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Niemegk Wolf reißt Hirsch neben einem Spielplatz
Lokales Potsdam-Mittelmark Niemegk Wolf reißt Hirsch neben einem Spielplatz
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16:05 30.08.2018
Der gerissene Hirsch in Buchholz bei Niemegk. Quelle: privat
Buchholz

Hans-Dieter Grabo aus Buchholz bei Niemegk traute seinen Augen nicht, als er am Freitag in den Garten trat. Zwischen Swimmingpool und Tomatenanpflanzung lag ein gerissener Damhirsch. Er verständigte sofort Jagdpächter Rudi Heinisch, der den Kadaver später entsorgte. Wenngleich die Spuren, die der Vorfall hinterlassen hatte, im Garten nicht mehr zu sehen und auch der Zaun schon wieder repariert ist, sitzt der Schreck tief.

„Das kann ich gut verstehen“, sagt Heinisch, der seit 20 Jahren die Jagd in Buchholz gepachtet hat. Er bestätigte Grabos erste Vermutung. „Der Hirsch wurde ganz offensichtlich von einem Wolf angegriffen und ist dann schwer verletzt in der Todesflucht durch den Gartenzaun in den Garten gebrochen“, sagte der 67-jährige Heinisch. Der Gartenzaun sei dabei deutlich sichtbar niedergerissen worden.

Hans-Dieter Grabo aus Buchholz bei Niemegk vor dem Zaun, an dem er den Kadaver entdeckte.  Quelle: Christiane Sommer

„In den letzten Tagen hatten wir Jäger täglich Wolfssichtungen in Ortsnähe“. Mal ist es ein ausgewachsener Wolf, mal ein einzelner Jungwolf, mal eine Fähe mit zwei Jungwölfen, die die Jäger beobachten. „Es ist extrem derzeit“, bemerkt der Jagdpächter. Er wertet den Vorfall als Alarmzeichen: „Es geht mir nicht darum, Angst zu schüren. Ich bin auch nicht gegen den Wolf. Aber ich warne davor, die Angelegenheit zu verharmlosen.“

Heinisch, der seit 47 Jahren die Befähigung zur Ausübung der Jagd besitzt, hat erst im Januar in seiner Heimat in Niedersachsen eine Ausbildung zum Wolfsberater absolviert. Nach Ende der Weiterbildung stand für ihn jedoch fest, nicht als solcher tätig sein zu wollen.

Kritik am Wolfsmanagement

Grund dafür ist das Wolfsmanagement in Deutschland, dass nach seiner Ansicht „ohne jegliches Konzept“ ist. Er warnt: „Der Wolf ist ein Großraumtier, dessen Reproduktionsrate enorm ist. Seine Ausbreitung braucht dringend Augenmaß. Wenn es dafür nicht schon zu spät ist“.

„Nicht auszudenken, wenn der Hirsch in Richtung Spielplatz gerannt wäre“, sagt Hans-Dieter Grabo. Dann zeigt er die Stelle, an der der Hirsch den Zaun herunter gebrochen hatte und deutet auf den nur wenige Meter entfernten Buchholzer Spielplatz.

Der Todeskampf des Hirschs

Durch Isegrim danach quer durch den Garten gehetzt, endete der Todeskampf des Hirschs wenige Meter vor der gegenüberliegenden Gartenseite. Mit Blickkontakt zum nur wenige 100 Meter entfernt stehenden Dorfgemeinschaftshaus und zum Sportplatz.

„Unser Hund war schon in den Nächten davor unruhig“, bemerkt Grabos Ehefrau Viola. Dann erzählt Ehemann Hans-Dieter von der unruhigen Nacht, als der Wolf im Garten Jagd abhielt. Davon, dass er dreimal aufstand, weil der Hund keine Ruhe geben wollte und bald auch Nachbars Vierbeiner in das Gebell einstimmten. „Beim dritten Mal habe ich ihn mit rein gekommen und eingesperrt. Das war um 3.30 Uhr. Weil ich dachte, es ist wieder ein Marder auf dem Hof“, sagt Grabo. „Zum Glück bin ich nicht in den Garten gegangen.“

Die bellenden Hunde wiederum haben nach Heinischs Vermutung den Wolf bei seinem Mahl gestört. „Ich halte es für sehr bedenklich, wenn Wölfe so nah am Dorf jagen“, sagt der 67-Jährige. Er plädiert für ein Umdenken – vom Schutz der Wölfe zur Regulierung der Bestände, wie sie beispielsweise in Schweden gehandhabt wird.

Von Christiane Sommer

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