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Niemegk 350 Kühe von Unbekannten freigelassen
Lokales Potsdam-Mittelmark Niemegk 350 Kühe von Unbekannten freigelassen
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06:36 30.04.2018
Ärger bei Klaus Grieger: Milchvieh der Agrargenossenschaft Flämingland in Zixdorf wurde zweimal in sechs Wochen von unbekannten Eindringlingen frei gelassen. Quelle: Thomas Wachs
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Zixdorf

Der Schaden für die Agrargenossenschaft war groß und der Stress für Hunderte Rinder enorm. Das zweite Mal innerhalb von sechs Wochen haben unbekannte Eindringlinge in den Ställe der Genossenschaft „Flämingland“ am Ortsrand von Zixdorf offenbar mit viel Mühe sämtliche Gatter geöffnet. 360 Kühe konnten so auf das rund 5000 Quadratmeter große Betriebsgelände entlaufen.

Vorstand Klaus Grieger schaltete die Polizei ein. „Das ist nämlich kein dummer Streich, sondern gefährlicher Unfug“, sagt der Landwirt. Eine Erklärung für die Aktionen der Saboteure hat der Chef nicht. „Wir sehen uns hier und auch am Hauptsitz des Betriebes im Nachbarort Boßdorf (Landkreis Wittenberg) keinen Anfeindungen ausgesetzt. Wir haben ein gutes Verhältnis zu den Kollegen und den Verpächtern“, so Grieger.

Purer Stress für die Tiere

Hinweise oder Bekennerschreiben gibt es nicht. Sollten vermeintliche Tierschützer hinter der Aktion stecken, hat der promovierte Landwirt gar kein Verständnis dafür. „Der pure Stress für die Tiere hat an dem Tag ihren gesamten Stoffwechsel komplett durcheinander gebracht. Das haben wir in den täglich zunehmenden Werten der Milchproben sofort gesehen“, erklärt der Landwirt.

Jetzt sind die Kühe wieder Stall und futtern in Ruhe. Quelle: Thomas Wachs

15 Gatter in zwei Gebäuden geöffnet

Auf jeden Fall haben sich die Täter wohl viel Zeit genommen in den einzigen drei Nachtstunden, in denen im Betrieb keine Mitarbeiter vor Ort sind. „Mindestens eine halbe Stunde müssen sie gebraucht haben, um alle 15 Gatter in den zwei Gebäuden zu öffnen und so zu verankerten, dass sie nicht automatisch wieder zufallen“, sagt der Agrarchef. Zum Glück sei keine Kuh auf die Straße oder ins Dorf gelangt. „Wenn sie wild werden, kann sie auch eine Hecke oder der Maschendrahtzaun um die Anlage nicht aufhalten“, sagt Klaus Grieger.

Als die ersten Kollegen ganz früh am Morgen zur Arbeit kamen, wurde das Chaos offensichtlich. Das ab 3 Uhr nötige Melken musste zunächst ausfallen. Denn den ganzen Tag über hatten die Mitarbeiter zunächst damit zu tun, die entlaufenen Tiere wieder einzufangen und vor allem zu sortieren. „Sie stehen nach bestimmten Kriterien in den verschiedenen Sektionen der Stallanlagen“, erklärt Klaus Grieger.

Vier Spitzen-Kühe sind der ganze Stolz

Zur Agrargenossenschaft „Flämingland“ gehören die Standorte Boßdorf und Weddin in Sachsen-Anhalt sowie die Milchviehanlage in Zixdorf im Hohen Fläming.

Beschäftigt sind insgesamt 40 Mitarbeiter, inklusive drei Lehrlinge.

Zum Tierbestand des mittelgroßen Betriebes gehören rund 400 Rinder.

Der Stolz des Betriebes sind vier gesunde, ältere Kühe, die es bereits auf eine Lebens-Milchleistung von jeweils mehr als 100000 Litern gebracht haben.

Wenn in diesem System etwas durcheinander gerät, hat das schnell Auswirkungen auf die Qualität der Milch und kann im schlimmsten Fall die gesamte Tageslieferung unbrauchbar machen. „Das kann schnell einen Schaden von mehreren Tausend Euro bedeuten“, erklärt Klaus Grieger gegenüber der MAZ.

Schon schlechte Erfahrungen mit Einbrechern

Er denkt nun über die Anschaffung von Alarmanlagen nach auch für das Stallgelände. Nach einer Serie von Einbrüchen der Jahre 2006, 2007 und 2012 in Agrarbetriebe der gesamten Fläming-Region hatte die Genossenschaft ihre Technik und Servicegebäude bereits gesonderte gesichert. „Damals konnte ein Täter aus der Region, der überall geklaut hatte, was das Zeug hält, dann bei uns hier dingfest gemacht werden“, berichtete Klaus Grieger.

Zu den aktuellen Fällen hofft er nun auf Hinweise möglicher Zeugen. Hoffnungen in die Ermittlungen der Polizei hat er indes weniger. „Auf so einem Hof hier lassen sich ja nur schwer irgendwelche Spuren sichern“, sagt der Vorstand der Agrargenossenschaft.

Von Thomas Wachs

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