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Niemegk Was Sie über den neuen Windpark in Niederwerbig wissen müssen
Lokales Potsdam-Mittelmark Niemegk Was Sie über den neuen Windpark in Niederwerbig wissen müssen
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18:07 14.03.2019
In wenigen Monaten sollen solche Laster nach Niederwerbig rollen: Schwerlasttransporter liefern ein Rotorblatt eines Windrades des Modells E101 an. Quelle: Foto: Enercon
Niederwerbig

Auf den Feldern und im Wald südlich von Niederwerbig beginnen die Bauarbeiten für acht Windkrafträder. Von den Windrädern sollen die Eigentümer und mit einem Stiftungsmodell auch die Gemeinde profitieren.

Am Dienstagabend informierte Investor Enercon gemeinsam mit Jens Hinze, Bürgermeister von Mühlenfließ, in einem vollen Dorfgemeinschaftshaus über die Bauphasen des Windparks. „Der Bau ist schon seit 2017 beschieden. Wir wollen jetzt so viel Aufklärung wie möglich betreiben“, sagt Bürgermeister Jens Hinze vor gut zwei Dutzend Zuhörern. „Für uns ist es das Wichtigste, dass unsere Windkrafträder akzeptiert werden“, sagt Projektleiterin Mareike Nierychlo.

Modell E101 in Niederwerbig

Mit 186 Metern Höhe (der Rotor sitzt 135 Meter hoch) und elf Metern Turmdurchmesser am Fuss werden die acht Windräder für die 60 Einwohner von Niederwerbig kaum zu übersehen sein. Bei dem Modell E101 handelt es sich aber weder um das größte noch das modernste Windrad. „Es werden die Anlagen gebaut, die an den Ort passen und uns genehmigt wurden“, sagt Nierychlo. Sie sollen bis spätestens Ende Dezember 2019 in Betrieb und 25 Jahre laufen.

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Nierychlo zufolge sei das Unternehmen verpflichtet, die Räder zum 1. Juli 2020 mit der bedarfsgerechten Nachtkennzeichnung auszustatten. Dafür wird die Beleuchtung der Windräder nachts mit Transpondern in Flugzeugen erst eingeschaltet, wenn diese sich nähern. Bis dahin muss sich auf den Ackern und in Wäldern bei Niederwerbig aber noch einiges tun.

Straßen durch den Wald

„Die Rodungsarbeiten sind beendet und die Kabel schon im Boden“, erläutert Nierychlo. Nun beginnt der Bau der Schotterwege und Kranstellflächen auf der etwa 40.000 Quadratmeter Fläche – etwa 16.000 Quadratmeter seien nur temporär. Über diese sollen ab Mai von Montag bis Freitag täglich durchschnittlich 20 Lkw zur Baustelle rollen.

Südlich von Niederwerbig entsteht der Windpark. Quelle: Detlev Scheerbarth

Während Jeserig nicht vom Transport betroffen sein wird, fürchten Anwohner in Niederwerbig eine hohe Staubbelastung. Zum Schutz wolle Enercon die Straßen während der Transporte bis Mitte November bewässern. Der Schwerlasttransport der 27 Turmsegmente und des Krans sollen auf demselben Weg bei Nacht stattfinden.

Angst vor Lärm

Bei der Einwohnerversammlung am Dienstagabend haben Anwohner über den Lärm der Windräder geklagt. „Ich höre die Windkrafträder in Rietz durch meine Doppelglasfenster“, sagt ein Anwohner in Niederwerbig

In etwa zwei Kilometern Entfernung befindet sich der Windpark Rietz

Mareike Nierychlo, Projektleiterin erklärt die Bauphasen bei der Einwohnerversammlung in Niederwerbig Quelle: Jan Russezki

Die neuen Windräder werden in etwa 1200 Metern Entfernung zum Dorfzentrum errichtet. Laut Nierychlo sei Rietz in die Vorgaben für den Lärmschutz als Vorbelastung einbezogen worden. Wie sich die errechneten Richtwerte auswirken, bleibt abzuwarten.

So soll der Aufbau laufen

Der Aufbau des Windparkes soll 15 Monate dauern. Bis Mai sollen die Wege und Kranstellflächen entstehen.

Die Fundamentarbeiten sind von Mai bis Anfang Juli vorgesehen.

Die Turmmontage ist zwischen Mitte Juni und Ende September geplant, die Anlagemontage von Mitte Juli bis Mitte November.

Die Windräder sollen zwischen Ende August bis Ende Dezember in Betrieb gehen.

Vergleich mit anderen Windparks

Die Anwohner vergleichen das aktuelle Bauvorhaben mit dem Windpark Rietz. Dort haben technische Probleme schlechte Schlagzeilen gemacht. „Ölaustritt ist bei unseren Rädern nicht möglich, weil wir nur wenig Öl verwenden und dieses, wenn etwas passieren sollte, im Turm landet“, erklärt der technische Projektleiter Hardy Mickoleit.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar von Jan Russezki

Positiv hob der Bürgermeister dies hervor: „Es wird eine Stiftung geben, die ähnlich wie in Schlalach an Gewinnen beteiligt ist und sich hier gemeinnützig einsetzt“, sagte Jens Hinze. Die Eigentümer der Bauflächen bekämen von Enercon eine Pauschale und würden zusätzlich mit etwa 0,7 Prozent am Gewinn der Anlage beteiligt.

„Wir wollen nicht, dass das Geld im schwarzen Loch des Amtes Niemegk verschwindet“, sagt Frank Roffais, einer der 15 Eigentümer. „Die beteiligten Eigentümer wurden sich schnell über das Stiftungsmodell einigt“, sagt er.

Von Jan Russezki

In Niederwerbig beginnt der Bau eines Windparks – mit Zustimmung vieler Anwohner. Mit einer Stiftung haben sie einen Teil ihrer Zukunft in die Hand genommen.

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