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Niemegk Mit dem E-Auto unterwegs im Fläming
Lokales Potsdam-Mittelmark Niemegk Mit dem E-Auto unterwegs im Fläming
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16:51 06.11.2018
Nachladen: Hans-Joachim Klawiter mit seinem Elektromobil „Think City A306“. Quelle: Josephine Mühln
Niemegk

 Hans-Joachim Klawiter ist ein entspannter Autofahrer. Und er weiß auch genau, woran das liegt. „Das Surren des Motors überträgt sich auf mich“, sagt der 61-Jährige. „Man wird dadurch einfach viel ruhiger.“ Fast ein Jahr lang ist der Niemegker nun schon mit seinem Elektroauto im Fläming unterwegs – und hat bei der Suche nach Stromtankstellen so manche Überraschung erlebt.

Den Wunsch nach einem batteriebetriebenen Auto habe er schon lange gehabt – aber zunächst fehlte das nötige Kleingeld dafür und auch die Reichweite der Gefährte sei ihm damals noch zu gering gewesen. Mitte 2016 habe er dann aber schließlich übers Internet gezielt nach einem gebrauchten E-Auto gesucht. Anderthalb Jahre später ist er fündig geworden.

Kein fahrender Computer

In der Nähe der fränkischen Stadt Hof stand er, der „Think City A306“ – ein Fahrzeug aus norwegischer Produktion. „Der Hersteller ist 2011 Pleite gegangen, also habe ich das Auto günstig bekommen“, erzählt Hans-Joachim Klawiter. Neben dem finanziellen Aspekt habe der „Think City“ aber auch alle anderen Kriterien erfüllt, die Klawiter wichtig waren. „Es sollte klein sein, weil meine Einfahrt zu Hause auch klein ist. Ich wollte außerdem kein deutsches Auto und vor allem keinen fahrbaren Computer.“

Und so kam der 1,13 Tonnen schwere Viersitzer schließlich aus dem Fränkischen nach Brandenburg. Viereinhalb Jahre war der kleine Schwarze da bereits alt, hatte aber erst 863 Kilometer auf dem Tacho. Seitdem ist er mit seinem neuen Besitzer viel rum gekommen – über 8500 Kilometer.

Arbeitstemperatur von 300 Grad

Der in Norwegen hergestellte „Think City A306“ fährt mit einer sogenannten Zebra-Batterie, also einem Natrium-Nickelchlorid-Akku.

Die Arbeitstemperatur dieser Batterie liegt bei etwa 300 Grad. Der Akku heizt sich während der Fahrt selbst auf.

Wenn das Auto steht, verbraucht die Batterie am Tag knapp drei Kilowatt, um auf Temperatur zu bleiben.

Nach 75 mit Hans-Joachim Klawiter gefahrenen Kilometern war die Batterie halb leer.

Mit einer maximalen Reichweite von 160 km (ca. 125 km bei 100 km/h, der Höchstgeschwindigkeit) übertrifft es Elektrofahrzeuge früherer Bauweise um etwa das Doppelte.

Das Stromtankstellen-Verzeichnis für Elektrofahrzeuge, dem Hans-Joachim Klawiter zuarbeitet, ist zu finden unter www.lemnet.org

Der ein oder andere davon ist dabei angefallen, weil Stromtankstellen nicht wie ausgewiesen zu finden waren. „Das gleicht manchmal einer wahren Schnitzeljagd“, sagt der 61-Jährige und lacht. Er nutzt für die Suche unter anderem eine App auf dem Handy. „An der Bad Belziger Therme sind zwei Tankstellen, aber beim ersten Mal bin ich vorbei gefahren. Ich hab nicht vermutet, dass ich da reinfahren darf, wo ich reinfahren muss.“

Ebenfalls etwas gedauert habe die Suche in der Rosa-Luxemburg-Straße. Dort habe er einen anderen E-Auto-Fahrer um Hilfe gebeten, der ihm schließlich den Weg auf den Hof des Sonnenhauses wies.

Hier wird das E-Auto mit Strom betankt. Quelle: Josephine Mühln

Die Reaktionen im Freundes- und Bekanntenkreis seien unterschiedlich gewesen, sagt Hans-Joachim Klawiter. „Einige waren interessiert – vor allem an technischen Details – einige haben mich aber auch belächelt.“ Auf dem heimischen Hof hat der Niemegker seine eigene Steckdose. Bei einer Ladeleistung von 2300 Watt sei der Akku in drei Stunden etwa zur Hälfte voll.

Es sei um die Elektromobilität im Hohen Fläming eher traurig bestellt, sagt Klawiter. „Das Ganze wird den Menschen zu wenig erklärt. Sie glauben, was sie lesen oder im Fernsehen sehen – sind aber noch nie selber gefahren.“ Die Anzahl der Stromtankstellen sei aktuell in Ordnung. „Aber wenn es mehr Autos werden, dann wird’s knapp“, gibt der studierte Elektrotechniker zu bedenken.

Tankstellen sichtbarer machen

Außerdem müssten die Tankstellen seiner Meinung nach besser sichtbar gemacht werden. „Mit ordentlichen Schildern, wie bei normalen Tankstellen. So wie es im Moment vielerorts ist, kann man E-Mobilität nicht beschleunigen“, sagt Klawiter.

Er selbst trägt seinen Teil dazu bei, dass andere E-Auto-Fahrer Stromtankstellen besser finden können. Er fotografiert sie und schickt die Bilder zusammen mit ein paar Infos an die Betreiber einer Internetseite, die ein Verzeichnis von Stromtankstellen für Elektrofahrzeuge pflegen – in Deutschland und anderen Ländern.

Von Josephine Mühln

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