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Niemegk Neue Nachtwächterführung mit Jutta Linthe
Lokales Potsdam-Mittelmark Niemegk Neue Nachtwächterführung mit Jutta Linthe
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16:26 06.12.2018
Jutta Linthe am Startpunkt ihrer Führung, der Niemegker Postsäule. Quelle: Christiane Sommer
Niemegk

Konzentriert läuft Jutta Linthe durch Niemegk. Obgleich die 68-Jährige als Stadtführerin jeden Winkel ihrer Heimatstadt in- und auswendig kennt, macht sie sich mal hier, mal dort kleine Notizen. Dann schaut sie auf die Uhr, um zu sehen, wie lang die Wege dauern. Wieder daheim fließen die gesammelten Daten Mosaiksteinen gleich in ihre neue Themenführung ein.

Als Nachtwächterin wird sie am 8. Dezember zu später Stunde in Niemegk anzutreffen sein. Wer sie auf ihrem Weg durch die Stadt begleiten will, ist eingeladen. Aus Jutta Linthe ist dann jedoch die Tochter des Nachtwächters Törlitz geworden. Der lebte in der Mitte des 19. Jahrhunderts in Niemegk. Als eine Krankheit ihn ans Bett fesselt, muss seine Tochter ihn vertreten, Mut beweisen und den spätabendlichen Rundgang antreten.

Idee für lebendigen

Adventskalender umgesetzt

„Im Urlaub bin ich auf die Idee gekommen, für Niemegk eine Nachtwächterführung zu entwickeln“, verrät die 68-Jährige. Doch von der Idee bis zur Umsetzung verging noch mal etwas Zeit. Als vor einigen Wochen begonnen wurde, den in diesem Jahr zum zweiten Mal stattfindenden lebendigen Niemegker Adventskalender mit attraktiven Aktionen zu füllen, wurde Jutta Linthe durch das örtliche Familienzentrum angefragt, ob sie eine Stadtführung beisteuern würde.

Die Frau des Bürgermeisters sagte sofort zu und entschied sich, eigens für die Adventskalender-Aktion die in ihrem Kopf schlummernde Idee zu verwirklichen. „Die dunkle Jahreszeit ist schließlich ideal für eine Nachtwächterführung“, erklärt sie. Danach begann die Arbeit an der neuen Themenführung. Jutta Linthe begann in alten Chroniken zu lesen und Hobbyhistoriker nach den Niemegker Nachtwächtern zu befragen. Viel Spannendes trat dabei zu Tage. „Nicht jeder Fakt ließ sich am Ende auch einarbeiten“, sagt Linthe.

Nachtwächter trugen

viel Verantwortung

Viel mehr mag sie aber noch nicht verraten. Nur soviel: Nachtwächter trugen einst viel Verantwortung. Sie waren für Ordnung und Sicherheit zuständig, damit die Menschen ruhig schlafen konnten. Die von ihnen täglich zu gehende Route war genau festgelegt. Genau wie die Utensilien, die die Nachtwächter auf dem Rundgang bei sich tragen mussten: Von der Laterne über ein Horn bis hin zur Hellebarde.

Auf dem Horn musste der Nachtwächter nicht nur blasen, wenn irgendwo ein Feuer ausgekommen war. „In den Instruktionen waren neben der Route auch so genannte Pfeifpunkte festgelegt, damit die Leute wussten, wo er gerade unterwegs ist“, erzählt Jutta Linthe.

Tour dauert eineinhalb

Stunden

Die gesamte Wegstrecke, die die Niemegker Nachtwächter vom Wittenberger Tor bis zur Belziger Vorstadt dereinst abschreiten mussten, konnte die 68-Jährige natürlich nicht in ihre Themenführung einarbeiten. „Das würde viel zu lange dauern“, sagt sie und erklärt, dass ihre Tour etwa eineinhalb Stunden dauern und an der Postsäule beginnen und enden wird.

Unterwegs wird Jutta Linthe viel erzählen: Von Ackerbürgern und Handwerken, von Geschehnissen in Schankwirtschaften und Kolonialwarenläden und von Beobachtungen, die einem Nachtwächter nicht verborgen blieben.

Was er auf seinem Weg hinter karg erleuchteten Fensterscheiben gelegentlich sah, soll nicht immer tugendhaft gewesen sein. Die neue Stadtführung mit der Niemegker Nachtwächterin dürfte damit geheimnisvoll und vergnüglich zugleich werden.

Die erste Nachtwächterführung mit Jutta Linthe findet am kommenden Samstag, 8. Dezember, um 17 Uhr statt. Beginn ist an der Postsäule.

Von Christiane Sommer

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