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Niemegk Mit Spezialpaddeln beim Löschbootrennen
Lokales Potsdam-Mittelmark Niemegk Mit Spezialpaddeln beim Löschbootrennen
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15:11 05.08.2018
Beim Löschbootrennen im Groß Marzehns hatten zwölf Teams mit Niedrigwasser und Hitze zu kämpfen. Auch die Gastgeber. Quelle: Christiane Sommer
Groß Marzehns

Als der Groß Marzehnser Ortswehrführer Mirco Jacob am Sonnabend alle Starter des Löschbootrennens zur Einweisung zu sich bittet, findet er sich zwischen 88 Teilnehmern wieder. „Es sind zwölf Mannschaften gemeldet. So viele wie noch nie“, ergänzt Ralf Rafelt. Der Ortsvorsteher von Groß Marzehns und Bürgermeister der Gemeinde Rabenstein/Fläming gehört zu den Teilnehmern. Er wird das Spektakel also nicht nur vom Ufer des Dorfteiches aus verfolgen, sondern kräftig mitpaddeln.

Turbulent ging es wieder zu beim Löschbootrennen auf dem Dorfteich in Groß Marzehns.

Das spektakuläre Löschbootrennen findet alle zwei Jahre statt im Wechsel mit dem Treckertreffen. Die Groß Marzehnser betten diese Events jeweils in ihr traditionelles Dorffest ein. So herrscht an Besuchern nie Mangel.

Eigene Fanblocks feuern an

Fast scheint es, als hätten die teilnehmenden drei Frauen- und neun Männermannschaften aus Klein Marzehns und Groß Marzehns sowie Senst, Nudersdorf, Cobbelsdorf und Wittenberg in Sachsen-Anhalt in diesem Jahr eigene kleine Fanblocks zur Unterstützung mitgebracht.

Mirco Jacob ist Cheforganisator und Wertungsrichter zugleich. Der Hitze wegen hat er das mit dem Löschbootrennen gekoppelte „Barkasziehen“, bei dem das Einsatzfahrzeug der örtlichen freiwilligen Feuerwehr mittels Muskelkraft über eine bestimmte Strecke gezogen werden muss, diesmal jedoch abgesagt. Auch beim Schlauchbootrennen wirkte sich die anhaltende Dürre aus.

Sonderanfertigung für die Paddel

Weil der Dorfteich aufgrund der großen Trockenheit nur Niedrigwasser führt, mussten neue Paddel gebaut werden. Statt der gewöhnlich zwei Meter langen Paddel gehen alle Teilnehmer diesmal mit einer 1,50 Meter langen Sonderanfertigung an den Start. „Der niedrige Wasserstand macht das Rennen nicht leichter“, erklärt der Wettkampfleiter Jacob.

Dann macht sicht das erste Team startbereit. Schwimmwesten sind Pflicht. Auf die Klein Marzehnser Männermannschaft folgt das Team aus Nudersdorf. Als Sieger des Löschbootrennens von 2016 liebäugeln die Männer aus Sachsen-Anhalt abermals mit dem Titel. „Wir würden den Wanderpokal gern wieder mitnehmen“, sagt Martin Franke. „Er muss erst dreimal verteidigt werden, danach darf man ihn behalten“, klärt Mirko Jacob auf.

Von Boot aus werden Ziele beschossen

Als die Nudersdorfer den Parcours auf dem Dorfteich zur Hälfte bewältigt haben, ruft er ihnen zu: „Ihr liegt gut in der Zeit. 1.30 Minute.“ Danach gehen die Lokalmatadore, das Team der Groß Marzehnser Feuerwehr, an den Start. Ralf Rafelt ist mit an Bord. Er muss nicht nur paddeln, sondern auch für Wasser in der Handdruckspritze sorgen. Sie wird mit Hilfe von Schöpfbechern befüllt.

Beim Löschbootrennen müssen die Wasserspritzen mit Schöpfbechern befüllt werden. Quelle: Christiane Sommer

Vom Boot aus müssen nämlich während des Fahrt auch noch an verschiedenen Stellen die am Uferrand platzierte Büchsen getroffen werden. „Geradezu unser Hoftor, links Gas, Boje Wendung und jetzt Feuer“, so die gebrüllten Kommandos, die vom Boot aus ans Ufer dringen. Nach knapp vier Stunden des spannenden Spektakels haben alle Mannschaften den Parcours auf dem Dorfteich bewältigt.

Titelverteidiger bangen um Pokal

Jetzt heißt es warten. Die Titelverteidiger aus Nudersdorf haben es sich am Uferrand bequem gemacht. Noch steht der Pokal in ihrer Mitte. „Wir sind schon zum dritten Mal dabei“, erzählt Gerald Heinrich. „Die Idee mitzumachen, entstand genau am 29. Juni 2014. Eine Woche vor dem Rennen damals, sagt der 55-Jährige. In lustiger Männerrunde, während einer Pullerparty, war der Entschluss gefasst worden.

Klein Moritz hatte damals das Licht der Welt erblickt und sein Vater, gebürtig in Groß Marzehns, hatte vom Löschbootrennen erzählt. „Wir sind eigentlich Fußballfans, die aber auch mal was anderes machen wollen als immer nur Fußball zu gucken“, ergänzt Gerald Heinrich. Seitdem also sind die Nudersdorfer beim Löschbootrennen dabei. „Zum Treckertreffen kommen wir natürlich auch. Zwischen unseren Dörfern besteht so etwas wie ein grenznaher Verkehr“, scherzt Martin Franke.

Sieg geht nach Sachsen-Anhalt

Dann geht es zur Siegerehrung, auf die der Abschied vom Wanderpokal folgt. Der geht nämlich nun an die Männer aus Cobbelsdorf. Die Nudersdorfer kommen auf den zweiten, die Männer vom Team ETL Admedio Steuerberatungsgesellschaft Wittenberg auf den dritten Platz. Die Lokalmatadore aus Groß Marzehns müssen sich mit dem vorletzten Rang begnügen.

Bei den Frauen siegt das ETL Team aus Wittenberg. Vor den Powerbootfrauen aus Senst und den Groß Marzehnser Feuerwehrfrauen.

Von Christiane Sommer

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