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Niemegk Das macht ein Schulhausmeister in den Ferien
Lokales Potsdam-Mittelmark Niemegk Das macht ein Schulhausmeister in den Ferien
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19:16 06.02.2019
Bernd Simon (61) ist seit 29 Jahren Hausmeister an der Niemegker Robert-Koch-Grundschule. Quelle: Josephine Mühln
Niemegk/Borkheide

 Bernd Simon geht nach wie vor gerne zur Schule – vor allem in den Ferien. Denn dann, so sagt er, schafft er viel. Der 61-Jährige ist Hausmeister an der Robert-Koch-Grundschule in Niemegk. „Das ist ein Job, den kannst du nicht planen. Du musst nehmen, was kommt.“

Sein erster Gang führt ihn an diesem Winterferientag in die Turnhalle. Dort, wo Grundschüler und Vereine sonst sportlich aktiv sind, stehen jetzt Matten, Stufenbarren, Tischtennisplatten und andere Geräte. Reinigungskräfte machen den Lagerraum von Grund auf sauber, dann kann alles wieder eingeräumt werden.

Mit routiniertem Blick durch die Räume

Weiter geht es durch die Umkleideräume, vorbei an den Sanitäranlagen. Simons Blick ist routiniert, er sieht sofort, wenn etwas kaputt oder nicht an seinem Platz ist. „Das ist mir mit den Jahren in Fleisch und Blut übergegangen“, sagt der Niemegker – und prüft nebenbei, ob alle Spülungen einwandfrei funktionieren oder Türen richtig schließen.

„Was ich selber machen kann, mache ich auch selber – das sind etwa 90 Prozent der anfallenden Arbeiten“, schätzt Bernd Simon. „Für alles andere kommen Firmen. Jetzt in den Ferien ist zum Beispiel auch der Lüftungsbauer da, der Siebe tauscht und Filter wechselt.“

Bernd Simon räumt die Geräte in der Sporthalle zurück in ihren Lagerraum. Quelle: Josephine Mühln

Die große Außenanlage der Schule fällt ebenso in den Aufgabenbereich des Hausmeisters. Hier hat er in den vergangenen Tagen zusammen mit dem Bauhof der Stadt bereits zwei Bäume gefällt, deren Wurzelwerk ausgespült war – die Bäume drohten, umzustürzen. Zusätzlich müssen die Spielgeräte regelmäßig überprüft werden. „Aber auch danach gucke ich schon automatisch, wenn ich hier draußen bin.“

Bernd Simon ist seit 29 Jahren als Hausmeister an der Niemegker Grundschule. Er schätzt die gute Zusammenarbeit mit den Lehrern und auch mit dem Bauhof, wenn er bei einer Arbeit Hilfe braucht. Und er mag es, „sehend und selbstständig“ zu arbeiten, wie er sagt.

Die Werkstatt von Bernd Simon ist sein ganzer Stolz. Er hat sich den kleinen Raum selbst eingerichtet und Regale etc. gebaut. Quelle: Josephine Mühln

Seine kleine Werkstatt im Keller hat sich der aus Brandenburg/Havel stammende Simon selbst eingerichtet – und die Werkbank für seine Bedürfnisse zusammengebaut. Er ist gelernter Betonfacharbeiter, hat später den Meister drauf gesetzt. Eines wusste Bernd Simon schon immer: „Wenn ich mal ein Haus baue, dann im Wald und so, wie ich es will. Und hier in Niemegk hat das einfach gepasst.“

Bei Umbau und Sanierung der Grundschule in den vergangenen Jahren war der 61-Jährige vom ersten bis zum letzten Tag dabei, erzählt er. „Das war schon eine feine Sache“, resümiert er. „Wenngleich die Tage natürlich lang und stressig waren, aber am Ende überwiegt die Freude. Es ist ein schönes arbeiten.“

Klassenräume müssen gestrichen werden

29 Kilometer weiter nordöstlich, in der Hans-Grade-Grundschule Borkheide, herrscht während der Ferien ebenfalls kein Stillstand. Sven Holtmann ist dort in seiner Funktion als Bauhofleiter der Gemeinde unter anderem als Hausmeister aktiv. „Unser fünfköpfiges Team betreut aber beispielsweise auch die Kita, hält den Bahnhofsvorplatz inklusive Grünanlage in Schuss, prüft die Geräte auf den Spielplätzen oder sichert den Winterdienst ab.“

In dieser Woche soll einer der Klassenräume neu gestrichen werden. Dazu kommen täglich anfallende Arbeiten wie die Reinigung des Schulhofs, die Kontrolle der Heizung, Laubarbeiten. „Wir teilen uns das so ein, dass die Arbeit möglichst effektiv erledigt werden kann“, sagt Sven Holtmann. „Und schöpfen aus unserem Pool von Fachkräften, um die Aufträge optimal zu verteilen.“

Sven Holtmann ist Leiter des Bauhofs der Gemeinde Borkheide und in dieser Funktion auch als Hausmeister an der Schule tätig. Quelle: Josephine Mühln

Der 48-Jährige selbst ist gelernter Tischler. Vor fünf Jahren und vier Monaten hat er angefangen, bei der Gemeinde zu arbeiten – und wechselte zum Bauhof, als dieser vor drei Jahren etabliert wurde. Seine Antwort auf die Frage, warum er unter anderem gerne Hausmeister ist, fällt eindeutig aus: „Ich habe nichts zu meckern. Ich liebe diesen Job, ich liebe ihn wirklich.“

Er schätze es, dass der Beruf so abwechslungsreich ist und er viel Kontakt mit Menschen hat. Auch die Zusammenarbeit mit den Lehrern funktioniere sehr gut – vieles lasse sich über den kurzen Dienstweg regeln, zum Beispiel mal beim gemeinsamen Mittagessen.

Trubel schlägt Einsamkeit

„Von daher ist es jetzt schon ein bisschen einsam – und ich liebe eigentlich den Trubel während der Schulzeit etwas mehr“, sagt der gebürtige Wolfener. „Das Betriebsklima ist einfach gut, wir können uns auch mal locker unterhalten und Witze machen, das schätze ich.“

Sein Weg führt Sven Holtmann dann noch zum bald neuen Domizil des Bauhofs hinter dem Dorfgemeinschaftshaus. Dort können künftig endlich alle Gerätschaften zentral untergebracht werden, die jetzt noch an mehreren Standorten verteilt gelagert werden.

„Hier ist eben alles noch etwas ruhiger, das macht es auch so liebenswert“, sagt der zweifache Familienvater beim Gang durch die Straßen. „Und ich habe einfach Spaß bei meiner Arbeit.“

Von Josephine Mühln

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