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Niemegk Eltern fürchten Zwangsfusion
Lokales Potsdam-Mittelmark Niemegk Eltern fürchten Zwangsfusion
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06:05 31.05.2018
Eigentlich finden die Schüler an der Robert-Koch-Grundschule den Unterricht super. Ob das auch noch so ist, wenn die Klasse größer wird? Quelle: Josephine Mühln
Niemegk

Die Eltern der Viertklässler der Niemegker Robert-Koch-Grundschule schlagen Alarm. Sie befürchten, dass aus den jetzt noch zwei vierten Klassen nach den Sommerferien eine große fünfte Klasse mit 25 oder mehr Kindern wird.

In einem Elternbrief an das Schulamt in Brandenburg/Havel haben sie ihren Sorgen Luft gemacht. Darin heißt es: „Integration und Inklusion von behinderten Kindern kann nur gelingen, wenn in kleinen Klassen gearbeitet wird. Die Erfahrungen zeigen, dass durch Klassenzusammenlegungen immer neue Probleme entstehen.“

Elternsprecherin: „Grenzt an Herumexperimentieren“

So sei die Situation schon katastrophal, wenn die Klassen wegen eines kranken Lehrers nur zeitweise zusammen unterrichtet werden müssen, erzählt Cathleen Haseloff, Vorsitzende Elternsprecherin. Ihre Tochter Laura geht in die 4b. „Sie berichtet uns dann immer, dass es sehr unruhig zugehe und die Lehrer große Mühe hätten, den Unterricht zu halten.“

Prinzipiell finde sie das Konzept des gemeinsamen Lernens gut, sagt Haseloff. „Aber in der Praxis ist es problematisch. Für mich grenzt das an ein Herumexperimentieren an den Kindern.“ Bei einer großen Klasse könnten die Lehrer nicht ausreichend auf schwächere Kinder eingehen und deren Bedürfnissen gerecht werden. „Sie drohen, hinten runter zu fallen“, sagt Haseloff.

Auch mehr als 25 Schüler möglich

Obwohl im Konzept des Landes steht, dass die Klassenstärke von 25 Schülern nicht überschritten werden soll, kann es am Ende auch eine fünfte Klasse mit 26 oder noch mehr Schülern geben.

Frank Quella vom Schulamt bestätigt, dass dieser Fall bereits an einigen anderen Schulen eingetreten sei.

Diese würden dann als Ausgleich mehr Unterrichtsstunden pro Schüler zugesprochen bekommen.

Insgesamt lernen an der Robert-Koch-Grundschule aktuell 195 Kinder. Das Haus ist in den vergangenen Jahren rundum saniert worden.

Zur Ausgangslage: Die Grundschule ist seit dem Schuljahr 2017/2018 „Schule für gemeinsames Lernen“. Das heißt, dass Schüler mit und ohne Förderschwerpunkt gemeinsam unterrichtet werden. Aktuell lernen in den Klassen 4a und b jeweils 15 Schüler.

Würden nun alle 30 in die fünfte Klasse wechseln, gäbe es kein Problem. Denn in einem Konzept der Landesregierung zum Projekt „Gemeinsames Lernen in der Schule“ heißt es: „Die Klassenbildung … erfolgt mit der Maßgabe, eine Klassenfrequenz von 25 regelmäßig nicht zu überschreiten.“

Fünf Kinder haben sich am Bad Belziger Gymnasium beworben

Aber ab hier wird es knifflig. Fünf Schüler haben sich bereits für die Leistungs- und Begabtenklasse des Fläming-Gymnasiums in Bad Belzig beworben. Erhalten sie eine Zusage, schrumpft die Schülerzahl an der Robert-Koch-Grundschule auf 25. Die zwei vierten Klassen zu einer fünften zusammenzulegen, wäre dann legitim.

„Wir sind an Vorschriften gebunden. Wenn es bei dieser Zahl bleibt, kann es keine zwei Klassen geben, auch wenn das ideal wäre“, sagt Schuldirektor Norbert Glowe zur Problematik.

„Grundsätzlich ist eine Klasse mit 25 Kindern ja auch nicht schlimm – wenn sie seit der ersten Klasse zusammengewachsen sind“, ergänzt Elternsprecherin Cathleen Haseloff. „Aber jetzt haben sich bereits vereinzelt Grüppchen gebildet und Charaktere entwickelt. Dazu kommen die Kinder mit einem erhöhten Förderbedarf – egal ob mit geistigen oder körperlichen Behinderungen oder verhaltensauffällige Kinder.“

Schulamt hält sich bedeckt

Die Niemegkerin führt zudem den Lehrermangel als Grundproblem an – der gleichzeitig ein beliebtes Pro-Argument bei der Zusammenlegung von Klassen sei. „Die Arbeit mit Quereinsteigern ist da keine optimale Lösung. Die meisten scheitern, es gibt nur wenige Naturtalente, die es schaffen.“

Frank Quella, stellvertretender Leiter des Staatlichen Schulamtes, sagt auf Nachfrage: „Wie es nach den Sommerferien in Niemegk weitergeht, ist nicht abschließend geklärt. Die Thematik ist noch in der Beratung.“ Den Eltern bleibt also nur, weiter abzuwarten

Von Josephine Mühln

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