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Niemegk Tauschbörse lockt Dutzende Samenfreunde an
Lokales Potsdam-Mittelmark Niemegk Tauschbörse lockt Dutzende Samenfreunde an
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12:03 25.02.2019
Auf der Samentauschbörse in Raben am vergangenen Wochenende konnten sich Hobbygärtner Anregungen für ihren Kleingarten holen. Quelle: Eva Loth
Raben

In vielen Kleingärten herrscht bei dem derzeit schönen Wetter bereits Hochbetrieb. Da wird geharkt, Bäume werden beschnitten und das Gewächshaus vorbereitet. Auf der Samentauschbörse in Raben konnten sich Hobbygärtner jetzt Anregungen für ihren Kleingarten holen.

Besonders reges Interesse bestand bei der Samen-Tauschbörse in Raben an den Tomatensamen des Naturparkvereins. Denn hier fanden die Hobbygärtner viele alte Sorten, die es so nicht mehr zu kaufen gibt.

Und das Interesse war groß. Juliane Wittig vom Naturpark „Hoher Fläming“ musste sogar Absagen für den Vortrag von Franz Heitzendorfer, Gärtnerischer Leiter im Biogarten Prieros (Dahme-Spreewald), erteilen – denn so viele Gäste konnte der kleine Raum nicht fassen. Deshalb wurde alternativ zusätzlich ein Film über die Zulassung von Saatgut angeboten.

Franz Heitzendorfer berichtete über seine ganz eigenen Erfahrungen mit dem märkischen Sand. Er versuchte, Rittersporn anzubauen, der den mageren Boden jedoch nicht überlebte. So musste er versuchen, den Boden aufzuwerten – allerdings nicht mit chemischen Mitteln.

Kartoffel-Tag am 7. April

Am 7. April findet im Naturparkzentrum ein Pflanzkartoffel-Tag statt.

Dort werden seltene Kartoffelsorten für den Heimanbau vorgestellt und können auch erworben werden.

Am 28. April folgt die Pflanzentauschbörse. „Da werden wieder seltene Tomatensorten von Mitarbeitern und Freunden vorgezogen“, verrät Juliane Wittig.

Um zu verstehen, was im Boden passiert, gab es für alle zu Beginn eine kleine Bodenkunde: Mit „Boden“ wird ein sehr kleiner Teil der Erdschicht bezeichnet, der nur etwa zehn bis 100 Zentimeter dick ist. Heitzendorfer verglich das mit einem etwa 400 Seiten dicken Buch. Dort erscheint der Mensch erst im untersten Kapitel der letzten Seite.

„Wir sind gerade dabei, dieses Buch zu durchbohren und zu zerstören“, sagte er. Denn ein Zentimeter Boden entsteht erst in 100 Jahren. Durch ständiges Pflügen und Umgraben wird die Bodenstruktur durcheinander gebracht. So finden sich im Boden enthaltene Lebewesen, die wenig Licht zum Leben brauchen, plötzlich an der Oberfläche wieder. „So produzieren wir ein Massensterben“, erklärte er.

Bis zu 270 Grad in der Hotbox

Aber wir möchten alle natürlich so viel wie möglich in unserem Garten ernten. Deshalb erklärte Franz Heitzendorfer, wie wir ihn auf natürliche Weise düngen können. Wichtig für die Erzeugung von Humus ist eine hohe Temperatur und reichlich Material zum kompostieren. Am besten eignet sich eine sogenannte Hotbox, also eine heiße Box.

Man kann fast alles kompostieren, angefangen von Grasschnitt und anderen Gartenabfällen, klein geschnittenem Astwerk bis hin zu Küchenabfällen. Letztere sollten jedoch Bio sein. Auch Unkraut, das bereits Samen entwickelt hat, kann mit hinein. Durch die hohen Temperaturen sterben die Samen ab. Heitzendorfer hat in seiner Hotbox schon Temperaturen um die 270 Grad gemessen.

Mulchen im Sommer

Am Beispiel seines Tomatenhauses erklärte Franz Heitzendorfer außerdem, wie er den Boden für das kommende Jahr vorbereitet. So bringt er im Herbst den Kompost auf, deckt ihn mit einer Laubschicht ab und lässt den Boden über den Winter ruhen. Die Laubschicht schützt den Boden vor starkem Frost.

Im Sommer wird schließlich ständig gemulcht – unter anderem mit der Mahd einer Blumenwiese. Ein guter Mulch sind klein geschnittene Brennnessel. Letztere eignet sich auch als schneller Dünger. Gleiches gilt für Schachtelhalm, der außerdem noch gut gegen Pilzbefall wirkt.

Reges Gedränge an den Tischen

Nach dem Vortrag startete dann die eigentliche Tauschbörse. Es wurden Gläser und Tütchen ausgepackt und die kleinen Samenkörner wechselten den Besitzer – es herrschte reges Gedränge an den Tischen. Besonders interessiert waren viele an den Tomatensamen des Naturparkvereins. Dort konnte man viele alte Sorten finden, die es so nicht mehr zu kaufen gibt.

Von Eva Loth

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