für beide Bauabschnitte kalkulierten 4,3 Millionen Euro nun schon 5,2 Millionen zu Buche. Anträge an das Land Brandenburg auf Übernahme der Mehrkosten in Höhe der 900 000 Euro aus dem Ausgleichsfond für Not leidende Kommunen wurden bislang abgelehnt. „Die Stadt wird nach derzeitigen Erkenntnissen wohl drauf sitzen bleiben“, sagte Thomas Griesbach der MAZ.

Wertvoller Schritt für den Artenschutz

Naturschützer halten die Nisthilfen für ein wertvolles Instrument zum Artenschutz. Denn bei der Sanierung von Gebäuden werden diese heute immer mehr abgedichtet und gedämmt. „Dadurch verschwinden Spalten und Löcher, die gerade für Mauersegler wichtige Nistplätze sind“, sagt Norbert Eschholz, der Leiter der staatlichen Vogelschutzstation des Landes Brandenburg in Baitz, auf Anfrage der MAZ.

Mauersegler ähnel den Schwalben, sind aber mit diesen nicht näher verwandt. Mauersegler halten sich hauptsächlich zur Brutzeit von Anfang Mai bis Anfang August in Mitteleuropa auf. Seine Winterquartiere liegen in Afrika. Im Hochsommer sind die geselligen Vögel im Luftraum über Städten mit ihren schrillen Rufen sehr auffällig. Durch Sanierung alter Bausubstanz verloren tausende Paare ihre Brutplätze. Dies führte in Mitteleuropa zu einem deutlichen Rückgang der Mauersegler. Zumindest in Niemegk kann sich dieser Trend nun umkehren.

Von Thomas Wachs

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