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Niemegk Das erste halbe Jahr als Schiedsfrau ist rum
Lokales Potsdam-Mittelmark Niemegk Das erste halbe Jahr als Schiedsfrau ist rum
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05:07 07.08.2018
Stefanie Sobiranski ist seit Januar ehrenamtliche Schiedsfrau für das Amt Niemegk. Quelle: Josephine Mühln
Niemegk

Stefanie Sobiranski ist seit Januar Schiedsfrau für das Amt Niemegk. Sie hilft zum Beispiel, wenn es unter Nachbarn zu Spannungen kommt. Im MAZ-Interview spricht sie über die ersten Monate im Ehrenamt.

Frau Sobiranski, beim Ihrem Amtsantritt sagten Sie: „Ich denke, dass es eine spannende Zeit wird.“ Wie spannend war die neue Aufgabe bis jetzt tatsächlich?

Stefanie Sobiranski: Die Fälle selbst würde ich nicht als spannend bezeichnen, weil sie natürlich meist mit persönlichem Leid verknüpft sind. Da empfinde ich eher Mitgefühl für beide Seiten. Aber spannend finde ich, einen Weg zu finden, um sich zu einigen. Das ist eine Herausforderung.

Bei welchen Problemen ist Ihre Hilfe gefragt?

Es geht überwiegend um Nachbarschaftsstreitigkeiten – und da war die ganze Bandbreite an Problemen dabei. Viele haben auch über lange Zeit gut zusammengewohnt und wundern sich dann selber, dass es zu so einem Streit kommen konnte.

Das Amt als Schiedsfrau ist ein Ehrenamt. Wie hoch war bisher Ihr Arbeitspensum?

Ich hatte einige telefonische Anfragen, aber die bedeuten keinen Aufwand. Am Ende haben sich aus diesen ersten Kontakten zwei Schiedsverhandlungen ergeben. Die bedeuten inklusive aller Formalitäten schon ein paar Stunden Arbeit – aber ich will auch ausreichend Zeit einplanen. Schließlich soll alles gesagt werden, was im Raum steht. Da sollte man nicht auf die Zeit drücken.

Gibt es einen Fall, an den Sie sich noch besonders gut erinnern können?

Eigentlich an alle Fälle – das beschäftigt einen auch persönlich. Denn trotzdem ist man ein Mensch, hat Mitgefühl und bemüht sich um eine sinnvolle Lösung. Aber zaubern kann ich auch nicht. (lacht) Bisher lief jedoch alles positiv und ich war zufrieden.

Wie war die Stimmung bei den Schiedsverhandlungen?

Das Ganze ist natürlich kein gemütlicher Kaffeeklatsch unter Nachbarn. In der Regel sind die Gemüter also schon hochgekocht. Aber wir haben es bisher immer geschafft, vernünftig miteinander umzugehen. Man sollte es auch als Chance für alle Beteiligten sehen, sich den gemeinsamen Alltag wieder schöner zu gestalten.

Was ist für eine Schiedsperson unerlässlich?

Die eigene Meinung sollte bei den Schiedsverhandlungen im Hintergrund bleiben – alles andere wäre auch unfair gegenüber den beteiligten Parteien. Ich muss beiden das Gefühl geben, dass ich ihnen helfen will und unparteiisch bin.

Sie sind im Hauptberuf Unternehmensberaterin. Kommt Ihnen das zugute?

Ich denke schon. Auch in meinem Beruf brauche ich analytische Fähigkeiten und Moderationsgeschick. Muss Gespräche aufrecht halten, auch wenn es schwierig wird. Außerdem ist es gut, dass ich mir dank der Selbstständigkeit meine Zeit frei einteilen und so flexibel auf Anfragen reagieren kann. Denn wenn die Leute die Schiedsperson anrufen, dann ist es dringend.

Würden Sie generell den Weg zur Schiedsperson empfehlen?

Ich denke, dass es auf jeden Fall eine gute Möglichkeit ist, sich außergerichtlich zu einigen. Außerdem finde ich es spannend, dass man bei dem Vergleich, den die Parteien aushandeln, auch Dinge festlegen kann, die im Gesetz anders stehen. Solange sie nicht sittenwidrig sind, natürlich. Und so ein Vergleich ist immerhin 30 Jahre lang gültig.

Von Josephine Mühln

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