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Niemegk Ingo Schulze liest „Peter Holtz“ in der Fläming-Bibliothek
Lokales Potsdam-Mittelmark Niemegk Ingo Schulze liest „Peter Holtz“ in der Fläming-Bibliothek
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11:59 11.09.2018
Der Autor Ingo Schulze. Quelle: Gaby Gerster
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Rädigke

Ingo Schulze ging es wie fast allen Autoren, die zum ersten Mal in die Flämingbibliothek im Rädigker Gasthof Moritz kommen: „Kompliment für das, was sie hier haben“, würdigte er.

Schulze las aus seinem skurrilen Schelmenroman „Peter Holtz: Sein glückliches Leben erzählt von ihm selbst“. Mit seiner humorvollen Geschichte hatte er die Leute im Saal schnell auf seiner Seite. Immer wieder mussten die Besucher schmunzeln und fühlten sich an eigene Erlebnisse erinnert. Holtz nimmt sehr konsequent wörtlich, was Kommunismus, Christentum und Neoliberalismus verkünden.

Wenn Ideologien auf das Leben treffen

Die Komik entsteht aus der Konfrontation dieser Ideologien mit der Realität. Bezahlen ist nicht kommunistisch, findet Holtz. Die Ost-CDU, in die er eintritt, möchte er in Christlich Kommunistische Demokraten umbenennen. Nach dem Fall der Mauer, als sich viele Ostdeutsche ihr Begrüßungsgeld holten, schenkt er einem Obdachlosen in West-Berlin 20 Ost-Mark. „Kennst du irgend jemanden, der so handeln würde?“, muss er sich fragen lassen.

Kaum war man neugierig geworden, wie sich diese Schelmengeschichte noch auflösen ließe, da machte Schulze etwas, was Buchhändler zur Verzweiflung bringen könnte. Er las das letzte Kapitel vor. Holtz, der trotz oder wegen seiner Naivität reich geworden ist, fängt an, sein vieles Geld zu verbrennen, was die Gesellschaft nicht aushält und ihn immer wieder in die Psychiatrie einweist. Offenbar gibt es etwas, was man mit seinem Eigentum nicht machen darf.

Neugier auf das Buch

Steffen Gommel, der durch den Abend führte, blieb nur der erstaunte Ausruf: „Das ist ein Ende!“ Nach einer winzigen Pause setzte er bewundernd hinzu: „Konsequent“. Der Neugier auf das Buch schadete das Vorlesen des Endes merkwürdigerweise nicht.

Die Geschichte endet 1998. Holtz ist glücklich und der Autor Schulze sicher, die Geschichte auserzählt zu haben. Das sahen die meisten im Saal nicht so. Viele Zuhörer drängten den Autoren, die Geschichte weiter ins Heute zu treiben.

Und wie geht es weiter?

Einige machten sogar Vorschläge, wie es weiter gehen könnte. Möglicherweise ist es die aufgewühlte Gegenwart, die den Wunsch erzeugt, einer wie Holtz möge auch diese „wörtlich nehmen“, zeigen, wie skurril manche Forderung ist. Was Holtz zu den Vorfällen in Chemnitz sagen würde, fragte ein Zuhörer.

Viele fühlten sich, durchaus im Einklang mit dem Autor, an große Schelmenromane der Literaturgeschichte erinnert, an den „Simplicissimus“ oder an die Pikaroromane. „Aber die sind oft sehr statisch“, meinte Schulze, „ich wollte auch einen Entwicklungsroman schreiben.“ Eines seiner Vorbilder war der Roman „Der Idiot“ von Fjodor Dostojewski.

Als Moderator Gommel auf die historische Genauigkeit der Geschichte hinwies und wissen wollte, ob Schulze das wirklich alles noch so präsent hätte, verwies dieser auf die guten Lektoren im S. Fischer Verlag und die vielen Leute, die ihn beraten haben: „Es ist ein großes Gemeinschaftswerk.“

Von Andreas Trunschke

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